Grindelwald/ Brienz/ Adelboden

Vor dem ersten hochalpinen Hike & Fly-Rennen

Grindelwald/ Brienz/ AdelbodenAm Mittwoch in einer Woche wird in Grindelwald die «Eigertour» gestartet, ein neues Gleitschirmrennen, an welchem je nach Witterung bis zu 22 Berghütten der Berner Alpen besucht werden müssen.

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X-Alps-Ambiance im Berner Oberland: Am 18. Juli um 12.30 Uhr wird in Grindelwald Grund das viertägige Gleitschirm-Bi­wakrennen «Eigertour» gestartet, ein Wettkampf, an welchem sich die Athleten nur zu Fuss oder mit dem Gleitschirm fliegend vorwärtsbewegen dürfen. Als Wendepunkte dienen Berghütten, die in einer definierten Reihenfolge besucht werden müssen und im Perimeter zwischen dem Col du Pillon und dem Sustenpass liegen.

Am Vorabend der «Eigertour» werden die Organisatoren den meteorologischen Bedingungen und Prognosen angepasst bis zu 22 bewartete und unbewartete private und SAC-Hütten bekannt geben, die erreicht werden müssen; als am höchsten gelegene kommt die Blümlisalphütte (2840 m) infrage, als östlichste die Tierberglihütte (2795 m) und als westlichste die Diablerets­hütte (2485 m).

Landen mitten in den Bergen

Eine grosse Herausforderung wird das Erfliegen möglichst grosser Höhen in der Thermik sein dazu, die jeweiligen Hütten möglichst ohne Aufstieg zu Fuss zu erreichen; die Benützung von Bergbahnen und anderen Transportmitteln ist untersagt. Hier wird die heikle Aufgabe warten, möglichst nahe den Hütten zu landen, was im hochalpinen, meist steilen und steinigen Gelände Erfahrung erfordert und nicht ungefährlich ist – erst recht im Wettkampfstress und unter aufkommenden Müdigkeitserscheinungen.

Und wie kon­trolliert die Rennjury eigentlich, ob ein Pilot eine Hütte tatsächlich erreicht hat? «Die Teilnehmer müssen vor jeder Hütte ein am Boden geschossenes Selfie mit einem Kommentar auf die ‹Eigertour›-Facebook-Seite laden», erklärt Initiant Michael Witschi. Zudem tragen die Teilnehmer rund im die Uhr ein Livetracking-System auf sich. Dies ermöglicht dem interessierten Publikum, das Rennen im Internet über die Website der «Eigertour» live mitzuverfolgen, und dient der Jury zur Kontrolle.

Die Klassierung errechnet sich aus der Reihenfolge, in der die Athleten ins Ziel nach Grindelwald zurückkehren. «Falls Grindelwald von einigen Athleten bis zum Ende des Rennens nicht erreicht wird, errechnet sich das Ranking aus der Anzahl der erreichten Hütten und der er­reichten Luftliniendistanz zwischen der letzten erreichten und der nächsten Hütte zum Zeitpunkt des Rennendes.

Live im Internet

Aus Sicherheitsgründen herrscht während des Rennens zwischen 21 und 5.30 Uhr obligatorische Ruhezeit; während dieser dürfen sich die Athleten höchstens bis zu 250 Meter vom um 21 Uhr de­finierten Ruhepunkt entfernt bewegen. Wo sie übernachten, ist ihnen überlassen. Angemeldet sind über fünfzig Piloten, davon auch ein Dutzend aus Frankreich, wo die Hike & Fly-Szene ausgesprochen stark im Wachsen begriffen ist. Und natürlich der fünffache X-Alps-Sieger aus Frutigen, Christian «Chrigel» Maurer.

Die «Eigertour»-Organisatoren gehen eine Partnerschaft mit dem traditionellen, im Wallis abgehaltenen Vercofly ein. So wird es eine Gesamtwertung der beiden Rennen geben, wo quasi der König der alpinen Gleitschirmszene erkoren wird. Die zehnte Auflage des Vercofly findet in diesem Jahr Ende August statt.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 11.07.2018, 07:20 Uhr

Wenn ein Oberaargauer Clubmeister wird

«Entweder lernst du in Engelberg fliegen oder in Grindelwald», liess sich Michael Witschi vor zwanzig Jahren von Insidern sagen, als er mit der Gleitschirmfliegerei anfangen wollte. Und so führte der Weg des gebürtigen Oberaargauers und heutigen Bauunternehmers ins Berner Oberland. Noch nicht mal im Besitz des Pilotenbrevets, wurde er damals beim Deltaclub Jungfrau-Tächi in Grindelwald als Anfänger auf Anhieb Vereinsmeister. Seit vier Jahren amtiert der 40-jährige zweifache Familienvater bei Jungfrau-Tächi als Sportchef. «Ich hatte ein Rennen wie die ‹Eigertour› schon lange im Kopf. Jetzt habe ich grosse Freude, dieses spektakuläre Rennen zusammen mit den Kollegen von Jungfrau-Tächi organisieren zu können», sagt Witschi. 2015 beendete der Langenthaler FDP-Gemeinderat das 1100 Kilometer lange X-Alps von Salzburg nach Monaco erfolgreich als dritter Schweizer hinter Seriensieger Christian Maurer aus Frutigen und dem vor zwei Jahren tödlich verunglückten Peter von Bergen (Guttannen).bpm

