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«The Myrrhen» passt nicht ins Bild

Nächste Niederlage für das Hotelprojekt «The Myrrhen»: Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde der Entwickler abgewiesen. Grund: Die geplanten Gebäude seien zu gross.

So sollten die Chalets von «The Myrrhen» aussehen.
So sollten die Chalets von «The Myrrhen» aussehen.
Visualisierung: zvg

Wird das Hotelprojekt «The Myrrhen» realisiert und bringt 76 bewirtschaftete Ferienwohnungen in das kleine Bergdorf? Oder teilt das Verwaltungsgericht die Einschätzung der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, wonach die vier Gebäude wegen ihrer Grösse nicht ins Ortsbild passen? Mehr als ein Jahr haben sich die Richter Zeit gelassen. Nun haben sie ihr Urteil gefällt, und das zugunsten der Gegner des Hotelgrossprojekts in Mürren.

Sabina Kulicka bestätigt stellvertretend für die Beschwerdeführer einen entsprechenden Bericht der Zeitung «Der Bund». «Die Freude ist gross», sagt sie, doch noch sei man vorsichtig: «Das ist erst ein Etappensieg.» Ein Weiterzug ans Bundesgericht sei noch möglich, auch wenn er kaum mehr erfolgversprechend zu sein scheine.

«Einfügungsgebot verletzt»

Hoffnung schöpfen die Gegner von «The Myrrhen» aus der Tatsache, dass das Verwaltungsgericht ebenfalls die Punkte beanstandet habe, «die wir von Anfang an kritisiert haben: zu voluminös, zu hoch, zu nah an der Strasse». Im Urteil des Verwaltungsgerichts, aus dem Sabina Kulicka zitiert, liest sich das so: «Es ergibt sich zusammenfassend, dass das Vorhaben den Zone-mit-Planungspflicht-Vorschriften widerspricht, weil Teile der Sockelgeschosse auf der Parzelle über die Kote von 1633,7 Meter über Meer hinausragen und es das Einfügungsgebot in verschiedener Hinsicht verletzt.»

An dieser Stelle in Mürren sollte das Aparthotel «The Myrrhen» gebaut werden.
An dieser Stelle in Mürren sollte das Aparthotel «The Myrrhen» gebaut werden.
zvg/Martin von Allmen
Das geplante Apartmenthotel, von der Dorfstrasse aus gesehen, besteht aus vier neuen Bauten und dem bestehenden Postgebäude (4. von links).
Das geplante Apartmenthotel, von der Dorfstrasse aus gesehen, besteht aus vier neuen Bauten und dem bestehenden Postgebäude (4. von links).
zvg
Sie waren die Initianten: Verwaltungsratspräsident Peter Feuz und  Direktor Christoph Egger von der Schilthornbahn AG.
Sie waren die Initianten: Verwaltungsratspräsident Peter Feuz und Direktor Christoph Egger von der Schilthornbahn AG.
Ueli Flück
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Das Verwaltungsgericht stützt sich insbesondere auf den Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE). Die hatte im Januar 2017 die durch das Regierungsstatthalteramt erteilte Baubewilligung gekippt und war den Einwänden der 13 Beschwerdeführer und 529 Mitunterzeichner gefolgt, die den Charme des Ferienortes durch die «Jumbo-Chalets» gefährdet sahen.

Wie das Verwaltungsgericht festhält, habe die BVE die Baubewilligung dabei aus ästhetischen Gründen verweigert. Die BVE wiederum stützte ihren Entscheid auf einen Bericht der Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK): «Die vier geplanten Mehrfamilienhäuser wiesen grössere Volumen auf als die denkmalgeschützte alte Post und höben sich hinsichtlich Proportionen deutlich von den unmittelbar umliegenden Häusern ab. Die grossen Grundflächen führten zu verhältnismässig langen und hohen Giebelfassaden. Von einer ortstypischen Massstäblichkeit könne nicht die Rede sein.»

Weiter ans Bundesgericht?

Dass die Direktion sich auf den Kommissionsbericht berufen hat, sei aus Sicht des Verwaltungsgerichts zu Recht erfolgt: «Der Beizug der OLK drängte sich im Übrigen geradezu auf, da sie als für die Ästhetik zuständige kantonale Fachstelle bereits ins Wettbewerbsverfahren hätte einbezogen werden müssen, was aus unerfindlichen Gründen unterblieben ist.» Und weiter schreibt das Gericht, dass das in der Zone mit Planungspflicht festgelegte Nutzungsmass aus ästhetischen Gründen grundsätzlich zwar nicht eingeschränkt werden dürfe. «Das bedeutet aber nicht, dass ein mit gewichtigen ästhetischen Mängeln behaftetes Projekt bewilligt werden muss.»

Verhaltene Freude aufseiten der Gegner von «The Myrrhen». Und auf der Seite der Entwicklergemeinschaft des Hotelprojekts, zu der die Schilthornbahn AG, die Steiner AG und die MHBD Swiss Resorts Development und Management gehören, gibt es bislang nur zögerliche Reaktionen. Im «Bund» wird die Steiner AG zitiert, die das Urteil mit Bedauern zur Kenntnis nehme. Der Entscheid werde nun vertieft analysiert, weshalb man sich zum weiteren Vorgehen erst später äussern werde.

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