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Tierquäler vor Gericht

Zwei Personen erhielten von der regionalen Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen Tierquälerei. Weil sie dagegen Einsprache erhoben, kam es zur Hauptverhandlung am Regionalgericht in Thun.

Ein Paar kümmerte sich zuwenig um seine Hunde und Katzen (Symbolbild).
Ein Paar kümmerte sich zuwenig um seine Hunde und Katzen (Symbolbild).
Colourbox

Einem 42-jährigen Schweizer und einer 37-jährigen Schweizerin aus dem östlichen Berner Oberland flatterten im Dezember des letzten Jahres Strafbefehle der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, ins Haus.

Die Straftatbestände lauteten auf Tierquälerei, Übertretungen gegen die Tierseuchenverordnung und gegen das Hunde­gesetz. Bei der Frau gesellte sich Übertretung gegen die Tierschutzgesetzgebung hinzu.

Sie wurden unter anderem zu Geldstrafen, Bussen und zur Bezahlung von Gebühren verurteilt. So hätte die Frau 8100 Franken und der Mann 1600 Franken hinblättern müssen. Die beiden, die in einer Partnerschaft leben, akzeptierten das Verdikt nicht, sodass es am Mittwoch zur Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Oberland in Thun kam.

«Sie können die Einsprachen noch zurückziehen», sagte Gerichtspräsidentin Eveline Salzmann am Verhandlungsbeginn zu den Beschuldigten. Falls sie weiterfahren möchten, käme die Sache bei einem allfälligen Schuldspruch teurer zu stehen, gab sie zu verstehen. Das Paar lehnte das Angebot jedoch ab.

Zahlreiche Vorwürfe

Die Sachverhalte: Beiden Beschuldigten wird die Vernachlässigung ihrer Hunde und Katzen vorgeworfen, indem sie es unterliessen, die Gehege beziehungsweise die Unterkünfte der Tiere rein zu halten.

Ferner entsprachen diese nicht den Mindestanforderungen betreffend Grösse und Ausstattung und waren stark mit Kot verschmutzt. Die Delikte wurden teilweise mehrfach begangen. Beide haben es auch unterlassen, ihre Hunde bei der dafür vorgesehenen zentralen Datenbank zu melden und den Sachkundeausweis als Hundehalter innerhalb eines Jahres nach deren Erwerb zu verlangen.

Im Weiteren soll eine Hündin der Beschuldigten sechs Kaninchen einer Nachbarin getötet haben. Damit hat sie es unterlassen, die nötigen Vorkehrungen zu treffen, damit ihre Hunde keine anderen Tiere und Menschen gefährden. Sie bezweifelte, dass das ihre Hündin gewesen sei.

Die als Privatklägerin aufge­tretene Geschädigte forderte eine Vergütung von 400 Franken. Hinzu kam, dass das Terrarium einer Schlange nicht den Bedürfnissen des Tieres entsprach.

Erklärten sich als unschuldig

Die befragten zwei Zeuginnen und ein Zeuge bestätigten weitgehend die im Strafbefehl enthaltenen Sachverhalte. Bei diesen handelte es sich um einen Polizisten und zwei Mitarbeiterinnen des Veterinärdienstes. Diese sind zu wiederholten Malen im Do­mizil der Beschuldigten aufgekreuzt, wobei sie sich von den Missständen überzeugen konnten.

Demgegenüber erklärten sich die Beschuldigten als unschuldig und beantragten Freispruch in allen Anklagepunkten. Sie waren ohne Verteidiger vor Gericht erschienen. Angesichts des Sachverhalts sei ein amtlicher Verteidiger nicht gegeben, erklärte die Gerichtspräsidentin. Das Urteil wird am Mittwoch, 5. Juli, verkündet.

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