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Rhythmus für Kopf, Seele und Körper

Im Auftrag der Musikschule Oberland Ost bietet Dominique Regli-Lohri, Pianistin und Rhythmikpädagogin, im Haus der Musik und im Zentrum Artos in Interlaken Seniorenrhythmik an. Die Kurse beginnen ab August.

Rhythmikpädagogin und Pianistin Dominique Regli bietet die Kurse für Senioren im Zentrum Artos in Interlaken an.
Rhythmikpädagogin und Pianistin Dominique Regli bietet die Kurse für Senioren im Zentrum Artos in Interlaken an.
Sonja Bauer

Zehn Frauen sitzen im Halbkreis auf ihren Stühlen. Neben ihnen stehen ihre Rollatoren, Gehhilfen oder einfach ihre Taschen – je nach Alter und Gesundheitszustand der Frauen.

Diesmal sind es die Bewohnerinnen des Alters- und Pflegeheims Artos, die gekommen sind, um zu «schnuppern», wie sich Seniorenrhythmik anfühlt. «Ab August biete ich den Kurs allen 65- bis 100-Jährigen auch im Haus der Musik an», sagt Dominique Regli-Lohri. «Also auch denjenigen, die nicht im Artos oder in Interlaken wohnen. Einfach allen, die etwas für ihre geistige und körperliche Gesundheit tun wollen.»

Dass die Rhythmik zu einer guten Gesundheit beiträgt, sei wissenschaftlich erwiesen: «Eine Studie, die in Zusammenarbeit mit der Universität Genf entstand, hat aufgezeigt, dass durch den regelmässigen Besuch der Seniorenrhythmik zum Beispiel die Sturzgefahr bis zu 50 Prozent gesenkt werden kann», sagt Regli.

Gleichgewicht, Koordination, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Vorstellungskraft, Entspannung und mehr bringe der regelmässige Kursbesuch. Vorkenntnisse seien keine erforderlich. «Auch die körperliche Fitness spielt keine Rolle.»

Der Kurs orientiere sich an der Rhythmik nach Emile Jacques Dalcroze, sagt Regli. «Die spielerisch, zu den Klavierklängen ausgeführten Bewegungsabläufe mobilisieren die geistige und körperliche Flexibilität. Die Umsetzung und Verbindung von Musik und Bewegung ist das Erfolgsgeheimnis der Rhythmik für ältere Menschen.» Geist und Seele würden aktiviert und als seelisch wohltuende Harmonie wahrgenommen.

Erfolge geniessen

Dass die Freude im Vordergrund steht, ist auch an diesem Schnuppertag offensichtlich: Während Regli auf dem Klavier spielt, klatschen die Senioren im Rhythmus der Musik. Dass sie ihn nicht immer sogleich finden, spielt dabei keine Rolle.

Die Musik wechselt das Tempo, die Seniorinnen klatschen schneller oder langsamer. Plötzlich hört die Musik auf. Nun dürfen die Teilnehmenden den Rhythmus stumm im Kopf weiterdenken, um dann, sobald die Musik wieder einsetzt, laut weiterzuklatschen. «Wir üben behutsam. Dass es nicht sofort klappt, ist normal», betont die Rhythmikpädagogin.

Den alten Menschen macht es sichtlich Spass. Sie geniessen ihre Erfolge. Diejenigen, die können, versuchen sogar, gehend der Musik zu folgen. Es wird auf die Knie «gepatscht», geklatscht, geschnippt – und gelacht.

Und wenn Regli mit ihrer schönen Stimme zu singen beginnt, gehen die Seelen auf – die Teilnehmenden singen mit. Eine Dame, deren Hände wegen Zittern oft entgleisen, verblüfft ihre Kolleginnen mit der sicheren zweiten Stimme im Kanon. Regli freut sich mit: «Ja, hier holen wir vieles wieder herauf und dürfen uns gemeinsam daran freuen.»

Der neue Kursim Haus der Musik findet ab 13. August jeweils Montag von 9.15 bis 10 Uhr statt.

Anmeldung über das Sekretariat: haus-der-musik.ch oder ­Telefon 033 822 46 31.

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