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Strassenkunst in den Gassen

Fliegende Macheten, Hula-Hoop-Reifen und Feuerfackeln, balancieren auf Velo, Einrad oder Hochsitz: Am Gauklerfest in Interlaken zeigten Solisten oder Teams von Strassenartisten aus aller Welt ihre Künste.

Künstlerin Toni Smith aus Neuseeland wirft Hula-Hoop-Reifen, ein Freiwilliger aus dem Publikum fängt sie auf.
Künstlerin Toni Smith aus Neuseeland wirft Hula-Hoop-Reifen, ein Freiwilliger aus dem Publikum fängt sie auf.
Monika Hartig
Die Kanadier Les Dudes werfen sich brennende Fackeln zu, wobei  einer auf dem Velo balanciert.
Die Kanadier Les Dudes werfen sich brennende Fackeln zu, wobei einer auf dem Velo balanciert.
Monika Hartig
Atemberaubend: Künstler Jack Flash aus England jongliert Messer auf dem Hochsitz.
Atemberaubend: Künstler Jack Flash aus England jongliert Messer auf dem Hochsitz.
Monika Hartig
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Ein dreitägiger Sommerspass mit viel Humor und atemberaubenden Momenten: Neue Topstrassenkünstler aus aller Welt begeisterten am Gauklerfest 2017 (28. bis 30. Juli) in der Interlakner ­Rosenstrasse das Publikum. Den Auftakt machte am Freitag der Pantomime Yosuke Ikeda aus ­Japan. Mit Regenschirm, asiatischem Charme und roter Melone bewegte sich der Künstler etwa im «Moonwalk» oder mechanisch wie ein Roboter. Eine ge­fakte Sendersuche im Radio mit Rauschen und Störgeräuschen wurde öfters unterbrochen von einem lauten Quietschen. Als ­Yosuke sich darob jeweils sehr erschreckte, lachten die kleinen Zuschauer nahezu Tränen.

Ein Liebespaar

Voller Elan, mit Luftsprüngen und guter Laune begann Toni Smith aus Neuseeland, selbst ernannte «Herrin der Ringe», ihre Show. Die im Flamencostil gekleidete Künstlerin liess fünf Hula-Hoop-Reifen gleichzeitig lässig um ihren Körper kreisen. Dann mussten freiwillige Helfer unter viel Ach und Oh die Artistin auf Händen tragen und sie in luftige Höhen hieven. Von dort aus warf Smith meterweit ihre Reifen, die ein Helfer unter anfeuernden Rufen der Zuschauer auffing.

Das Duo Popeye und Olive (England/CH) gab sich als verliebtes Paar mit roten Rosen, Küssen und Akrobatik, dazu spielten die beiden Banjo in jeder Lage. So etwa Popeye auf dem Hochrad, zudem zeigte er Lassotricks und jonglierte mit Messern, während Olive sich in extremen Yogastellungen verrenkte.

Atemberaubende Momente erlebten die Zuschauer mit Künstler Jack Flash aus England. Am Boden präsentierte er zu Hip-Hop-Musik elegante Warm-up-Tricks mit Seilen, Messern und Bechern. Flash, der ein T-Shirt mit Blitzsymbol trug, sagte: «Jetzt wird es gefährlicher.» Auf wackligem Hochsitz ging er in dreieinhalb Meter Höhe in den «Todeshandstand», danach jonglierte er, dem Himmel ganz nah, cool mit vier scharfen Macheten gleichzeitig.

Tolle Kapriolen beim Jonglieren mit Würfeln, Messern oder Fackeln zeigte das Männerduo Les Dudes (CH/Kanada): so etwa auf dem Einrad balancierend, auf den Schultern den Partner, der mit Messern jonglierte. Oder erstaunliche Akrobatikübungen auf dem Velo, untermalt vom Queen-Song «Bicyle Race». Showhöhepunkt der Wilden Jungs, die früher einmal Artisten im Cirque du Soleil waren: Einer stand aufrecht auf Velosattel und -lenker, der andere am Boden; dabei warfen sie einander brennende Fackeln zu.

Sämtliche Artisten hatten lustige Sprüche im Repertoire, hielten intensiven Kontakt zum Publikum und baten auf originelle Art um finanzielle Gaben. «Wir sind heuer sehr zufrieden», so Organisator Bart Stapel von der Brasserie: Wetterglück am Freitag und Samstag mit total zweitausend Zuschauern, mehr internationale Gäste, eine treue Stammkundschaft aus der Region und viel positives Feedback. Zudem gab es heuer weniger Zwischenfälle mit Kindern, die die Artisten bei ihren gefährlichen Shows mit Messern durch zu nahes Herankommen störten und sich so gefährdeten.

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