«Unsere Gemeinde ist uns viel wert»

Spiez

Die SP, die in acht Jahren vier GGR-Sitze einbüsste und heute noch über sieben Mandate verfügt, will wieder zulegen. Zudem soll mit Gemeinderätin Ursula Zybach das Präsidium in Reihen der Genossen gehalten werden.

Die SP hatte bei den letzten Wahlen einen schweren Stand; 2008 ging ein Sitz im Gemeinderat (an die SVP) sowie deren drei im Parlament verloren, 2012 büsste man ein weiteres GGR-Mandat ein. Was führen die Genossen am 6. November im Schilde?Samuel Schär:Ich bin zuversichtlich, dass die Wählerinnen und Wähler unsere klare Positionierung und Transparenz honorieren werden. Unsere Ziele für die bevorstehenden Wahlen: mit Ursula Zybach das Gemeindepräsidium verteidigen und unsere Wähleranteile steigern.

Die Gross- und Gemeinderätin soll das Präsidium Ihres abtretenden Franz Arnold sichern. Weshalb wird sie und keiner der vier Gegenkandidaten genügend Stimmen holen?Weil sie die am besten qualifizierte Kandidatin für diesen Job ist! Ursula Zybach ist mit der Gemeinde Spiez ebenso wie mit der Politik seit ihrer Kindheit fest verbunden. Sie war viele Jahre im GGR und hat diesen 2009 präsidiert. Seit fünf Jahren ist sie als ­Gemeinderätin für die Finanzen zuständig. Dadurch hat sie die politischen und administrativen Abläufe in der Gemeinde eingehend kennen gelernt und ist mit sämtlichen Geschäften bestens vertraut. Ihre Führungserfahrung sowie das von ihr gelebte Prinzip «Kompromisse statt Konfrontation» heben sie klar von den anderen Kandidierenden ab. Zudem kann sie sich durch ihr Grossratsmandat für gute Rahmenbedingungen in unserer Gemeinde einsetzen.

Welche Erfolge der SP hat Spiez in den letzten vier Jahren im Besonderen weitergebracht?Die SP hat sich mit einer gradlinigen und seriösen Konsenspolitik auf allen Ebenen dafür eingesetzt, dass Spiez nicht stehen bleibt. Verschiedene (bürgerliche) Entscheide im Grossen Rat bewirkten, dass unsere Gemeinde jährlich rund 1,5 Millionen Franken zusätzlich an den Kanton abliefern muss; dies schmälert den finanziellen Spielraum von Spiez enorm. Nicht zuletzt deshalb werte ich den Neubau Bibliothek/Ludothek und die Umgestaltung Bucht als grosse Erfolge – sowohl für die Gemeinde als auch für unsere Partei, die beide Vorhaben vehement unterstützt hat.

Was ist den Sozialdemokraten im Gegenzug nicht gelungen?Auf die Ortsplanungsrevision sind wir nicht besonders stolz. Es ist uns leider nicht gelungen, darin Grundlagen für ein attraktives Ortszentrum Spiez sowie für bezahlbares Wohnen für alle zu verankern. Die SP-Vorschläge ­dazu sind bereits in den vorberatenden Gremien von den bürgerlichen Kräften abgeschossen worden. Dies hat uns dann auch bewogen, die Wohninitiative zu starten – über diese entscheidet nun das Volk am 27. November.

Wofür wird in Spiez zu viel Geld ausgegeben?Etwa bei den Blumen in der Bucht oder in den Kreiseln? Sicher nicht! Wenn wir am falschen Ort sparen, ist dies kontraproduktiv. Unsere Gemeinde ist uns viel wert – sie darf deshalb auch etwas kosten: Dies ist unsere Haltung. Will Spiez eine attraktive Wohngemeinde bleiben, kann auf die angebotenen Dienstleistungen nicht verzichtet werden.

Und wo spart man zu Unrecht?Insbesondere bei der Sicherheit für die schwächsten Verkehrs­teilnehmer: Das Angebot für Velofahrende ist ein Flickwerk, das zahlreiche gefährliche Stellen aufweist. Die SP fordert die Umsetzung einer durchgehenden sicheren Fussgänger- und Veloverbindung von allen Bäuerten ins Ortszentrum und insbesondere zum Schulhaus Längenstein.

Wo ist Spiez bereits Klassenbester – und wo muss es nachsitzen?Klassenbester: Spiez hat «die schönste Bucht Europas» – sie ist das Aushängeschild unserer Gemeinde und deshalb enorm wichtig sowohl für unsere Bevölkerung als auch für den Tourismus. Nicht zuletzt wegen hartnäckiger SP-Politiker wurde sie zu dem, was sie heute ist. Nachsitzen: ein attraktives Ortszentrum für alle – ein Ziel, das von der SP schon seit Jahren verfolgt wird, dessen Realisierung jedoch meilenweit entfernt scheint. Bezahlbares Wohnen für alle – ein dringendes Bedürfnis, weil nur eine gute Durchmischung der Generationen und aller Bevölkerungsschichten die Zukunft und die Lebendigkeit unserer schönen Gemeinde sichert.

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