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Voliere geknackt: Steinkauz büxt aus

Unbekannte haben Montag Nacht das Vogelgehege des Wildparks geknackt und offen gelassen. Bis auf einen sind die zwei Dutzend Vögel aber in ihren Volieren geblieben. Der Verein hat Strafanzeige erstattet.

Das Vogelgehege des Wildparks in Brienz wurde geknackt und offen gelassen. Ein Steinkauz büxte aus (Symbolbild).
Das Vogelgehege des Wildparks in Brienz wurde geknackt und offen gelassen. Ein Steinkauz büxte aus (Symbolbild).
Fotolia

«Ich befürchte, dass das Tier draussen in der Freiheit eingehen wird»: Für Urs Zobrist, seit 14 Jahren Präsident des Wildparkvereins Brienz, bleibt die Hoffnung, dass der seit Dienstag vermisste Steinkauz vielleicht nächstens hungernd irgendwo in einem Garten gesichtet wird und dann noch rechtzeitig vor dem Hungertod bewahrt werden kann.

Strafanzeige eingereicht

Der Vogeltrakt des Wildparks wurde in der Nacht auf Dienstag von unbekannter Täterschaft gewaltsam aufgebrochen, wie die «Jungfrau-Zeitung» am Mittwoch berichtete. Sämtliche Türen zu den einzelnen Vogelkäfigen seien am Dienstagmorgen weit offen gestanden, sodass die gut 20 Vögel alle hätten entweichen können. Nur gerade das Steinkauzpärchen habe jedoch seine Voliere verlassen, so Urs Zobrist.

«Dabei hofften wir in diesem Jahr gar auf Nachwuchs für die gefährdete Vogelart, hatten wir doch bereits eine Anfrage des Berner Tierparks Dählhölzli.»

Urs Zobrist, Präsident Wildparkverein Brienz

Während das eine Tier am Morgen in einem anderen Käfig aufgefunden worden sei, fehle vom anderen auch nach bisheriger Suche jede Spur. «Dabei hofften wir in diesem Jahr gar auf Nachwuchs für die gefährdete Vogelart, hatten wir doch bereits eine Anfrage des Berner Tierparks Dählhölzli.» Frankenmässig sei der Schaden nicht gross; «aber der Verlust dieses Steinkauzes, der nicht grösser ist als eine Amsel, schmerzt».

Entsprechend hat der Verein Wildpark Strafanzeige erstattet, der zuständige Wildhüter ist informiert. Auf telefonische Anfrage bestätigt Peter Aeschlimann, Sprecher der Kantonspolizei Bern, den Eingang der Anzeige: «Der Strafantrag betrifft Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Die Ermittlungen laufen.»

Über deren Stand kann die Polizei zurzeit aber nichts sagen. Sachdienliche Hinweise über den Verbleib des vermissten Steinkauzes nimmt der Verein Tierpark entgegen. Auch Personen, welche Montag Nacht im Bereich des Wildparks Beobachtungen gemacht haben, sind gebeten, sich zu melden.

«Wissen nicht, wie jagen»

Der vor 121 Jahren auf Initiative der heutigen Schule für Holzbildhauerei gegründete Wildpark ist das Heim von Gross- und Kleinwild sowie der erwähnten zwei Dutzend Vögel. Der Wildpark ist ganzjährig offen und kann kostenlos besucht werden.

Urs Zobrist versichert, dass die Vögel im Wildpark artgerecht gehalten würden: «Sie stammen aus Zooaufzucht oder von Privaten. Sie kennen das Leben draussen in der freien Natur nicht. Entsprechend wissen sie auch nicht, wie sie jagen und so selber für Nahrung sorgen müssen.»

www.wildparkbrienz.ch

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