Saanen

Vier Millionen Franken sollen den Sommerbetrieb sicherstellen

Saanen Am 13. April entscheidet eine ausserordent­liche Gemeindeversammlung über einen erhöhten jährlichen Betriebsbeitrag an die Bergbahnen Destination Gstaad: 3,81 Millionen sollen es sein – mit garantiertem Sommerbetrieb.

Die Bergbahnen brauchen weiter Unterstützung. Hier die alte Saanerslochgrat-Gondelbahn, deren Tage schon bald gezählt sind.

Die Bergbahnen brauchen weiter Unterstützung. Hier die alte Saanerslochgrat-Gondelbahn, deren Tage schon bald gezählt sind. Bild: Bruno Petroni

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«Die Betreibung der Bergbahnen wird auch in Zukunft nicht ohne einen jährlichen Gemeindebeitrag möglich sein.» Das sagt Toni von Grünigen, Saaner Gemeindepräsident. Er und der Saaner Gemeinderat haben mit den Verantwortlichen der Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) in mehreren Sitzungen diskutiert, wie hoch die Fortführung der Gemeindebeiträge künftig sein soll. Sie sind ein wichtiger Bestandteil, damit die Sanierungsziele der BDG erfüllt werden können. Dazu sei an den Sanierungsbericht vom 18. August 2015 erinnert: In diesem wurde erwähnt, dass die Gemeinden auch ab dem Geschäftsjahr 2018/2019 Beiträge in gleicher Grössenordnung wie bisher werden leisten müssen. Sonst wird die BDG finanziell nicht über die Runden kommen.

Die Million ans Rellerli

An der legendären Gemeindeversammlung (GV) vom 18. September 2015 wurde bekanntlich beschlossen, die BDG bis zu deren Geschäftsjahr 2017/2018 mit jährlich 3,38 Millionen Franken an Betriebsbeiträgen zu unterstützen. Wobei 1 Million ans Rellerli geht. Über diese Bahn auf dem Sonnenhang von Schönried wurde an der GV gleichzeitig als einschneidende Sparmassnahme verfügt, dass die BDG sie nur noch bis Ende 2018 betreibt und die Bahn mit Baujahr 1981 im Folgejahr zurückzubauen ist (wir haben berichtet). Ein Rückweisungsantrag, die Rellerlibahn vor der Sanierungslösung auszunehmen und separat zu verhandeln, scheiterte damals mit 413 Nein- zu 171 Ja-Stimmen. Den Restrukturierungsleistungen von 32,748 Millionen der Gemeinde Saanen stimmte der Souverän mit 389 Ja- zu 200 Nein-Stimmen zu.

Wie es nach dem Jahr 2018 weitergehen soll – darüber hat nun der Souverän an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 13. April zu beschliessen. Exekutive und BDG haben sich auf eine Finanzierungslösung geeinigt, die insgesamt einen Betriebs-, Abschreibungs- beziehungsweise Investitionsbeitrag pro Jahr von 3,81 Millionen Franken vorsieht, der bis zum Jahr 2022 dauern soll. Die Summe unterteilt sich in einen jährlichen Abschreibungs- beziehungsweise Investitionsbeitrag von 1,78 Millionen und einen jährlichen Beitrag an den Sommerbetrieb von 2,03 Millionen. Die Auszahlung der Beiträge erfolgt jeweils im September, erstmals im September 2018.

Gemeinde erhöht den Beitrag

Auffallend ist, dass der Beitrag der Gemeinde Saanen trotz Wegfall des Betriebsbeitrags von 1 Million ans Rellerli nicht kleiner wird, sondern höher ausfällt. «Man muss das jetzt von neuem anschauen», sagt Toni von Grünigen. «Es stimmt, die Gemeinde erhöht den Beitrag.» Er erklärt dies mit den Kosten für den Sommerbetrieb, den die Gemeinde neu übernimmt. Der Sommerbetrieb war im bishe­rigen Betriebsbeitrag nicht festgelegt. «Dass Anlagen im letzten Sommer geschlossen waren, hat zu Unmut geführt», sagt von Grünigen.

