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Verkauf der Sommerau für eine Million?

Am Donnerstag, 24. Oktober, entscheidet die Gemeindeversammlung Boltigen über den Antrag des Gemeinderats, den Landwirtschaftsbetrieb an die Meistbietenden Nicole und Daniel Eschler zu verkaufen.

Wird der Landwirtschaftsbetrieb Sommerau an die Meistbietenden für eine Million Franken verkauft? Foto: Fritz Leuzinger
Wird der Landwirtschaftsbetrieb Sommerau an die Meistbietenden für eine Million Franken verkauft? Foto: Fritz Leuzinger

Fährt der Landwirtschaftsbetrieb Sommerau nun endgültig in sichere (politische) Gewässer? Der Gemeinderat Boltigen schlägt der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom kommenden Donnerstag vor, die Grundstücke «Summerau» und «Untere Schüpfebode» an Nicole und Daniel Eschler als Meistbietende zum Preis von einer Million Franken zu verkaufen. Ein Verkauf und keine Pacht mehr, weil die Sommerau in letzter Zeit für einigen politischen Wirbel gesorgt hatte.

Hickhack um Pacht – dann kam der Verzicht

Als der langjährige Pächter die Sommerau verliess, bestimmte der Gemeinderat einen neuen Pächter; dieser Entscheid wurde aber angefochten und das Vergabeverfahren vom Verwaltungsgericht bemängelt, sodass der Gemeinderat nochmals über die Bücher musste. Nun aber hatte der vorgesehene Pächter genug vom Wirbel und verzichtete auf die Übernahme der Pacht.

Grosses Interesse an Kauf mit 20 Dokumentationen

An der Gemeindeversammlung von Ende Mai wurde der Gemeinderat beauftragt, Massnahmen für einen Verkauf des Pachtbetriebs einzuleiten. Martin Jutzeler vom Inforama Hondrich wurde dabei mit der Vorbereitung des Ausschreibungs- und Vergabeverfahrens beauftragt. Insgesamt wurden 20 Verkaufsdokumentationen abgegeben; bis Ende August gingen acht Angebote ein. Zwei Bewerber zogen schliesslich ihre Offerte zurück.

«Der Verkauf ist für die Gemeinde hochwillkommen.»

Albert Wampfler, Gemeindepräsident von Boltigen

In den Unterlagen zur Boltiger Gemeindeversammlung sind die Bewerber mit familiärem Hintergrund, Ausbildung, Bewirtschaftungskonzept und Offerte transparent aufgelistet. Die tiefste Offerte liegt bei 600'000 Franken, die höchste bei 1 Million Franken. Die zwei besten finanziellen Offerten (Unterschied 50'000 Franken) unterscheiden sich aber auch im Bewirtschaftungskonzept: Der eine setzt vor allem auf Sömmerung, während der mit der besten Offerte einen Ganzjahresbetrieb nach den Richtlinien von Bio Suisse vorsieht.

Gemeinde kann Million des Meistbietenden gut brauchen

Gemeindepräsident Albert Wampfler, der die Versammlung am 24. Oktober leiten wird, ist optimistisch, dass der Antrag des Gemeinderats von den Stimmberechtigten genehmigt wird. «Wir haben offen kommuniziert und alle Angaben der Interessenten mit deren Einverständnis publiziert.» Die Million des Meistbietenden kann die Gemeinde gut brauchen: «Die Stimmbürger haben bereits über 3 Millionen Franken für Investitionen bei der ARA und Wasserversorgung gesprochen, sodass der Verkauf hochwillkommen ist.»

Ausserordentliche Gemeindeversammlung mit den Traktanden Verkauf Sommerau, Orientierungen und Verschiedenes am Donnerstag, 24. Oktober, um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Reidenbach.

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