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Viel Geld für Trinkwasser

In die Reichenbacher Wasserversorgung mit einer Ringleitung sollen 1,25 Millionen Franken investiert werden. Ein weiteres grosses Thema an der Gemeindeversammlung war das Budget.

Die Wasserversorgung in Reichenbach sollen erneuert werden. (Symbolbild)
Die Wasserversorgung in Reichenbach sollen erneuert werden. (Symbolbild)
Keystone

Der Gemeindepräsident Willy Matti hoffte am Dienstagabend auf viele Teilnehmer an der mit elf Traktanden reich befrach­teten Gemeindeversammlung. Seinem Ruf folgten 106 Stimm­berechtigte.

«Sehr enger Spielraum»

Der zuständige Gemeinderat ­Toni Imsand erläuterte das Budget 2018. Der allgemeine oder Steuerhaushalt schliesst bei einem Aufwand von 12,16 und einem Ertrag von 11,7 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von 449'365 Franken ab, was gegenüber dem Vorjahresbudget eine Verschlechterung um 271'511 Franken bedeutet.

«Der Spielraum ist wegen der ­gebundenen Ausgaben sehr eng», sagte Imsand, der wegen des tiefen Selbstfinanzierungsgrads bei den Investitionen von 51,4 Prozent (sollte bei 80 bis 100 Prozent liegen) eine Steuererhöhung nicht ausschliesst. «Es braucht entweder mehr Einnahmen oder weniger Ausgaben», heisst das im Klartext.

Die Nettoinvestitionen liegen mit 1,96 Millionen Franken leicht unter der vom Gemeinderat im Jahr 2016 beschlossenen Obergrenze von 2 Millionen Franken. Der höchste Betrag mit 1,25 Millionen Franken soll bei der ­Wasserversorgung für eine neue Ringleitung mit Stufenpumpspeisung Kien-Schwandi-Wengi verbaut werden (von der Versammlung angenommen).

Projekt abgeblasen

Es gab einige Wortmeldungen, und besonders der Entscheid zur Aufgabe des Projekts für die Erneuerung der Ableitung sowie den Neubau eines Trinkwasserkraftwerks bei den Lehenweidquellen in Wengi bei Frutigen wurde hinterfragt. Im Mai 2011 war ein Verpflichtungskredit über 1,9 Millionen Franken beschlossen worden, und jetzt kam das Aus.

«Trotz mehreren Fachgutachten, grossen Bemühungen auf politischer Ebene und mehrjährigen Verhandlungen mit den zuständigen kantonalen Ämtern konnte für das Projekt keine ­Baubewilligung erlangt werden. Daher sehen sich die Brunnen­genossenschaft Wengi und der Gemeinderat gezwungen, das Projekt ad acta zu legen», bedauerte der Obmann Hans Ulrich Mürner.

Als Begründung war der lockere Boden im Bereich der Quellen angegeben worden. Beim Einfärben war das Wasser viel zu schnell im Tal, und es konnte ­keine gesetzeskonforme Schutzzone ausgeschieden werden, eine Grundvoraussetzung für die Baubewilligung. Das Wasser darf nicht mehr ins Netz der öffentlichen Wasserversorgung fliessen, obschon ein Teilnehmer bemerkte, dass das Wasser bisher auch getrunken worden sei und aus seiner Sicht eine Ringleitung das Problem nicht löse.

Leider bleiben die Gemeinde und die Brunnengenossenschaft Wengi auf den Projektkosten von total 102'430 Franken sitzen. Damit das Wasser der Lehenweidquellen nicht ganz verloren ist, soll ein neues Projekt für ein Trinkwasserkraftwerk auf privater Basis abgeklärt werden.

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