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«Sie führen die vielen Geldgeber an der Nase herum»

Die BLS will die Schiffländte in Leissigen «im Laufe des Jahres fertigstellen».

Ernüchterung in Leissigen: Die Schiffländte kann nicht wie geplant am 11. Mai 2019 eröffnet werden.
Ernüchterung in Leissigen: Die Schiffländte kann nicht wie geplant am 11. Mai 2019 eröffnet werden.
Bruno Petroni
Die Ländte ist zwar abgesperrt, die Bauarbeiten haben aber noch nicht begonnen.
Die Ländte ist zwar abgesperrt, die Bauarbeiten haben aber noch nicht begonnen.
Bruno Petroni
Grund dafür sind gemäss der BLS «fehlender Absprachen» in der Projektplanung. Darum seien das Verfahren zur Plangenehmigung und die Planung zum Bauprojekt noch nicht abgeschlossen.
Grund dafür sind gemäss der BLS «fehlender Absprachen» in der Projektplanung. Darum seien das Verfahren zur Plangenehmigung und die Planung zum Bauprojekt noch nicht abgeschlossen.
Bruno Petroni
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Jetzt hat es die BLS schwarz auf weiss verkündet: Die Bauarbeiten für die neue Schiffländte in Leissigen können nicht rechtzeitig starten. Wie das Bahnunternehmen am Dienstag mitteilte, ist es wegen nicht ausreichender Absprache zwischen der BLS und dem Planungsbüro in der Projektplanung zu Verzögerungen gekommen.

«Wir hatten geplant, die neue Ländte im Mai 2019 in Betrieb zu nehmen, und bedauern diese Verzögerung sehr», ist der Medienmitteilung der BLS zu entnehmen. Man setze aber alles daran, Leissigen so schnell wie möglich ansteuern zu können. «Das sind wir auch der Gemeinde und den zahlreichen Donatoren schuldig, die das Neubauprojekt erst möglich machen», sagt Claude Merlach, Leiter der BLS Schifffahrt. Die BLS rechnet damit, die Ländte im Laufe des laufenden Jahres fertigzustellen.

Im Laufe des Jahres – ein etwas genaueres Zeitbudget konnte selbst BLS-Mediensprecher Stefan Dauner auf zusätzliche Nachfrage nicht entlockt werden.

«Einmal mehr geprellt»

Beat Steuri, Präsident der IG Leissigen Futura: «Wir sind einfach enttäuscht darüber, wie die Behörden alle unsere örtlichen Projekte zur Förderung des ÖV stiefmütterlich behandeln. Dies sieht man deutlich auch beim Bahnerhalt.» Man führe damit die vielen Geldgeber an der Nase herum – «das ist besorgniserregend». Das Bedienen von Leissigen mit der umweltfreundlichen Bahn und der tourismuswirksamen Schifffahrt wäre von grösster Bedeutung für die Gemeinde und deren Entwicklung, sagt Steuri.

Und: «Einmal mehr werden die Bevölkerung und ein proaktiver Verein Schiffländte mit seinen Anhängern und freiwilligen Spendern, der zur finanziellen Lösung massgeblich ­beigetragen hat, durch unverständliche Unterlassungen der verantwortlichen Stellen um seine Früchte geprellt.»

Sanierung unterbrochen

Im Mai 2017 hatte die BLS in Leissigen Sanierungsarbeiten gestartet, damit dort künftig wieder Kursschiffe anlegen könnten. Anlässlich dieser Arbeiten wurden jedoch Hohlräume im Gesteinsuntergrund entdeckt. Da die nötigen Taucherarbeiten zu gefährlich geworden wären, wurde die Sanierung unterbrochen.

Seither wurde ein neues Projekt erarbeitet, welches den Bau eines Holzstegs vorsieht. Sobald dieser fertig ist, will die BLS mit dem Mittagskurs des Dampfschiffes Blümlisalp die Station Leissigen ansteuern.

Ernüchterung in Leissigen

Zweifellos ist die Verzögerung ein Rückschlag für die Leissiger. Noch letzten Sommer herrschte Aufbruchstimmung, innert Kürze hatte der Verein Schiffländte die erforderlichen 100'000 Franken zur Realisierung der neuen Schiffstation beisammen.

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