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Sanfter Wechsel in der Dorfapotheke

Die Dorfapotheke gibt es seit 29 Jahren. Nun hat die Topwell Apotheken AG das Traditionsunternehmen von Apotheker Jürg Schneider gekauft. Dieser soll für einen sanften Übergang sorgen.

Apotheker Jürg Schneider in der traditionsreichen Dorfapotheke Meiringen, die seit dem 1. Oktober der Kette Topwell Apotheken AG gehört.
Apotheker Jürg Schneider in der traditionsreichen Dorfapotheke Meiringen, die seit dem 1. Oktober der Kette Topwell Apotheken AG gehört.
Monika Hartig

«Mir ist wichtig, dass das Geschäft weiterbesteht, auch wenn ich nicht mehr da bin», erklärt Jürg Schneider (61) von der Dorfapotheke Meiringen. Der im Bieler Seeland aufgewachsene Apotheker hat die Dorfapotheke seit 1989 geführt und sie als optimale Nachfolgelösung per 1. Oktober 2018 an die Kette Topwell Apotheken AG verkauft.

Ziel: Das eigene Geschäft

«Vor 1989 war in diesem Gebäude die Post Meiringen stationiert. Auf einem Drittel der Fläche ist die Dorfapotheke untergebracht.» Ab dem ersten Tag war Schneider als Geschäftsführer angestellt. Doch sein Ziel war von Anfang an, das Geschäft zu kaufen, was ihm im April 1998 auch gelang. «Ich konnte hier gut Fuss fassen, da ich gerne in den Bergen lebe. Die persönliche Beziehung zu einheimischen Kunden ist enorm wichtig. Die Leute schätzen es, dass man sie kennt», so Schneider.

Seit dem 1.Oktober 2018 gehört die Dorfapotheke der Topwell Apotheken AG Bild: Monika Hartig
Seit dem 1.Oktober 2018 gehört die Dorfapotheke der Topwell Apotheken AG Bild: Monika Hartig

Mit grossem Einsatz baute er sein Geschäft auf, in dem heute drei Pharma-Assistentinnen und Stellvertretungen insgesamt etwa 340 Stellenprozente abdecken. Das Team bleibt den Dorfbewohnern erhalten. Jürg Schneider wird auf Zusehen hin in Teilzeit weiter mitarbeiten.

Per 1. Juni 2019 wird Adam Ziemka, ein naturverbundener Apotheker, der die Berge mag, die Apotheke als neuer Geschäftsführer übernehmen. Bis dahin wird auch Apotheker Lars Frohn, langjähriger Stellvertreter von Schneider, noch mit im Einsatz sein.

Die Apotheke hat mehrere Standbeine. Jürg Schneider: «Die Barverkäufe haben sich in den 29 Jahren konstant entwickelt. Doch heutzutage ist die Konkurrenz durch Grossverteiler und Internetversandhäuser spürbar.» Ein weiteres Standbein, die Rezepturen durch Ärzte, habe sich umsatzmässig stark entwickelt.

Konkurrenz sei nun jedoch durch die neuen Versandapotheken entstanden. Das Angebot an Dienstleistungen wie etwa Therapiebegleitung oder Impfen soll künftig laufend ausgebaut werden.

Stärke der Apotheken vor Ort

Die Versandapotheken sieht Schneider als «Rosinenpicker». Bei Notfällen, Bagatellanliegen oder Unklarheiten mit Rezepturen könne eben nur der Apotheker vor Ort helfen. Schneider: «Beratung wird immer wertvoller. Wir bieten sie auch telefonisch an, ohne Kaufdruck.» Jürg Schneider ist froh, nun etwas kürzertreten und sein Lebenswerk in die Hände der ältesten Apothekenkette der Schweiz, der Topwell AG, übergeben zu können.

Das Geschäft werde in seinem Sinne weitergeführt. Schneider: «Ein neuer Geschäftsführer profitiert enorm von der Unterstützung durch die Kette. So etwa beim Marketing, bei Aktionen oder beim Einkauf.» Damit sei gewährleistet, dass es die Dorfapotheke Meiringen auch in 10 oder 15 Jahren noch geben werde.

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