Zum Hauptinhalt springen

Verkehrskonzept: Unterseen sagt Nein

Unterseen wehrt sich gegen einen Teil des neuen Interlakner Verkehrskonzeptes. Der vorgeschlagene Einbahnverkehr Marktgasse–Spielmatte wird strikt abgelehnt.

Ein Einbahnverkehr Marktgasse–Spielmatte wird von Unterseen strikt abgelehnt.
Ein Einbahnverkehr Marktgasse–Spielmatte wird von Unterseen strikt abgelehnt.
Bruno Petroni

Der Widerstand hatte sich schon vor genau zwei Wochen ange­kündigt: Als am 27. Februar die Interlakner Verkehrskommission in der gut gefüllten Sek-Aula ihr neues Konzept präsentiert hatte, hatte Rolf Hänni, Präsident der FDP Unterseen, in der Fragerunde eine der vorgeschlagenen Massnahmen recht deutlich kritisiert.

Und zwar geht es um das geplante Fahrverbot von der ­Unterseener Spielmatte her in die Marktgasse. Die Kommission empfiehlt von Interlaken her ab Bahnübergang einen Einbahnverkehr. Damit soll ihrer Meinung nach der Durchgangsverkehr von Beatenberg und Habkern via Unterseen über die Bahnhofstrasse oder sogar auf die Westumfahrung gelenkt werden. Doch das passt der Nachbar­gemeinde ganz und gar nicht.

Knappe Begründung

In einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, teilt Gemeindepräsident Jürgen Ritschard dem Gemeinderat Interlaken klipp und klar mit: «Eine Einschränkung der heutigen Durchfahrtsmöglichkeiten in der Marktgasse (z. B. Einbahnverkehr) wird ausdrücklich abgelehnt.»

Der Brief, datiert vom 8. März, ist relativ kurz gehalten. Eine ausführliche Begründung für die Ablehnung fehlt, es wird lediglich festgehalten: «Aus Sicht des Einwohnergemeinderates Unterseen müssen die drei Verkehrsachsen (Marktgasse, Bahnhof­strasse und Umfahrung über die Unterseenstrasse) auch künftig in beiden Richtungen befahrbar bleiben.» Eine Kopie des Schreibens ging an den Grossen Gemeinderat (GGR) Interlaken und an die Verkehrskommission Interlaken.

«Noch verfrüht»

In einer ersten Reaktion zeigte sich Kommissionspräsident David Bühler «etwas erstaunt über die frühe Reaktion von Unterseen». Man habe zwar erwartet, dass der vorgeschlagene Einbahnverkehr «nicht auf grosse Begeisterung stossen wird»; doch es sei doch noch verfrüht, schon jetzt darüber zu entscheiden. Zuerst werde das Konzept nun an der nächsten GGR-Sitzung vom 28. März diskutiert. Erst wenn es anschliessend dem Gemeinderat zur Weiterbearbeitung empfohlen werde, könne man sich der konkreten Umsetzung widmen. Und dazu gehörten, so Bühler, «selbstverständlich auch gemeinsame Abklärungen mit Unterseen».

David Bühler gibt aber auch zu bedenken, dass das vorlegte Konzept dem Verkehrsrichtplan Bödeli entspricht, der schon 1999 die Marktgasse als verkehrs­beruhigt vorsah. Bühler: «Und dieser Verkehrsrichtplan wurde damals ja auch von Unterseen unterzeichnet.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch