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Sommer am Rande des Gleichgewichts

Das neue Buch der Meiringer Autorin Irene Hunziker liest sich wie ein spannender Krimi, gespickt mit überraschenden Wendungen.

Irene Hunziker mit ihren beiden Werken: «Der schmale Pfad ins Leben» und dem neu erschienenen Roman «Der steinige Pfad ins Licht». Foto: Peter Wenger
Irene Hunziker mit ihren beiden Werken: «Der schmale Pfad ins Leben» und dem neu erschienenen Roman «Der steinige Pfad ins Licht». Foto: Peter Wenger

«Der berühmte Künstler Eduard Sommer steht vor einer Flut ungelöster Probleme: Eine raffinierte, berechnende Prostituierte bringt ihn an den Rand des Gleichgewichts. Er und seine Ex-Frau müssen die Beziehung klären. Dazu belastet ihn der Suizid des kriminellen Sohnes. Die Aussagen seines Grossvaters scheinen sich zu bestätigen: Sommer ist ein wertloser Versager.» Die Ankündigung auf dem Cover des zweiten Bands von Irene Hunziker verspricht spannenden Zündstoff. Eine Lebensgeschichte, die den erfolgreichen Berner Oberländer Maler auf seiner fluchtartigen Reise vor sich selbst nach Israel, in die Abgeschiedenheit Kataloniens und die schroffe Berglandschaft des Oberhasli führt.

Der Roman «Der steinige Pfad ins Licht» liest sich wie das erste Buch von Irene Hunziker, «Der schmale Pfad ins Leben», wie ein spannender Krimi, gespickt mit überraschenden Wendungen. Wir begegnen Menschen, die wir zu kennen glauben, ja die gleich nebenan in unserer Strasse wohnen könnten. Wir werden Zeuge einer Familientragödie auf einem Bauernhof im damals eher konservativ geprägten Luzerner Hinterland. Oder wir bewegen uns im weltoffenen Tel Aviv – Schmelztiegel verschiedenster Kulturen –, bevor wir in der Stille des Klosters Montserrat für einen kurzen Moment zur Ruhe kommen…

Besondere Schicksale

«Mich interessieren Menschen. Menschen, deren Lebenswege gezeichnet sind von Wünschen und Träumen, von Enttäuschung und Misserfolg. Junge und Ältere, die am Rande der Gesellschaft stehen, mit Geschichten, die nicht von allgemeinem Interesse sind», sagt Irene Hunziker, Sozialpädagogin und erfolgreiche Autorin. Seit dreissig Jahren ist sie glücklich verheiratet und lebt mit ihrem Mann heute in Meiringen. Irene Hunziker arbeitet seit 1989 in sozialen Institutionen.

Dabei durfte sie viele Menschen mit gescheiterten Lebensentwürfen begleiten. Psychisch und geistig beeinträchtigte Personen, verhaltensauffällige Jugendliche, Drogenkranke, Prostituierte, Menschen, alleingelassen von der Gesellschaft. «All diese Menschen mit besonderen Schicksalen haben mich angeregt, über den Sinn des Zusammenlebens und darüber, wie man miteinander umgeht, nachzudenken.» Dabei freut sie sich, wenn es gelingt, diesen Menschen andere Sichtweisen aufzuzeigen. Gemeinsam mit ihnen unterwegs zu sein. Ziele anzugehen, die sie mit Mut und gewonnenem Selbstvertrauen erreichen können.

Geschichten erleben

Schreiben begleitet Irene Hunziker seit ihrer Kindheit. Schon als Zwölfjährige sass sie Stunden vor ihrer Schreibmaschine und brachte ihre Geschichten zu Papier. «Geschichten, die ich erlebt habe und die ich nicht loslassen konnte. So auch den schmerzlichen Verlust meiner Schwester in der frühen Kindheit, der unsere Familie in ein tiefes Loch gestürzt hat. Ich konnte mich schriftlich immer schon besser ausdrücken als beim Reden. Beim Schreiben kann ich mich lösen von der Hektik des Alltags, kann abtauchen in eine andere Welt. Zusammen mit meinen Romanfiguren begebe ich mich auf die Reise...»

Und ihre Reisen führen sie an die Schauplätze ihrer Geschichten. Sie kennt die Besonderheiten und Lebensweisen nicht bloss vom Recherchieren, sondern durch den Kontakt mit Menschen, die ihre Leidenschaft teilen: das Schreiben und – man würde es der zierlichen Person auf den ersten Blick kaum zutrauen – das Klettern und Bergsteigen. Doch beide Disziplinen, die einsame Arbeit vor dem Bildschirm oder das Suchen nach einer Route durch die Felswand, verlangen viel Können, Ausdauer, Beweglichkeit und die ständige Neugier auf Neues.

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