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Unspunnen startet auf Höhematte durch

In einem Monat ist es so weit: Das Unspunnenfest startet mit dem Tag der ­Jugend und einer Eröffnungsfeier. Neun Tage lang steht die Höhematte im Zeichen des Schweizer Brauchtums.

Präsident Ueli Bettler (links) und Vize Walter Dietrich machen sich stark für das Brauchtumsfest Unspunnen. Im Hintergrund ein Ausschnitt mit Trachtenleuten aus dem Monumentalbild «Schwingfest auf dem Hasliberg» des Genfers Charles Giron.
Präsident Ueli Bettler (links) und Vize Walter Dietrich machen sich stark für das Brauchtumsfest Unspunnen. Im Hintergrund ein Ausschnitt mit Trachtenleuten aus dem Monumentalbild «Schwingfest auf dem Hasliberg» des Genfers Charles Giron.
Anne-Marie Günter

Einen passenden Hintergrund für Ueli Bettler, Präsident des Unspunnenfests 2017? Da gibts doch im Hotel Giessbach ein riesiges Trachten- und Schwingerbild des Genfers Charles Giron, der auch das Vierwaldstättersee-Monumentalwerk im Nationalratssaal geschaffen hat.

Bettler, selber Künstler, ist vom Werk beeindruckt.«Unspunnen ist es aber nicht», stellt er klar. Entstanden ist es zwar 1905, als das dritte Unspunnenfest stattfand, aber es zeigt ein Schwingfest auf dem Hasliberg. Mit schönen Trachten und schönen Menschen.

Das Fest wird gross

Ueli Bettler und Vizepräsident Walter Dietrich sprechen beim Bild, bei dem manchmal Ziviltrauungen stattfinden, über Unspunnen 2017. In Superlativen. Das Fest wird gross.

Auch wenn die Unspunnenmatte, die Bergwiese unter der Burgruine, auf den Bildern von 1805 riesig erscheint, die Siedlungsentwicklung hat den Festort zu eng und zu klein gemacht. Das ganze Unspunnenfest zieht nach 212 Jahren auf die Höhematte um. Die Idee, am Ursprungsort eine entsprechende Theateraufführung zu organisieren, wurde unter anderem aus finanziellen Gründen fallen gelassen.

3300-plätziges Festzelt

Die Höhematte wird zum Standort eines grossen Brauchtumsfestivals. Mit einem 3300-plätzigen Festzelt namens Edelweiss, mit dem privaten Unterhaltungszelt Das Zelt, mit einem 71 mal 71 Meter grossen Festplatz, der von Tribünen mit insgesamt 15'000 Sitzplätzen gesäumt ist. Der Schweizer Platz verspricht so einiges.

Kulinarisch setzt man auf Schweizer Spezialitäten, sei dies mit regionalen Köstlichkeiten in den Regionenzelten oder weiteren Angeboten an den verschiedenen Verpflegungsständen. Im Zentrum steht zudem eine Bühne, die rege mit verschiedenen Formationen bespielt wird.

Von Freitag bis Sonntag säumen dann weitere rund zwanzig Stände die Höhepromenade, den sogenannten Unspunnenweg, wo einer ­kulinarischen Weltreise dann nichts mehr im Wege steht.

Jeden Wochentag ein Thema

Walter Dietrich zählt alles auf, was die Unspunnen-Woche bietet: Zwölf Brauchtumsverbände sind Festträger, und es steht an jedem Wochentag ein Thema im Vordergrund: Diese lauten Alphirten und Landfrauen, Steinstossen, Schiessen und Hornussen, Alphorn und Fahnenschwingen, Volksmusik und Chorsingen, Trachten und Jodeln.

700 Schulkinder sind angemeldet, die am von Erziehungsdirektor Bernhard Pulver unterstützten Schulprojekt teilnehmen, inklusive Crashkurs im Jodeln, Schwingen, Fahnenschwingen.

«Doch gewisse Belastung»

Die wichtigsten Sachen sind organisiert, das neuartige Outfit für die Ehrendamen ist kreiert. Am 2. August beginnt der Aufbau. «Unsere Aufgabe bedeutet doch eine gewisse Belastung», sagt Bettler.

Das Fest ist ein 5-Millionen-Franken-Unternehmen. Die beiden nehmen die Verantwortung bis ins Detail wahr und verkaufen persönlich Festabzeichen. Diese haben einen Mehrwert: Der öffentliche Verkehr auf dem Bödeli ist für ihre Träger ­gratis.

Kein Symbolwert für etwas

Am Sonntag oder am Dienstag? Ueli Bettler hofft insgeheim, dass der Unspunnenstein nach Interlaken zurückgebracht wird. Er wurde – unfreiwillig – zum effektivsten Marketinginstrument der Unspunnenfeste.

Und jetzt, wo Moutier zum Kanton Jura wechselt, hat er eigentlich keinen Symbolwert für etwas, das die Béliers aus dem Jura dem Berner Bären abluchsen wollen. Gestossen würde der Stein mit den Europa-Sternen nicht mehr, aber er gehört irgendwie zur Schweizer und zur Unspunnen-Geschichte.

Es gibt noch Tickets

Ausverkauft ist das Unspunnenfest (ohne das Schwingfest, das von einem andern OK organisiert wird) nicht. Es gibt zu relativ günstigen Preisen noch Tickets für die verschiedenen Grossanlässe, wie zum Beispiel die Festaufführung am 3. September.

Unter der Leitung von Urs Nufer, der in Sachen Musik von Christoph Walter unterstützt wird. Das Thema ist die Entwicklung der Unspunnenfeste. Stolz ist Bettler, dass sich beim Festumzug am Morgen alle Kantone der Schweiz vorstellen.

Und etwas auch, dass die meisten Kantonsregierungen bei den Ehrengästen vertreten sind. Zu spüren ist, dass die beiden sich sehr aufs Fest freuen. Und dazu gehört auch, dass die Patrouille Suisse mit dem PC-Team und der Kunstflugstaffel zu hören und zu sehen sein wird.

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