Der Gemeindepräsident spricht damit den Leistungsauftrag an, der mit dem ­Gemeindebeitrag verknüpft ist: In diesem verpflichtet sich die BDG, einen regulären Sommerbetrieb der Bahnen Wispile, Horneggli und Rinderberg im Zeitraum von Mitte Juni bis ­Mitte Oktober anzubieten und verlängerte Öffnungszeiten im Frühling und Herbst sicherzustellen. Das heisst genauer, dass eine Bahn im Gebiet der Gemeinde Saanen von Anfang Mai bis Mitte Juni (Betrieb an Wochenenden und Feiertagen inklusive «Brücken» von Feiertagen) und Mitte bis Ende Oktober (jeweils von Donnerstag bis Sonntag) Transportleistungen erbringt. Die Wahl der Anlage erfolgt durch die BDG (im Sommer 2018 wird das Rellerli ab Mitte Mai bis Mitte Oktober regulär betrieben werden).

Keine Grossinvestitionen

Die Gemeinde leistet weiter einen Beitrag an die notwendigen laufenden Abschreibungs- beziehungsweise Ersatzinvestitionen. Dazu gehören Beschneiung, Fahrzeuge und Pistenmaschinen sowie Infrastruktur. In der Erläuterung der Traktandenliste hält der Gemeinderat fest: «Hierin nicht enthalten sind Finanzierungsbeiträge für den allfälligen Ersatz grosser Anlagen, welche durch die BDG zum entsprechenden Zeitpunkt projektbezogen beantragt werden müssten. Für die Zeitperiode von 2018 bis 2022 sind jedoch keine derartigen Grossinvestitionen auf dem Boden der Gemeinde Saanen vorgesehen.»

Belastung der Erfolgsrechnung

Zur finanziellen Tragbarkeit für die Einwohnergemeinde Saanen vermerkt der Gemeinderat: «Die Beiträge für den Sommerbetrieb sind jährlich direkt der Erfolgsrechnung zu belasten. Die laufenden Investitionsbeiträge sind zu aktivieren und über einen Zeitraum von jeweils zwanzig Jahren abzuschreiben.» Rechnet man den jährlichen Betriebsbeiträgen von 2,03 Millionen Franken die jährlichen Abschreibungs- respektive Investitionsbeiträge von 89 000 Franken hinzu, belastet dies die Erfolgsrechnung etwa heuer mit 2,119 Millionen Franken. Im Jahr 2022 werden es dann schon 2,475 Millionen Franken sein.
Die ausserordentlicheSaaner Gemeindeversammlungfindet am Freitag, 13. April, um 20 Uhr im Festivalzelt des Sportzentrums Gstaad statt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.03.2018, 09:10 Uhr

Separat verhandeln

Die BDG wird mit den übrigen Gemeinden deren zukünftige Beitragsleistungen separat verhandeln. Wie diese aussehen oder sich gestalten könnten, wird später bekannt gegeben. BDG-Verwaltungsratspräsident Heinz Brand lässt sich dahingehend zitieren, «dass wir die gleiche Meinung haben wie die Gemeinde» (siehe Haupttext). Für das Saaner Stimmvolk gilt: Das vorliegende Geschäft ist nicht abhängig von den Entscheiden der übrigen Gemeinden, wie der Saaner Gemeindepräsident Toni von Grünigen betont. «Das gibt der BDG die erforderliche Plansicherheit», wenn der Souverän am 13. April zustimmt. (sp)

Stand Rellerli

Die Verhandlungen und insbesondere die Evaluation der Machbarkeit für eine neue Rellerlibahn für mindestens 12 Millionen Franken laufen weiter. Neue Erkenntnisse gibt es zurzeit keine zu vermelden, erklärt der für die Medien zuständige Matthias Kurt. Zur Erinnerung: Der Verein Freunde des Rellerli beabsichtigt, seinen Hausberg weiterhin zu nutzen und touristisch für die Öffentlichkeit erschliessen zu können. Dazu braucht es aber Verhandlungen mit Milliardär Ernesto Bertarelli, der die bestehende Bergstation mit dem Berghaus für 5,5 Millionen erworben hat. (sp)

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