TALK: Für Ammann «kommt nur ein Beitritt infrage»

Lenk

Volkswirtschaftdirektor Christoph Ammann stellt klar, dass Lenk Tourismus ab November kein Geld mehr aus dem Beherbergungsfonds erhält. Nur ein TALK-Beitritt kann für Ammann daran etwas ändern.

Regierungsrat Christoph Ammann macht seine Ankündigung wahr: Lenk Tourismus erhält ab November kein Geld mehr.<p class='credit'>(Bild: Patric Spahni)</p>

Regierungsrat Christoph Ammann macht seine Ankündigung wahr: Lenk Tourismus erhält ab November kein Geld mehr.

(Bild: Patric Spahni)

Es hatte sich abgezeichnet. Bereits unmittelbar nach der ­Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag, bei der Lenk Tourismus seinen Beitritt zur ­geplanten Tourismusorganisation Adelboden-Lenk-Kander­steg (TALK) überraschend deutlich abgelehnt hatte, hatte Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP) gesagt: «Nach dieser Abstimmung ist Lenk ein weisser Fleck auf der Destinationskarte und kann nun kaum damit rechnen, vom Kanton rückfliessende Abgaben aus dem Beherbergungsfonds zu erhalten.»

Am Dienstag folgte die Bestätigung. Auf Nachfrage erklärte die Volkswirtschaftsdirektion ihr Bedauern über den negativen Entscheid von Lenk Tourismus. Die Volkswirtschaftsdirektion habe nach dem Nein der Lenk die Auswirkungen analysiert. Somit stehe fest, dass innert der in der Tourismusverordnung gesetzten Frist die Destination nicht zustande gekommen sei, teilt die Direktion mit.

«Die Vorgabe der Tourismusverordnung ist klar, nämlich eine als juristische Person organisierte Destination im Bereich Berner Oberland-Mitte, das heisst dem Gebiet von TALK.» Damit sei bereits heute klar, «dass die Lenk keine Destination darstellt, weshalb ein Rückfluss der Beherbergungsabgabe nicht möglich ist. Diese Mittel fliessen ab November in den Tourismusfonds und können für touristische Projekte im gesamten Kanton verwendet werden.»

Die andern erhalten ihr Geld

Die Volkswirtschaftsdirektion will nun im April prüfen, wie hingegen der Rückfluss der Beherbergungsabgabe ab November für die Tourismusorte, die TALK zugestimmt haben, aussehen könne. Der Volkswirtschaftsdirektor werde dem Regierungsrat die nötige Anpassung der Tourismusverordnung beantragen.

Heisst das, dass die entsprechenden Tourismusorte wie Kandersteg, Adelboden, Frutigen wie bisher ihr Geld vom Kanton erhalten werden? «Das ist meine Absicht», erklärt Regierungsrat Christoph Ammann. «Noch gibt es keine Rechtsgrundlage dafür, aber die wollen wir schaffen.» In welcher Form der Prozess zur Bildung der Destination weitergehen werde, hätten die Akteure zu ent­scheiden.

Auch für die Lenk sei die Tür nach dem Nein noch nicht zu. Dass das Geld aus Bern aber in Zukunft wieder fliesst, knüpft Ammann an strikte Bedingungen. Eine mögliche Partnerschaft der Lenk mit der nun verkleinerten Tourismusorganisation ist für den SP-Regierungsrat kein Thema. «Es kommt nur ein Beitritt infrage.»

«Diese Mittel stehen uns zu»

Zurzeit erhält Lenk Tourismus nach Angaben Ammanns jährlich rund eine Viertelmillion Franken aus der Beherbergungsabgabe zurück. Und auf dieses Geld will man dort keinesfalls verzichten. «Das sind Mittel, die an der Lenk erwirtschaftet werden. Die stehen uns zu», meint Lenk-Tourismus-Vorstandsmitglied und TALK-Gegner Heinrich Summermatter.

Am Freitag sei eine Sitzung mit Regierungsrat Christoph Ammann geplant, «in der wir unsere Vorstellungen erklären können.» Es gehe darum, eine Struktur zu finden, die den neuen Gegebenheiten gerecht werde. «Wir sind davon überzeugt, dass wir auf Verständnis stossen werden», glaubt Summermatter. Auf das Ergebnis dieser Unterredung am Freitag darf man also gespannt sein.

Berner Oberländer

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