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Vor- und aufwärts mit neuer Bahn?

Die Verantwortlichen der Bergbahnen Adelboden AG wählen trotz Verlust eine Vorwärtsstrategie. Dazu gehören die Planung einer Direttissima-Gondelbahn Oey–Sillerenbühl und die Intensivierung der Beschneiung.

Mit erneuerter Verwaltung in die Zukunft (v. l.): Christian Allenbach, Raphael Reinle, der scheidende Präsident Emanuel Aellig, Anke Lock, Peter Burn und der neue Präsident René Müller.
Mit erneuerter Verwaltung in die Zukunft (v. l.): Christian Allenbach, Raphael Reinle, der scheidende Präsident Emanuel Aellig, Anke Lock, Peter Burn und der neue Präsident René Müller.
Anne-Marie Günter

«Hoch hinaus»: So bewirbt die Bergbahnen Adelboden AG ihren einzigartigen Kletterturm auf Sillerenbühl. Hoch hinaus in Sachen geplanter Investitionen will der Verwaltungsrat auch künftig: mit einer neuen Direttissima-10er-Gondelbahn, die 3000 Gäste pro Stunde in elf Minuten direkt von der Talstation Oey auf Sillerenbühl bringen und die Gondelbahn von 1990 ersetzen soll.

Hinter dieser Vorwärtsstrategie, die der scheidende Verwaltungsratspräsident Emanuel Aellig den 321 anwesenden Aktionären an der Generalversammlung vom Samstag vorstellte, steht auch der neu gewählte Präsident René Müller. «Wir stehen vor grossen Herausforderungen. Ich werde die angestrebte Vorwärtsstrategie weiterverfolgen», sagte er.

Zur Vorwärtsstrategie gehört auch eine umfassende Beschneiung. Wie nötig diese ist, zeigten Bilder vom vergangenen Winter: weisse, gepflegte Pistenbänder auf fahlgrünen Berghängen. Die Beschneiung machte einen Start der Wintersaison am 10. Dezember überhaupt möglich. Insgesamt wurden in der Saison 422 285 Kubikmeter Wasser «verschneit». Im Herbst 2016 wurden 38 neue Beschneiungs­geräte angeschafft, 20 davon standen am Weltcuphang und ermöglichten letztlich die Rennen. Zudem wurden die Steuerungen ­aller Pumpstationen modernisiert, was einen effizienteren Einsatz erlaubt.

«Damm» gegen Konkurrenz

Bei den Bergbahnen Adelboden ist die Wintersaison die Haupteinnahmequelle. Der Verkehrsertrag lag 1016/2017 bei 10,06 Millionen Franken, im Vorjahr waren es 10,17 Millionen Franken gewesen. Emanuel Aellig zeigte auf, dass die Skiregion Adelboden-Lenk im vergangenen Winter schweizweit in Sachen Ersteintritte ins Skigebiet auf dem zweiten Platz lag, vor der Jungfrauregion. Er stellte die Aktion «Top 4» vor, zu der sich Adelboden-Lenk, Gstaad, die Jungfrauregion und Meiringen Hasliberg, unterstützt von BE!Tourismus, neu zusammengeschlossen haben, als «Damm» gegen ausserkantonale Angebote.

In den Wortmeldungen aus ­Aktionärskreisen zur Direttissima wurde die Frage aufgeworfen, ob die Ausrichtung auf Schneesportler angesichts der Klima­erwärmung, Adelbodens Höhenlage und der Tatsache, dass bereits viele Wintergäste keinen Schneesport machen, richtig sei. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident Jean-Rolf Pieren befürchtet, dass der Verkehr durchs Dorf Adelboden wieder steigen würde, wenn die bisherigen Zwischenstationen von der Gondelbahn nicht mehr angefahren ­werden.

Verlust eingefahren

Die AG tut auch etwas für Sommergäste, mit Wanderwegen, dem einmaligen Kletterturm und den Trottis. Im Sommer 2016 war denn auch ein Umsatzrekord zu verzeichnen: Der Verkehrsertrag lag bei 1,097 Millionen Franken, 14,8 Prozent höher als im Vorjahr.

Trotzdem: Insgesamt fuhren die Bahnen einen Verlust von 708'943 Franken ein; im Vorjahr waren es 998'101 Franken. Das Betriebsergebnis Bahnbetrieb war mit 4,495 Millionen Franken um gut 100'000 Franken höher als im Vorjahr. Abgeschrieben wurden 4,94 Millionen Franken.

Der Bilanzverlust lag bei 2,59 Millionen Franken. Das Fremdkapital nahm um gut eine Million Franken auf 27,356 Millionen Franken ab, das Eigenkapital liegt jetzt noch bei 19,787 Millionen Franken.

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