Vier Interlakner Deltapiloten fliegen an die WM

Zehn Tage vor Beginn der Hängegleiter-Weltmeisterschaften in Brasilien reisen am Wochenende vier Mit­glieder des Deltaclubs Interlaken nach Brasília. Sie verfolgen ambitionierte Ziele.

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Gleich vier Piloten stellt der Deltaclub Interlaken (DCI) an den kommenden Deltaflug-Weltmeisterschaften. «Die ausgesprochene Beliebtheit des Deltasports in Interlaken gründet darin, dass sonst nirgends in der Schweiz am Landeplatz ein Automat mit gut gekühltem Bier steht», meint Christian «Chrigel» Küpfer augenzwinkernd. Und im Ernst: «Der Hauptgrund ist sicher die gute Infrastruktur, und der DCI, welcher den Namen ‹Delta› sogar im Vereinsnamen trägt, ist mit über achthundert Mitgliedern einer der grössten Sportflugvereine des Landes. Zudem kannst du in Interlaken das ganze Jahr durch fliegen – die ideale geografische Lage erlaubt über dreihundert Flugtage pro Jahr.»

Auch die Konzentration auf den Sport und der unkomplizierte Umgang der Spitzenpiloten mit Nachwuchssportlern sei ein ent­scheidender Faktor, sagt Küpfer: «Das ist längst nicht in jedem Verein so. Oft werden dann die guten Piloten zur Diva und geben ihr Know-how nur in kleinen Portionen an die Jungen weiter. Das ist bei uns anders.»

Starke Brasilianer Konkurrenz

Chrigel Küpfer kennt das Aus­tragungsgebiet in Brasília wie seine Westentasche und erreichte vor Jahresfrist beim Testevent unter 97 Piloten den 14. Rang. Ich fühle mich in Brasilien sowohl in der Luft als auch am Boden immer sehr wohl, finde stets sofort meinen Rhythmus. Nach einem er­littenen Schlüsselbeinbruch muss der 53-Jährige seine persönlichen Erwartungen für die vom 6. bis zum 19. August laufenden Weltmeisterschaften dennoch nach unten anpassen: «Und die Brasilianer sind dabei unsere grösste Konkurrenz – sie wollen in ihrem eigenen Land partout gewinnen.»

Die weiteren DCI-Vertreter

Christian «Didu» Bärtschi aus Gunten ist ein weiterer der vier DCI-Piloten in Brasilien. Der 54-Jährige SM-Sechste will «das Schweizer Team auf dem Weg zum WM-Podest kräftig unterstützen». Als vierter DCI-Ver­treter reist der vierfache Schweizer Meister aus Bern Franz «Gägu» Herrmann (56) an die WM.

Berechtigte Hoffnungen auf einen Spitzenplatz kann sich Peter Neuenschwander (37) machen. Der Dritte der Europa­meisterschaften und zweifache Schweizer Meister erachtet es nicht als Nachteil, das Fluggebiet der WM noch nicht persönlich zu kennen: «Wenn du in bekanntem Gelände fliegst, eignest du dir Gewohnheiten an und achtest weniger auf deine Intuition. Das ist dann das, was den Heimnachteil ausmachen kann statt eines Heimvorteils.» Ende Juli fliegt Neuenschwander nach Brasilien. Dort hat er bis zum Beginn der Weltmeisterschaften genügend Zeit, sich mit dem dortigen Klima und Gelände vertraut zu machen.

Sechs Schweizer an der WM

An der WM werden sechs Schweizer Teilnehmer am Start stehen. Nebst den vier DCI-Piloten sind dies auch der Neuenburger Christian Voiblet als SM-Vierter und Fredi Bircher (SM-Dritter) aus Stans. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.07.2017, 08:33 Uhr

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