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Umweltsünderin ins Gewissen geredet

Eine Frau aus dem Kandertal erhielt einen Strafbefehl, weil sie Schlagabraum verbrannt hat. Sie erhob dagegen Einsprache, zog diese aber nach einem Gespräch mit der Gerichtspräsidentin zurück.

Weil sie Schlagabraum verbrannt hat, stand am Mittwoch eine Frau aus dem Kandertal vor Gericht.
Weil sie Schlagabraum verbrannt hat, stand am Mittwoch eine Frau aus dem Kandertal vor Gericht.
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Gerichtspräsidentin Natalie Fritz hatte sich informiert. Sie gab der Frau aus dem Kandertal, die einen Strafbefehl angefochten hatte, eine Kopie des Merkblatts, das die kantonalen Fachstellen zum Thema Schlagabraum unter dem Titel «Mottfeuer schaden der Umwelt» herausgegeben haben.

Ein Satz daraus: «Es entstehen das giftige Kohlenmonoxydgas und organische Verbindungen mit teils krebserregender Wirkung. Zudem produziert ein grösseres Mottfeuer in sechs Stunden gleich viel Russ und Rauchpartikel wie 250 Autobusse an einem Tag.»

Andere verbrennen ungebüsst

Es muss sich um ein grösseres Mottfeuer gehandelt haben, das im Mai viel Rauch entwickelte, gespeist von Tannenabraum. Der Abraum musste weg, weil die Weidezeit anstand. Am Rande erwähnt wurde, dass auch die Feuerwehr im Spiel gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft hat im August eine Busse von 250 Franken wegen Verstosses gegen die Umweltgesetzgebung ausgesprochen.

Die Frau erhob dagegen Einsprache. Ihr ging es auch um Rechtsgleichheit, denn sie sah, wie ähnliche Mottfeuer brannten und rauchten, ohne dass jemand einschritt. Die Gerichtspräsidentin wies darauf hin, dass man auch im Strassenverkehr nicht immer eine Busse bekommt, wenn man sich nicht ganz an die Regeln hält.

Sie riet zum Rückzug der Beschwerde, auch um der Frau, die das Gerichtsverfahren sichtlich belastete, weitere Kosten zu ersparen. Die Richterin wies zudem darauf hin, dass es möglich ist, mit einer Voranfrage bei der Waldabteilung eine Lösung zu finden und eventuell eine Ausnahmebewilligung zu er­halten.

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