Ringgenberg

Tatatuck: Aufwachsen in freier Natur

Ringgenberg Klettern, Laubhütten bauen, basteln oder kochen: Im Waldkindergarten Tatatuck lernen Kinder selbstständig und kreativ in freier Natur zu spielen und gut miteinander umzugehen.

Kindergärtnerin Marianne Tschan (l.)zeigte am Infonachmittag Eltern mit ihren Kindern den Waldkindergarten Tatatuck.

Kindergärtnerin Marianne Tschan (l.)zeigte am Infonachmittag Eltern mit ihren Kindern den Waldkindergarten Tatatuck.

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«Wir erschaffen uns hier im Wald unsere Welt selbst – ob Hütten und Brücken bauen, kochen mit Schnee oder Waldbäbi aus Holz basteln», erklärt Kindergärtnerin Marianne Tschan. Im nunmehr 14. Jahr leitet sie den Waldkindergarten Tatatuck ob Ringgenberg, der primär nach dem Lehrplan der Rudolf-Steiner-Kindergärten arbeitet und Kindern eine ganzheitliche Entwicklung in freier Natur ermöglicht.

Am Infonachmittag am Freitag nutzten etliche Eltern mit Kindern im Vorschulalter die Gelegenheit, sich vor Ort über die Waldangebote zu informieren. «Meine beiden Kinder sollen durch die Naturelemente geprägt werden», wünscht sich Arjan Carabain aus Basel, der mit seiner Familie demnächst in die Region ziehen will.

Jahreszeiten als Thema

Marianne Tschan zeigte das Zentrum des Waldplatzes mit dem Waldsofa, der Feuerstelle und einem Tipi, wo die Kleinen Mittagsruhe halten können. «Ob Schnee, Regen oder Sonnenschein – wir sind bei jedem Wetter draussen. Die Waldkinder sind sehr resistent gegen Erkältungen», so Tschan. Gemeinsam mit Kindergärtnerin Anuschka Stüdle und Praktikantin Corina Rieder gestaltet Tschan den Alltag der Mädchen und Jungen in freier Natur.

Tschan: «Das Thema für unsere Aktivitäten geben die Jahreszeiten vor, wir feiern zum Beispiel naturnah Frühlings-, Sommer- oder Fasnachtsfeste, und jeden Tag gibt es eine Geschichte.» Man arbeite viel mit Wiederholungen, etwa beim Liedersingen, um ein gutes Fundament und Vertrauen aufzubauen. Ob Theater spielen, am Wasserfall mit Lehm bauen, Expeditionen in die Umgebung oder malen im Bauwagen – es gibt stets etwas zu tun oder Neues zu entdecken.

Selbstständiges Lernen

Derzeit nehmen insgesamt 18 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren das Angebot in Anspruch. «Diese Altersdurch-mischung ist sehr wertvoll für das soziale Lernen der Kinder. Toleranz und Respekt vor den Mitmenschen und der Natur sind uns wichtig», so Tschan, und sie erklärt, auch sogenannt hyperaktive Kinder seien im Wald viel entspannter und profitierten von reichlich Bewegungsraum. Oberste Priorität haben das freie Spielen, die kreative Betätigung und selbstständiges Lernen der Kinder.

Tschan: «Die Mädchen und Jungen lernen etwa, langsam über den unebenen Waldboden zu laufen, um nicht hinzufallen, oder ohne Hilfe auf ein Gerüst zu klettern. Bei diesen Lernprozessen erwerben sie Kompetenzen für ihr ganzes Leben.»


Infos:www.tatatuck.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.02.2016, 16:28 Uhr

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