Velos statt Haushaltswaren

Meiringen

Nach 145 Jahren schloss das Eisen- und Haushaltwarengeschäft A. Michel AG seine Pforten an der Rudenz 5 für immer. Glück für den Nachbarn Markus Wiedemeier, der für sein Velogeschäft perfekte Verkaufsräume gefunden hat.

Ursula und Pierre Sala-Glatthard heissen Zweiradspezialist Markus Wiedemeier (rechts) herzlich willkommen.<p class='credit'>(Bild: Beat Jordi)</p>

Ursula und Pierre Sala-Glatthard heissen Zweiradspezialist Markus Wiedemeier (rechts) herzlich willkommen.

(Bild: Beat Jordi)

Die Geschichte der Traditions­firma Michel Eisenwaren und Haushaltartikel führt zurück ins Jahr 1871, als der Brienzer Peter Grossmann mit seiner Frau Barbara eine Eisenwarenhandlung mit Spenglerei eröffneten. Da fünf Generationen später kein geeigneter Nachfolger zur Verfügung stand, entschlossen sich die im Pensionsalter stehenden Eigentümer und Geschäftsführer Ursula und Pierre Sala-Glatthard Ende letzten Jahres zur Liquidation.

Verändertes Kundenverhalten

Nebst der fehlenden Nachfolge führte Ursula Sala einen zweiten Grund für die Geschäftsschliessung an: «Das Eisen- und ­Haushaltwarengeschäft in der traditionellen Form ist ein Auslaufmodell – unser Geschäft verlagerte sich mehr und mehr ins Internet, zu den Baumärkten oder den Discountern», erklärte sie im Gespräch. Ganz anders beim Velo- und Motorradspezialisten Markus Wiedemeier.

«Vor allem im hochpreisigen Segment sind Auswahl und Beratung das A und O», ist Wiedemeier überzeugt. Mit dem Einzug der Velosparte in die Räume des Eisen- und Haushaltwarenlokals sprechen beide Geschäftsinhaber von einer Win-win-Situation. Dass die beiden Geschäfte seit Jahrzehnten Nachbarn sind und freundschaftliche Beziehungen die Familien verbinden, half sicher beim Entscheid mit.

Das Velo- und Motorradgeschäft an der Rudenz 11 besteht schon seit 1942, damals noch von Fritz Wiedmer geführt. 1959 übernahm Edwin Wiedemeier von seinem Chef Wiedmer das Geschäft und baute dieses mit der Übernahme der Landmaschinenvertretung Rapid zügig aus. Ab 1989 führte sein Sohn Peter mit seiner Frau Dora das Gewerbe als P. Wiedemeier AG weiter und verstärkte den Motorradsektor.

Heute leitet sein Sohn Markus in dritter Generation die Aktiengesellschaft und hat neue Ideen. Das Landmaschinengeschäft wurde vor allem aus räumlichen Gründen aufgegeben. Dafür stehen rund 200 Velos zum Verkauf in den Ständern. Trendige Citybikes, kräftige E-Bikes, Rennvelos oder Hightechmountain­bikes sind in allen Preislagen zu finden.

Wiedemeier hat sich zum Ziel gesetzt, die Velosparte von der motorisierten Abteilung räumlich zu trennen. Im neuen Lokal, das am 8. und 9. April eröffnet werden soll, werden die Velo- respektive Bikekunden alles finden, von der Bekleidung bis zum Ersatzschlauch. Dies in grosszügigen und hellen Verkaufsräumen.

Berner Oberländer

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