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Saanerslochbahn: Spatenstich im Nebel

Fast 40 Jahre lang brachte die ins Alter gekommene Saanerslochbahn die Wintersportler von Saanenmöser aus in die Höhe. Am Dienstag erfolgte der symbolische Spatenstich bei der Bergstation auf dem Saanerslochgrat.

Symbolischer Spatenstich für die neue Saanerslochbahn mit Vertretern von Gemeinde, Baubeteiligten und Bergbahnen Destination Gstaad AG.
Symbolischer Spatenstich für die neue Saanerslochbahn mit Vertretern von Gemeinde, Baubeteiligten und Bergbahnen Destination Gstaad AG.
Stefan Kocherhans
In solchen Gondeln soll es künftig auf den Saanerslochgrat gehen.
In solchen Gondeln soll es künftig auf den Saanerslochgrat gehen.
Stefan Kocherhans
Visualisierung der Talstation; unterhalb des Schriftzugs Saanerslochbahn befindet sich neu der Eingang für die Wintersportler vom Parkplatz her.
Visualisierung der Talstation; unterhalb des Schriftzugs Saanerslochbahn befindet sich neu der Eingang für die Wintersportler vom Parkplatz her.
zvg
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Die Gondelbahn Saanenmöser–Saanerslochgrat wurde 1979 gebaut. Es handelte sich damals um eine der ersten sechsplätzigen Gondelbahnen in der Schweiz. Jetzt ist sie aber in die Jahre gekommen: Die Türen schliessen nicht mehr optimal, die Fahrt über die 29 Masten holpert mehr oder weniger, auch wenn die Gondeln mit ihrer unverkennbaren Form immer noch modern erscheinen.

Mit der neuen Anlage sollen die Gäste schnell und bequem ins Skigebiet oder auf den Saanerslochgrat (er befindet sich auf Zweisimmner Gemeindegebiet) transportiert werden. Der Komfort für den Gast wird massiv gesteigert durch ein grösseres Platzangebot in den futuristischen Kabinen und in der Bergstation und durch ebenerdigen Kabineneinstieg. Weil der Palettentransport einfacher wird, werden auch die Betreiber im Bergrestaurant von der neuen Bahn profitieren.

Weiterhin zwei Sektionen

Die Firma Garaventa-Doppelmayr verspricht eine Weltneuheit: die neue Seilbahntechnologie D-Line mit Design-Glasstationsabdeckung. Die 46 Kabinen, die Platz für 10 Personen bieten, überwinden auf ihrer Fahrt von Saanenmöser auf den Saanerslochgrat 675 Höhenmeter. 2000 Personen können pro Stunde transportiert werden (alte Bahn: 1300), bei einer Fahrgeschwindigkeit von 6 Metern pro Sekunde. Brauchte es bislang 29 Masten, kommt die neue Bahn mit nur noch 16 aus. Die Fahrt zum Gipfel verkürzt sich um fünf auf knapp elf Minuten.

Die Bahnstationen, geplant von Jaggi & Partner, Saanen, passen gut ins Landschaftsbild. Während bei der Talstation das ausgeprägte Satteldach auffällt, kommen in der Mittelstation glasverkleidete Bahntechnikanlagen beim Umlenken der Leitungsführung zur Geltung. Bei der Talstation wird die Lenkung der Bahnbenützer vereinfacht, indem die vom Parkplatz anreisenden Wintersportler mittels Rolltreppe direkt ins Gebäude gelangen und sich nicht mehr mit den von der Piste kommenden kreuzen.

Eine Sesselbahn der D-Line laufe bereits mit grossem Erfolg in Sölden, erläuterte Raphael Reinle von der Firma Garaventa am Spatenstich. «Die neue Seilbahntechnologie läuft viel leiser, bietet mehr Platz in den Gondeln und ist auch schneller. Wir nennen dieses Modell bei uns ‹Ferrari-Bahn›. Die Weltneuheit für Gstaad besteht in der Glasstationsabdeckung.»

Neubau der Bergstation

Weil die neue Bergstation westlich der ­alten zu stehen kommt, war es für die ­Verantwortlichen der Bergbahnen Destination Gstaad AG auch klar, dass der Spatenstich für die neue Bahn gerade hier zu erfolgen hatte. Geschäftsführer Matthias In-Albon erhofft sich von der neuen Bahn einiges: «Wir wollen mit diesem Premiumprodukt dazu beitragen, dass Gstaad weiterhin als führende Genussdestination sowie Skidestination wahrgenommen wird.»

Und Verwaltungsratspräsident Heinz Brand doppelt nach: «Wir sind stolz und allen Beteiligten, vorab den Landeigentümern, dankbar, dass es nun geklappt hat. Die Baubewilligung ist erst Mitte September eingetroffen; mit der Fundation der Masten mussten wir bereits beginnen, denn ab 1. April bis Ende Juli dürfen wegen des Schutzes der Birkhühner keine Helikopterflüge und Sprengarbeiten durchgeführt werden. Unser Wunsch an Petrus: Bis Ende November schönes Herbstwetter für die Bauarbeiten, dann der kräftige Schneefall.»

Übrigens: Die Baubewilligung beinhaltet Auflagen auf 90 A4-Seiten und kostete den Bauherrn rund 100'000 Franken...

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