An die Tür geklopft – und ein Messer gezückt

Ringgenberg

In Ringgenberg wurde am Mittwochmittag ein Hausbewohner von zwei Tätern bedroht und ausgeraubt. Das Opfer wurde leicht verletzt, die Räuber konnten fliehen.

Im Erdgeschoss dieses Hauses an der Brunnengasse übten die beiden Täter den Raubüberfall auf den Bewohner aus.

Im Erdgeschoss dieses Hauses an der Brunnengasse übten die beiden Täter den Raubüberfall auf den Bewohner aus.

(Bild: Bruno Petroni)

Ein Verbrechen reisst ein romantisches Oberländer Dorf am Ufer des Brienzersees aus der fried­lichen Herbstromantik heraus: Kurz vor 12 Uhr am Mittwochmittag erreichte ein Überfallalarm die Kantonspolizei. Gemäss ersten Erkenntnissen hatten an der Brunnengasse in Ringgenberg im Erdgeschoss eines älteren Wohnhauses zwei Männer an eine Wohnungstür geklopft. Als der Bewohner die Tür öffnete, bedrängten ihn die beiden und bedrohten ihn mit einem Messer.

«Polizei war sehr schnell da»

Die Räuber forderten Bargeld und Wertsachen. Laut der gemeinsamen Medienmitteilung der regionalen Staatsanwaltschaft und der Kantonspolizei Bern gelang dem Opfer schliesslich die Flucht, worauf es bei Nachbarn die Polizei Bern alarmieren konnte. «Diese ist enorm schnell hier eingetroffen – innert weniger Minuten», erzählt eine Nachbarin gegenüber dieser Zeitung.

Der Mann wurde beim Überfall leicht verletzt, benötigte jedoch keine medizinische Behandlung. Die Täter flüchteten derweil mit Beute zu Fuss über die Brunngasse in unbekannte Richtung. Trotz umgehend eingeleiteten Suchmassnahmen konnten die Männer bisher nicht gefunden werden. Eine Nachbarin sah die beiden Verbrecher nach ihrem Beutezug noch rechts um die Hecke davonsprinten, konnte aber nicht er­kennen, in welche Richtung sie sich schliesslich davonmachten.

Klare Signalemente

Die unbekannten Männer, welche beide gebrochen Schweizerdeutsch sprachen, werden wie folgt beschrieben: Der erste Täter ist rund 170 Zentimeter gross, von stämmiger Statur und zwischen 25 und 35 Jahre alt. Er hat schwarze, kurze Haare, ein rundliches Gesicht, einen schwarzen Oberlippenbart sowie einen Dreitagebart am Kinn. Zum Tatzeitpunkt trug er verwaschene helle Jeans, eine schwarze Softshelljacke sowie eine schwarze Baseballmütze.

Der zweite Flüchtige ist etwa 180 Zentimeter gross, gegen 25 Jahre alt und von schlanker Statur. Er hat dunkelblonde Haare und markante Wangenknochen. Zum Tatzeitpunkt trug er Jeans und eine schwarze Softshelljacke mit Kapuze.

Die Kantonspolizei Bern sucht Zeugen, die Angaben zu den Tätern machen können oder Beobachtungen gemacht haben.

«Die Ermittlungen laufen»

Näheres über die Beute der Täter gibt die Kantonspolizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Auch geht Kapo-Mediensprecher Christoph Gnägi nicht auf die Aussage von Quartieranwohnern ein, wonach «am Ganzen etwas faul» und «der Überfall womöglich inszeniert worden sein könnte. Wer überfällt schon jemanden in einer derart unscheinbaren Wohnung, die nicht mal eine Klingel hat», zweifelt ein nicht namentlich genannt sein wollender Ringgenberger an der Überfallthese.

Christoph Gnägi dazu: «Wir nehmen den Vorfall ernst; die Ermittlungen zur Klärung der Tat sind im Gang.» Auf Anfrage hat die Kantonspolizei auch keine Hinweise auf ähnliche Vorkommnisse in letzter Zeit. Trotzdem ist beim Öffnen der Haus- oder Wohnungstüre gegenüber Unbekannten Vorsicht ge­boten.

bpm/pkb

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