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Schwarzhorn-Zwist spitzt sich zu

Der Streit um drei vom Kanton gestrichene Skitourenrouten rund um das Schwarzhorn geht in die zweite Runde. Die Staatsverantwortlichen wollen bis nächsten Freitag zur zweiten Beschwerde der wirtschaftlich Betroffenen Stellung nehmen.

Umstrittener Berg: Der Kanton hat drei Skitourenrouten im Bereich des Schwarzhorns gestrichen. Die Bergführervereine wehren sich.
Umstrittener Berg: Der Kanton hat drei Skitourenrouten im Bereich des Schwarzhorns gestrichen. Die Bergführervereine wehren sich.
Bruno Petroni

Die Debatte um drei umstrittene Skitourenrouten im Bereich des Schwarzhorns (2928 m) zieht sich bereits seit zwei Jahren hin – und spitzt sich allmählich zu. Möglicherweise werden sich bald die Gerichte mit dem Fall beschäftigen müssen, denn von einer Einigung scheinen die Parteien weit entfernt. So ist der Kanton Bern der Ansicht, dass die vom SAC und von den Einwohnergemeinden Grindelwald und Meiringen unterstützten Bergführer nicht legitimiert seien, eine Beschwerde einzureichen, weil nicht belegt werden könne, welchen finanziellen Einfluss die Streichung der drei Touren für sie zur Folge habe.

Der Grindelwalder Rettungschef und Delegierte des Bergführervereins Grindelwald, Marc Ziegler, entgegnet: «Sehr wohl können wir den drastischen Einkommensverlust belegen. In einem 20-seitigen Argumentarium haben wir dies mit Zahlen und Fakten detailliert dokumentiert. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die gesamte ­Region pro Skitourensaison 80'000 Franken verliert.»

Allenfalls den Gerichtsweg

Was Marc Ziegler am meisten erzürnt, ist «die Tatsache, dass man uns gar kein Gehör schenkt und unsere Anliegen nicht ernst nimmt. Das akzeptieren wir so nicht.» Auch sei eine verlangte Akteneinsicht vom Kanton abgeschlagen worden. Entsprechend sind die Bergführervereine Grindelwald und Haslital zu rechtlichen Schritten entschlossen, falls ihre Anliegen «auch weiterhin ­ignoriert» werden sollten.

«Wären kompromissbereit»

Als Argumente für die drei betroffenen Routen – Gerstenlücke, Schöniwenghörner und Bandspitz – führen die Beschwerdeführer unter anderem auf, dass sie selbst im Hochwinter und bei erhöhter Lawinengefahr mit Einsteigern mit wenig Erfahrung ­begangen werden können. Die Bandspitz-Tour sei zudem die einzige Route im Jagdbanngebiet Schwarzhorn, die dem Skitourenanfänger ein Gipfelerlebnis bieten könne und dabei mit dem Schwierigkeitsgrad leicht deklariert sei. «Sie ist eine wichtige Route dafür, Gäste für Folgeskitouren motivieren zu können», so Ziegler.

«Derweil ist gerade die Gärstenlücke eine sehr wichtige Route, damit Gäste ausgebildet werden können, die künftig Skitouren im Hochgebirge unternehmen möchten.» Man wäre durchaus bereit zu Kompromissen wie tageszeitlichen Einschränkungen, sagt Ziegler. «Aber die komplette Streichung ausgerechnet dieser drei wichtigen Routen ist nur noch reine Willkür – und das in einem demokratischen Land.» René Michel als Ressortverantwortlicher Umwelt im Zentralvorstand des SAC stärkt den betroffenen Bergführern den Rücken: «Wir werden die Beschwerdeführer in ihren Bemühungen unterstützen.»

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