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Viel Zeitdruck, immer mehr Staus

Der Verein Les Routiers Suisses, Sektion Berner Oberland, hatte Hauptversammlung. Er vertritt die Anliegen der Berufsfahrer. In der Transportbranche bestünden viele Vorschriften, der Zeitdruck sei immens, und der Verkehr rolle immer langsamer mit mehr Staus, betonten die Chauffeure.

Sie erhielten Diplome (v.l.): Peter Graf, Viktor Werren und Walter Wittwer wurden mit dem silbernen (25 Jahre) und goldenen (50 Jahre) Diplom für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.
Sie erhielten Diplome (v.l.): Peter Graf, Viktor Werren und Walter Wittwer wurden mit dem silbernen (25 Jahre) und goldenen (50 Jahre) Diplom für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.
Rösi Reichen

«Wir bieten viele Kurse an zur Weiterbildung und Verkehrssicherheit, pflegen regelmässig die Kameradschaft und den Gedankenaustausch», sagte der Präsident Peter Abplanalp an der Hauptversammlung im ABZ Spiez.

Speditiv wurde die Hauptversammlung abgehalten, wobei die 71 Stimmberechtigten keine Einwände geltend machten. Bei der Rechnung gab es einen kleinen Gewinn, der Jahresbeitrag blieb bei 25 Franken, die Mitgliederzahl fiel seit dem letzten Jahr von 872 auf 832.

Dieser Rückgang bereitet dem Vorstand Sorgen, und er hinterfragt den Grund kritisch. Das vielseitige Jahresprogramm und besonders die dreitägige Reise zum 40-Jahr-Jubi­läum des Vereins sollte zum Mitmachen motivieren.

Viktor Werren aus Adelboden wurde für die 50-jährige Mitgliedschaft im ­Verein geehrt, weitere 15 Personen sind 25 Jahre dabei.

Der Bildungsverantwortliche Heinz Streich erinnerte die Berufsfahrer daran, dass sie pro Jahr mindestens einen Kurs besuchen müssen, um die an sie gestellten Bedingungen zu erfüllen. Im ersten Jahr der dreijährigen Ausbildung bleiben die angehenden Berufsfahrer im Betrieb, erhalten mit 17 den Lernfahrausweis für begleitete Fahrten und dürfen ab 18 Jahren allein fahren.

Der Lohn variiert zwischen 3400 und 5000 Franken. Mit der Astag (dem Arbeitgeberverband) werde regelmässig verhandelt, aktuell um einen fixen Mindestlohn, die Sozialleistungen und den 13. Monatslohn.

Vorschriften und Zeitdruck

Nach der Versammlung legten einige Leute die Probleme auf den Tisch. So auch Iwan Weyermann, der seit 24 Jahren im LKW ab 5 Uhr morgens in der Schweiz und im angrenzenden Ausland unterwegs ist mit Mineralwasser und Möbeln. Für die Strassentransportbranche bestünden viele Vorschriften für die Fahr- und Ruhezeiten, der Zeitdruck sei immens, der Verkehr rolle immer langsamer mit mehr Staus, und bei verspäteter Ankunft beim Kunden würden öfter Geldstrafen verhängt.

Er bedauert, dass der Ruf der Chauffeure (wegen weniger schwarzer Schafe) gelitten hat und dass Velofahrer Gefahren wie den toten Winkel im Rückspiegel nicht wahrnehmen.

«Unser Beruf bedeutete lange Zeit, dass wir viel Vertrauen vom Chef hatten, Verantwortung trugen und Freiheit genossen.» Ein Problem seien Unternehmer, die Grenzgänger zu Dumpinglöhnen beschäftigten. Ausserdem hoffen die Chauffeure auf mehr Abstellplätze für Anhänger, damit sie nicht mit unnötiger Last in die Täler hinauffahren müssen.

Die teure LSVA-Gebühr sei der Grund, dass Lastwagenfahrer den kürzesten Weg und schmale Strassen wählen wie etwa zwischen Leissigen und Mülenen.

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