Interlaken

Und wieder drehte es sich um den Schlauch

InterlakenSoll das Fahrverbot im Höheweg-Abschnitt Schlauch beibehalten oder aufgehoben werden? Insbesondere dieser Frage widmete sich die Podiumsdiskussion zur Verkehrsinitiative vom Montagabend. Neue Infos gabs fast keine.

<b>Der Schlauch</b> aus ungewöhnlicher Fotoperspektive – aber immer noch ohne Privatverkehr, was die Verkehrsinitiative ändern will.

Der Schlauch aus ungewöhnlicher Fotoperspektive – aber immer noch ohne Privatverkehr, was die Verkehrsinitiative ändern will. Bild: Bruno Petroni

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Olympisch gesehen hätte es nach Pflicht und Kür das Schaulaufen werden können. Denn mit dem Podium vom Montagabend im Grand Hotel Victoria-Jungfrau endete ein langer und heftiger «Wettkampf» um die Stimmen für und gegen die Verkehrsinitiative Interlaken. Das Stimmmaterial lag bereits in den Briefkästen, die Meinungen sind grösstenteils schon gemacht, die Flut der Leserbriefe nimmt ab.

So gings den Befürwortern und Gegnern nun ein letztes Mal darum, ihre Argumente ins rechte Licht zu rücken.Das Wortduell zwischen Fredi Daumüller und Bruno Reinle vom Initiativkomitee und David Bühler und Matteo Martinelli vom Kontra-Komitee lockte noch knapp sechzig Zuhörer an.

Sie erlebten zunächst einen rhetorisch munteren Schlagabtausch, der nach einer halben Stunde durch Publikumsfragen abgelöst wurde. Und nach einer weiteren halben Stunde eröffnete Gesprächsleiter Yves Brechbühl, Chefredaktor der «Jungfrau-Zeitung», bereits die Schlussrunde.

Bekanntes Argumentarium

Hat sich das vierjährige Fahrverbot im Schlauch, dem Höheweg-Abschnitt zwischen Postplatz und Harderstrasse, bewährt? Würde eine Aufhebung ein Chaos sowohl im Schlauch als auch in den Wohnquartieren auslösen? Genügt das 20-jährige Verkehrskonzept Crossbow den künftigen Anforderungen nicht mehr? Wohin mit den Reisecars? Warum gibt es im Dorfzentrum je länger, je weniger einheimische Geschäfte?

Über diese und weitere Fragen herrschte – wie zu erwarten – auch an diesem Abend keine Einigkeit, und von beiden Seiten wurden altbekannte Argumente repetiert. Die Diskussion drehte sich meistens um den Schlauch – und oft im Kreis. Zudem betonte Gemeindepräsident Urs Graf, man arbeite «mit Hochdruck» an weiteren Verkehrsmassnahmen.

Hinweis auf den Duden

Immerhin: Zu zwei Aspekten gabs dann doch noch neue Antworten. Bruno Reinle parierte den Vorwurf, der Initiativtext lasse auf Bahnhofstrasse und Höheweg keinen Einbahnverkehr zu, mit dem Hinweis auf den Duden.

Demnach bedeute die Formulierung «durchgehend befahrbar» keineswegs, dass die Strasse in beide Richtungen ständig geöffnet sein müsse. Ausserdem stellte ein Zuhörer fest, dass gemäss ­Abstimmungsbotschaft die Initiative als «einfache Anregung ausgestattet ist» – und er somit unsicher sei, ob die Vorlage bei einem Ja überhaupt umgesetzt würde.

Urs Graf versicherte aber, dass die Behörden den demokratischen Willen «selbstverständlich möglichst rasch umsetzen würden».

«Die Arbeit in der Kommission hat bewiesen, dass der heutige Verkehrsrichtplan Crossbow nicht veraltet ist.»David Bühler, Kontra-Komitee

«Crossbow versprach für den Verkehr ein Leitsystem – aber das haben wir bis heute noch nicht erhalten.»Fredi Daumüller, Pro-Komitee

«Eine Öffnung vom Schlauch würde die anliegenden Quartiere vom Verkehr entlasten, das ist doch logisch.»Bruno Reinle, Pro-Komitee

«Das Lädelisterben im Zentrum gibts in der ganzen Schweiz und hat überhaupt nichts mit dem Verkehr zu tun.»Matteo Martinelli, Kontra-Komitee

(Berner Oberländer)

Erstellt: 13.02.2018, 14:50 Uhr

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