Akro-Wochenende in Brienz

Ein luftiges Weekend mit viel Spektakel für das Publikum steigt vom 27. bis zum 29. Juli am Uferquai von Brienz: Nebst der Acro-Tour mit viel Gleitschirmakrobatik gibt es zu Beginn am Freitag, 27. Juli, ein Hike & Fly-Rennen auf die Axalp. Ge­startet wird um 16 Uhr beim Festzelt am Quai. Die Teilnehmer müssen mit dem Gleitschirm am Rücken zu Fuss zur Axalp aufsteigen und anschliessend zum Ausgangspunkt zurückfliegen: Gelandet wird auf dem Floss auf dem Wasser neben dem Festzelt. «Das Floss ist ziemlich gross und mit einem normalen Anflug relativ einfach zu treffen», teilt der organisierende Acro­club Berner Oberland (ACBEO) in der Ausschreibung mit. Je nach Witterungsbe­dingungen wird die Zeit für die Athleten am Startplatz oder bei der Landung auf dem Floss gestoppt; die ersten Landungen werden gegen 17.30 Uhr erwartet. Das Rennen ist sowohl für Solo- als auch für Tandempiloten offen, die maximale Teilnehmerzahl ist auf 25 beschränkt.

Am Samstag, 28. Juli, sind dann die Akrobaten der Lüfte an der Reihe: Ab 10 Uhr morgens findet der erste Wertungslauf der Soloflieger statt, ab 14 Uhr der zweite Durchgang. Dazwischen gibt es immer wieder freie Akroflüge mit Flosslandungen der Mitglieder des ACBEO. Am Sonntag ab 9 Uhr fliegen die Piloten dann im direkten Vergleich gegeneinander; der zweite Lauf um 13 Uhr und der dritte um 15 Uhr. Um 16.30 Uhr kommt es zum grossen Su­perfinal der Bestklassierten. Um 17.30 Uhr findet im Festzelt die Siegerehrung statt. Der Anlass wird in Kombination mit dem gleichzeitig stattfindenden Quaifest der Musikgesellschaft Brienz durchgeführt. Letztere wird auch für die Restauration sorgen. bpm

Infos: www.acbeo.ch

300 Gleitschirme gleichzeitig

Versucht wurde es schon des Öfteren, so auch vor zwei Jahren am Niederhorn. Realisiert indes noch nicht: Mindestens 300 Gleitschirme will der «Adler von Adelboden», Christian Maurer, am Nachmittag des 13. Oktober an der Tschenten­alp (2020 m) in der Luft sehen, was einem neuen Weltrekord gleichkäme. Der dreifache Streckenflug-Weltmeister und fünffache X-Alps-Sieger: «Bei den 15 000 aktiven Gleitschirmpiloten, die wir in unserem Land haben, sollte es doch möglich sein, den von den Österreichern gehaltenen Weltrekord von 211 Gleitschirmen endlich zu überbieten.»

Christian Maurer ruft alle Gleitschirmpiloten in der Schweiz auf, an diesem kostenlosen Event mitzumachen; Anmeldungen können per E-Mail an plus300@ tschentenalp.ch getätigt werden, Anmeldeschluss ist der 5. Oktober. «Auch Piloten mit weniger Erfahrung sollen kommen; sie werden den Anfang machen und so ohne Stress und mit einem freien Luftraum vor sich sicher abheben können.»
Das Wetter könnte dem Unterfangen einen Strich durch die Rechnung machen: «Bei Schlechtwetter können wir den Start allenfalls um 24 Stunden verschieben. Mit den heute üblichen genauen Wetterpro­gnosen werden wir aber flexibel genug sein, uns zeitlich anzupassen», so Christian Maurer.

Das Programm vom 13. Oktober: Ab 9.30 Uhr können sich die Piloten mit der Gondelbahn auf die Tschentenalp begeben; die jeweilige Zeit für die Bergfahrt erfolgt nach dem Eingang der Anmeldungen. Um 13 Uhr findet auf der Tschentenalp ein Pilotenbriefing statt, ab 14 Uhr erfolgen die Starts; Landungen ab 14.20 Uhr beim Landeplatz Boden. Um 16 Uhr wird auf dem Dorfplatz Adelboden ein Schlussmeeting abgehalten. bpm

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