Tellspiele: Der Nationalheld wird einheimischer

Matten

Die Tellspiele Interlaken starten heuer mit einer gänzlich neuen Inszenierung in die Freilichtsaison. Unter der Regie des Thuners Ueli Bichsel spricht Schillers Tell erstmals Mundart.

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«Ja, ich musste schon etwas umstellen», sagte am Donnerstagabend Stefan Balli vor der Presse. Der Laienschauspieler ist an den Tellspielen in Interlaken heuer zum vierten Mal als Schweizer Nationalheld Tell unterwegs. Umstellen musste Stefan Balli, weil mit der neuen Inszenierung von Friederich Schillers «Wilhelm Tell» auf der Freilichttheaterbühne in Matten ein neuer Wind weht.

Vorbei sind die langen in adligem Hochdeutsch gehalten Texte. «Jetzt kann ich Mundart sprechen, das macht es einfacher», erklärte Stefan Balli. Verantwortlich dafür ist der Thuner Regisseur Ueli Bichsel. Basierend auf Schillers Drama hat Bichsel eine gänzlich neue Inszenierung geschaffen die unter andrem auch von Musik und Gesang begleitet wird.

Ganz nach dem Motto «Tell ein Stück Schweiz.» «Das Freiheitslied wird immer wieder in verschiedenen Variationen ertönen», sagte Ueli Bichsel. «Damit wollen wir auch Emotionen wecken», so der Regisseur weiter. Zudem soll das Lied zum Manifest gegen die Tyrannei werden.

Bichsel kennt den Tell

Regisseur Ueli Bichsel ist in der Theaterszene kein unbekannter. So hat er zum Beispiel als Initiant und Mitbegründer die Thuner Seespiele ins Leben gerufen und in der Region Thun mit den Thuner Schlossspielen und Theater am Tatort Erfolge gefeiert. Sein letztes Stück handelte übrigens auch vom Schweizer Nationalhelden. «Si hei der Wilhälm Täll ufgfüert ...», nach dem Lied des bekannten Liedermachers Mani Matter, wurde im vergangenen Winter in Trubschachen aufgeführt.

Mit der neuen Inszenierung wollen die Tellspiel Interlaken insbesondere Leute aus der Deutschschweiz ansprechen. «Das Zielpublikum hat sich in den vergangenen Jahren völlig verändert», sagte Vereinspräsident Peter Wenger. Und weiter: «Mit der neuen Inszenierung wollen wir ein traditionelles Stück in einer modernen Fassung auf die Bühne bringen.»

Premiere am 21. Juli

Die Proben mit den rund 200 Beteiligten laufen derzeit jedenfalls auch angesichts des Nichtsommerwetters auf Hochtouren. «Wir sind auf Kurs», betonte Peter Wenger. Die Premiere wird am 21. Juli über die Bühne gehen. Bis im September stehen 22 Vorstellungen auf dem Programm.

www.tellspiele.ch

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