Viel Herzblut für den Neubau des Kurslokals Ballenberg

Hofstetten

Im Kurszen­trum Ballenberg kann jetzt wie einst geschmiedet werden: Im neu eingeweihten modernen Erweiterungsbau ist im Erdgeschoss eine alte Esse eingebaut.

Ein sehr breites rotes Band für den Erweiterungsbau im Kurszentrum Ballenberg: (v.l.) Ursula Trunz, Präsidentin der Baukommission, Architekt Yorick Ringeisen, Kurszentrumsleiter Adrian Knüsel und Hans Ulrich Glarner, Vorsteher des Amtes für Kultur.<p class='credit'>(Bild: Anne-Marie Günter)</p>

Ein sehr breites rotes Band für den Erweiterungsbau im Kurszentrum Ballenberg: (v.l.) Ursula Trunz, Präsidentin der Baukommission, Architekt Yorick Ringeisen, Kurszentrumsleiter Adrian Knüsel und Hans Ulrich Glarner, Vorsteher des Amtes für Kultur.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Gut zwanzig Jahre nach der Einweihung des Kurszentrums Ballenberg ist es mit einem Neubau erweitert worden. An der offiziellen Eröffnung blieb zwar die grosse Esse im Parterre ohne Feuer, und kein Hammer schlug auf einen Amboss.

Dass hier bereits Kurse stattgefunden haben, zeigte der Rand der Esse: Ein Kursleiter hatte ihn als Wandtafel benützt und Formen von zu schmiedenden Klingen aufgezeichnet.Als Symbol für die Eröffnung diente ein senkrecht aufgehängtes Papierband. Rot wie Herzblut.

Und davon war in den Ansprachen viel die Rede: dem der Baukommission unter der engagierten Leitung von Ursula Trunz, dem von Zentrumsleiter Adrian Knüsel, dem der Architekten ­Yorick Ringeisen und Benjamin Schütz von Bauart Bern und dem der Bauleute, die sehr exakt Beton, Metall und Glas fugenlos zusammengefügt haben.

Entstanden ist ein an Ort und Stelle betonierter, quaderförmiger Bau, der sich in jedem der drei Stockwerke in eine andere Richtung öffnet.

Einblick in den neuen Mehrzweckkursraum des Erweiterungsbaus, rechts daneben der Holzbau des bisherigen Kurszentrums. Bild: Anne Marie Günter

Im Parterre liegt die Schmiedewerkstatt mit einer grossen Terrassenfront gegenüber dem mit Holz gestalteten Hauptbau des Kurszentrums, der vom Meiringer Ernst Anderegg gestaltet wurde. Im ersten Stock ist die Fensterfront gegen das Freilichtmuseum gerichtet, im zweiten Stock schauen Bewohner der vier Gästezimmer Richtung Süden in den Wald.

Wie ein Wunder

Die Einweihungsansprache hielt Hans Ulrich Glarner, Vorsteher des Amtes für Kultur des Kantons Bern und Stiftungsratsmitglied des Freilichtmuseums Ballenberg. «Dass 1,5 Millionen Franken für diesen Bau zusammengebracht wurden, ist wie ein Wunder», fand er. Der Berner Regierungsrat hat dabei mit 300'000 Franken mitgeholfen, und es gab viele private Spender.

Glarner erinnerte sich, dass er in seiner Jugend in handwerkliche Arbeit in Küche und Garten eingebunden war und sogar in der Arztpraxis seines Vaters beim Nähen von Wunden mithalf. «Das Kurszen­trum ist eine einzigartige Institution. Hier wird zum Teil sehr selten gewordenes Handwerk in die Zukunft hinübergetragen», sagte er.

Die 30'000 Kursteilnehmenden seit 1996 und die steigende Nachfrage würden beweisen, dass das Angebot von Kursen in traditioneller Kunst im Trend ­liege. «Das Kurszentrum ist eine Brücke von der Tradition in die Zukunft», sagte er.

Und es gebe sogar zwei Gewinner, wenn das Freilichtmuseum und das Kurszentrum gut zusammenarbeiteten. Das Gebäude selbst spannt mit seiner unverkleideten Betonstruktur und dem mit Lärchenholz und Lehm gestalteten Innenleben ebenfalls einen Bogen zwischen traditioneller und zeitgenössischer Baukultur.

Berner Oberländer

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