Mülenen

Vierzehn Gemälde und ein Krimi zum und auf dem Niesen

MülenenDer Niesen krönt den goldenen Herbst mit vierzehn Gemälden vom Kunstmuseum Thun, das diese auf den Hausberg transportierte. Krimiautorin Esther Pauchard lieferte an der Vernissage den passenden Fall dazu.

<b>Esther Pauchard, der Krimi und die Kunst:</b> Die Autorin liest ihren aktuellen Fast-Mordfall vom Niesen und lässt sich dabei von Niesengemälden inspirieren.

Esther Pauchard, der Krimi und die Kunst: Die Autorin liest ihren aktuellen Fast-Mordfall vom Niesen und lässt sich dabei von Niesengemälden inspirieren. Bild: Svend Peternell

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Endlich, sagen sich eingefleischte Fans von Kassandra Bergen. Die Psychiatriefachfrau darf in einem Krimi der Thuner Autorin Esther Pauchard wieder eine ermittelnde Hauptrolle übernehmen. Wenigstens im Kleinen. Und erst noch auf dem Niesen.

Aber eins nach dem anderen: Nach drei Krimis, in denen die Ka genannte Kassandra – eine ebenso starke und clevere wie starrsinnige Frau – im Mittelpunkt stand, musste sie nun in den letzten beiden Kriminalromanen («Tödliche Praxis» und «Tödliche Macht») zurückstehen.

Genauer gesagt: der wesentlich jüngeren, durchaus mutigen, aber auch sehr überdrehten und bisweilen naiven Praxisassistentin Melissa Braun das Feld überlassen. Das wird sich nun wieder ändern.

Esther Pauchard hat das schon vor einem guten Monat an der Vernissage des letztgenannten Buches in Thun angekündigt. Im sechsten Kriminalfall wird Kassandra Bergen wieder die Fäden ziehen. Der muss aber erduldet sein, weil der erst in zwei Jahren erscheint.

Mordversuch am Niesen

Am Donnerstagabend durfte man auf dem Niesen aber immerhin schon mal daran schnuppern, was das dann heissen wird. Dort las die mit ihren lebhaften Sprachbildern und ihrem unverkennbaren Humor fesselnde Autorin aus ihrem Niesenkrimi. Er handelt von einer Mordattacke an einer Wandersfrau. Die zickig-gewiefte, aber nicht eben grad wahnsinnig bewegungsfreudige Ka kommt dem Täter rasch auf die Spur und lockt ihn in einer nächtlichen Aktion in die Falle.

Dazu stellt Esther Pauchard (45) – selber Psychia­triefachfrau, Leitende Ärztin in der Suchtfachklinik Selhofen in Burgdorf und Kolumnistin dieser Zeitung – ihrer Protagonistin Ka die sehr sportliche, aber weniger beschlagene Freundin Kerstin Lindner gegenüber und bindet das wach handelnde Restaurant- und Bahnpersonal geschickt in die Handlung ein. Das ergibt herr­lichen Lokalkolorit rund um die Eigenheiten und Kulisse der 108-jährigen Niesenbahn.

Damit gestaltete die Thuner Krimiautorin nicht nur einen weiteren angeregten Abend im Rahmen des Kultursommers auf dem Niesen. Sie war gleichzeitig Hauptfigur der Vernissage «Bergwärts auf den Niesen», einer Ausstellung von vierzehn Gemälden, die sich um die eindrückliche Pyramide drehen.

Mitarbeitende der Niesenbahn hatten sich diese Sujets im Kunstmuseum Thun ausgesucht. Dieses nutzte die Chance, sich auf dem markanten Aussichtsberg präsentieren zu können, und transportierte die Bilder per Bahn in die Höhe, wo sie nun bis 11. November im Restaurant besichtigt werden können.

Dreigänger und Grusel

Esther Pauchard hatte die Herausforderung angenommen, ihren Krimi um diese vierzehn Bilder kreisen zu lassen. Sie wurden am Donnerstagabend jeweils auf einer Leinwand eingeblendet und regten die Fantasie an der Lesung zusätzlich an. Die Besucherinnen und Besucher zogen die Kombination von kulinarischem Dreigänger und gruseligem Vorlesegenuss bestens gelaunt ein.

Und ja klar: Kassandra darf wirklich wieder kommen.

Den letzten Abend im Rahmen des Kultursommers auf dem Niesen gestaltet Gleitschirmflieger Christian (Chrigel) Maurer am kommenden Donnerstag. In seiner Multivisionsschau bekommt man Einblick in die fliegerischen Fähigkeiten des ­«Adlers von Adelboden». (Berner Oberländer)

Erstellt: 12.10.2018, 17:02 Uhr

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