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Wacker wartet weiter auf den ersten Sieg

Wacker unterliegt Elverum (NOR) in Gümligen 29:30 und kassiert dabei einen Treffer in der Schlusssekunde. Die Champions League bereitet den Thunern gerade wenig Freude.

Am Boden: Flavio Wick hadert.
Am Boden: Flavio Wick hadert.
Patric Spahni

Auf einmal ist es an einem ruhigen Ort sehr laut. Der auf der Pressetribüne befindliche norwegische Reporter sitzt längst nicht mehr. Er hat sich erhoben, vor geraumer Zeit, und tänzelt. Nun jubelt er, er ballt die Faust und schreit in sein Mikrofon. Er, der Skandinavier, erinnert einen gerade an die begeisterungsfähigen Kommentatoren aus der südlichen Hemisphäre, die in Ekstase geraten, wenn etwa im Fussball ein Tor fällt.

Der Club, über den er berichtet, und dessen Sieg über Wacker Thun – sie bedeuten ihm offensichtlich eine ganze Menge. Die Partie war ja auch eine mitreissende, die Gäste trafen unmittelbar vor Ertönen der Schlusssirene zum Sieg, nachdem die Berner Oberländer vier Sekunden vor dem Ende ausgeglichen hatten.

Und eine Minute davor war der Schweizer Meister dabei gewesen, im 14. Anlauf seinen ersten Sieg in der Champions League zu realisieren. 28:28 lautete das Skore, Martin Rubins Team griff an, hatte es aber nicht sonderlich eilig, schliesslich sollte dem Widersacher so wenig Zeit wie möglich bleiben, auf das vielleicht fallende Tor zu reagieren. Der ansonsten sehr ordentliche Ron Delhees aber patzte, die Norweger fingen sein Zuspiel ab und gingen wieder in Führung.

Und so erlitten die Hausherren eine Niederlage, die besonders schmerzt. Den Match verloren sie im Grunde nicht in der zweiten Hälfte und erst recht nicht in den letzten Minuten, wenngleich sie sich am Ende nicht speziell ­geschickt anstellten. Vielmehr zehrten die Norweger bis am Ende von einem Vorsprung, den sie sich zu Beginn erarbeitet hatten – begünstigt durch ein hochgradig ungenügendes Defensivverhalten der Thuner. 9 Treffer kassierten diese in den ersten 10 Minuten, nach einer Viertelstunde lagen sie 7:12 im Hintertreffen.

Im Anschluss an die Hereinnahme von Stefan Huwyler verteidigten sie deutlich wirkungsvoller; der bis vor kurzem mit Schulterproblemen kämpfende Nationalspieler sorgte für jene Galligkeit, die so sehr vermisst worden war.

1 statt 6 Punkte

Die Begegnung spiegelt Wackers bisherige Champions-League-Kampagne. Obwohl sie im Sommer vier Leistungsträger verloren hatten und mit Marc Winkler und Nicolas Raemy die nun wichtigsten Kräfte ausfielen, schlagen sich die Thuner in der Königsklasse ganz gut. Aber nach vier Partien vereinen sie erst einen Punkt. Zum zweiten Mal in Folge unterlagen sie mit einem Tref­fer Differenz. Coach Rubin spricht in Zusammenhang mit dem kontinentalen Wettbewerb gerne vom Sahnehäubchen, von einer Belohnung für seine Mannschaft. Das Sahnehäubchen aber schmeckt gerade nicht.

Die Berner Oberländer kassieren zu viele Tore – vor allem in der Champions League. Das hängt mit den vielen Wechseln im Sommer zusammen, die Deckung ist nicht eingespielt. Und primär in der Königsklasse kriegt diese vom Torhüter wenig Support. Flavio Wick hält gegenwärtig nicht so stark, wie er dies tun könnte – und wie er dies tun müsste, damit sein Team trotz gewichtiger Absenzen einen Coup landen könnte. Aber im Grunde darf von einem 23-Jährigen nicht erwartet werden, in der Champions League für den ersten Sieg eines 57-jährigen Clubs zu ­sorgen.

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