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Seniorenpark Weissenau ist verkauft

Die Spitäler fmi AG übernimmt den Senioren­park Weissenau vom Gemeindeverband Weissenau. Die Abgeordneten der Gemeinden bewilligten den Verkauf mit 32 zu 10.

Blick auf den Seniorenpark Weissenau. Dieser soll in die Spitäler fmi AG integriert werden.
Blick auf den Seniorenpark Weissenau. Dieser soll in die Spitäler fmi AG integriert werden.
Bruno Petroni

«Wir sind dafür, aber nicht zu diesem Preis», sagte Ueli Michel, der Vertreter der Gemeinde Bönigen an der Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbandes Weissenau. Die 23 Gemeinden des ehemaligen Amtsbezirks Interlaken waren grundsätzlich für den Verkauf ihres Alters- und Pflegeheims Seniorenpark Weissenau an die Spitäler fmi AG. Diese will sich auf Altersmedizin spezialisieren und Synergien nützen. Der Spitalstandort Interlaken soll gestärkt werden.

Der Übergang ist auf den 1. Januar terminiert, alle Mitarbeitenden und alle Pensionsverträge der Bewohner werden übernommen, wie Heinz Witschi, Geschäftsführer des Gemeindeverbandes, ausführte. 42 der 43 Stimmen, die die Gemeinden zusammen haben, waren an der Versammlung vertreten.

Herausschuld

Die Gemeinden hatten die Modalitäten des Verkaufs diskutiert. Ein Knackpunkt war, dass die Spitäler fmi AG zu 100 Prozent dem Kanton Bern gehört. «Wir wollen nicht Sponsor für den Kanton werden», sagte Michel. Die Übergabe wird in zwei Verträgen geregelt: in einem Kauf- und Baurechtsvertrag und im ­Geschäftsübernahmevertrag, bei dem die betriebliche Tätigkeit mit den Mobilien zu 1,03 Millionen Franken übernommen wird.

Ein Fonds, der für den Seniorenpark Weissenau geäufnet wurde, bleibt beim Gemeindeverband, weil ihn die AG aus rechtlichen Gründen nicht verwalten darf. Das «Hauptgeschäft» wurde im Baurechtsvertrag abgewickelt. Der Kaufpreis lag bei 20,297 Millionen Franken. Weil die Spitäler fmi AG das Fremdkapital von 21,9 Millionen Franken übernimmt, ergibt sich für den Gemeindeverband eine sogenannte Herausschuld von 1,6 Millionen Franken, das heisst, er zahlt diesen Betrag an die Spitäler fmi AG.

Der Antrag von Bönigen war, dass der Verkaufspreis 21,9 Millionen Franken beträgt. Während Witschi mit einem Zeitungsartikel zeigte, dass wegen des Spardrucks Heimbewohner zu wenig zu essen bekommen und um Mitternacht geduscht werden, sprach Michel von Schwarzmalerei. In der Heimrechnung 2016 seien 220'000 Franken für den Unterhalt und 500'000 Franken für Abschreibungen enthalten, und unter dem Strich werde ein Reingewinn von 70'000 Franken ausgewiesen. Der Antrag für den höheren Verkaufspreis erhielt 14 Stimmen.

Zins für Gemeindeverband

Der Gemeindeverband erhält für die 10'776 Quadratmeter Land, die er mit dem Seniorenpark abgibt, jährlich einen Baurechtszins von 43'104 Franken. Angenommen wurde ein Antrag der Gemeinde Interlaken, der mit dem Verkaufsgeschäft nur indirekt zusammenhängt. Da der Gemeindeverband künftig nur noch das Spitalareal und Liegenschaften verwaltet, soll jährlich entschieden werden, ob ein Teil des Ertragsüberschusses an die Verbandsgemeinden ausgezahlt wird. In der Schlussabstimmung wurde das Verkaufsgeschäft mit 32 zu 10 Stimmen angenommen.

«Persönlich bedauere ich, dass Bönigen Winkelried spielen musste», sagte Herbert Seiler, Gemeindepräsident von Bönigen. Der Antrag für einen höheren Verkaufspreis war ein Resultat der Zusammenarbeit von Bönigen mit Ringgenberg und Wilderswil. Seiler hat als Grossrat dafür gekämpft, dass der Gemeindeverband das Spitalareal nicht an den Kanton abgeben musste. «Ich glaube, wir haben jetzt ein gutes Fundament geschaffen», sagte er und dankte Verbandspräsident Jürgen Ritschard, dem Vorstand und allen Mitarbeitenden für den grossen Einsatz.

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