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Töffraser zu 12 Monaten verurteilt

Ein Töfffahrer wurde bereits 2013 an der Sustenpassstrasse geblitzt. Er war 66 Stundenkilometer zu schnell unterwegs. Erst jetzt wurde er in Thun zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 12 Monaten verurteilt.

Mit 146 km/h fuhr eine Töfffahrer bei Gadmen über die Sustenpassstrasse. Er wurde zu 12 Monaten auf Bewährung verurteilt. (Symbolbild)
Mit 146 km/h fuhr eine Töfffahrer bei Gadmen über die Sustenpassstrasse. Er wurde zu 12 Monaten auf Bewährung verurteilt. (Symbolbild)

Am 17. August 2013 wurde an der Sustenpassstrasse oberhalb von Gadmen eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt. Dabei wurde ein Motorradfahrer aus Italien mit einer Geschwindigkeit von 146 Stundenkilometern geblitzt. Zieht man davon 6 Stundenkilometer ab wegen allfälliger Messungenauigkeit, so fuhr er immer noch mit 140 Stunden­kilometern ausserorts, wo nur 80 Stundenkilometer erlaubt sind.

Aufgrund der Kontrollschilder konnte der Motorradfahrer in Italien gefunden werden. Er war damals 40 Jahre alt. Damit gegen den Mann ein Verfahren geführt werden konnte, war ein Rechtshilfeverfahren nötig. Darum benötigte der Fall mehr Zeit als üblich. Der Mann wurde in Italien befragt, wo er bestätigte, gefahren zu sein. Er bestritt auch nicht, dass er die Geschwindigkeits­limiten überschritten hatte.

«Wäre er nur 59 Stundenkilometer zu schnell gewesen, nicht wie jetzt 60, dann hätte er eine wesentlich tiefere Strafe erhalten.»

Die Verteidigerin

Deshalb wurde er vom Staatsanwalt wegen qualifizierter grober Verkehrsregelverletzung angeklagt. Für dieses Vergehen beträgt die Mindeststrafe ein Jahr. Der Staatsanwalt beantragte, den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten auf Bewährung zu verurteilen, da der Mann nicht vorbestraft ist und seither auch nicht straffällig wurde.

Termin verpasst

Eine erste Gerichtsverhandlung wurde Anfang Oktober 2017 an­gesetzt. Der Mann erschien jedoch nicht, und die Verhandlung fand nicht statt. Am Montag nun war der zweite Termin vor der Einzelrichterin. Wiederum erschien der Italiener nicht, jedoch war seine Verteidigerin anwesend. Deshalb fand die Verhandlung trotzdem statt.

Die Verteidigerin fand die vom Staatsanwalt geforderte Strafe angemessen, entspricht sie doch der Mindeststrafe. Sie hielt fest: «Wäre er nur 59 Stundenkilometer zu schnell gewesen, nicht wie jetzt 60, dann hätte er eine wesentlich tiefere Strafe erhalten.»

Urteil wie Antrag

Gerichtspräsidentin Natalie Fritz verurteilte den Mann zu der Strafe, die sowohl der Staatsanwalt wie auch die Verteidigerin gefordert hatten. So wurde der Italiener in Abwesenheit wegen qualifizierter grober Verkehrs­regelverletzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt und zur Übernahme der Verfahrenskosten.

Diese betragen 2160 Franken. Auch die Kosten für die Verteidigung muss der Verurteilte bezahlen. Allerdings übernimmt der Kanton ­diese Kosten und bezahlt das Honorar. Der Italiener muss den Betrag dem Kanton Bern zurückerstatten.

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