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Warum die Berner Oberländer vorangehen

Mit ihren Strukturen und ihrer Arbeitsweise eignen sich die Psychiatrischen Dienste Frutigen Meiringen Interlaken fmi gut dafür, eine Pionierrolle in der Einführung von Open Dialogue zu übernehmen.

An einem Tisch (von links): Projektleiter Jens Stellbrink-Beckmann, Andrea Zwicknagl (in Peer-Ausbildung), Christa Schwab (Aktionsbündnis) und Armin Spühler (Elterngruppen).
An einem Tisch (von links): Projektleiter Jens Stellbrink-Beckmann, Andrea Zwicknagl (in Peer-Ausbildung), Christa Schwab (Aktionsbündnis) und Armin Spühler (Elterngruppen).
Sibylle Hunziker

«Wenn der Psychiater als ‹Gast› zum Patienten nach Hause kommt, ist das eine andere Beziehung, als wenn der Patient zum Arzt in die Klinik kommt», sagt Jens Stellbrink-Beckmann. «Das Gespräch auf Augenhöhe wird erleichtert.» Und genau das braucht es. Denn wenn Fachleute, Betroffene und Angehörige für die Krisenbewältigung zusammenarbeiten wollen, müssen sie auch eine gemeinsame Sprache finden, die alle verstehen. «Dann zählt nicht nur die Fachsprache, sondern auch das, was die Patienten während einer Krise erleben, und die Erfahrungen der Angehörigen.» ere Beziehung, als wenn der Patient zum Arzt in die Klinik kommt», sagt Jens Stellbrink-Beckmann. «Das Gespräch auf Augenhöhe wird erleichtert.» Und genau das braucht es. Denn wenn Fachleute, Betroffene und Angehörige für die Krisenbewältigung zusammenarbeiten wollen, müssen sie auch eine gemeinsame Sprache finden, die alle verstehen. «Dann zählt nicht nur die Fachsprache, sondern auch das, was die Patienten während einer Krise erleben, und die Erfahrungen der Angehörigen.» Es wird nicht nur über die Krankheit des Patienten gesprochen, sondern mit dem Menschen, der neben der Krankheit auch Stärken und ein soziales Umfeld hat. «Open Dialogue ist nicht einfach ein zusätzliches Angebot, das wir von heute auf morgen aufnehmen können», sagt Projektleiter Stellbrink-Beckmann. «Es ist nicht damit getan, dass die Psychiater zu den Patienten nach Hause gehen.» So sind Netzwerkgespräche keine Wunderpille, und es kann durchaus weiterhin vorkommen, dass Patienten in die Klinik kommen. Nahtlose Zusammenarbeit Im Open-Dialogue-Modell können die Betroffenen mit ihrem individuellen Team ohne Brüche zusammenarbeiten, egal, ob in der Klinik oder zu Hause. So gehen wesentliche Beziehungen und Informationen nicht verloren. Es braucht dafür aber eine Überwindung der heutigen Grenzen der Versorgungsangebote. «So etwas geht nicht von einem Tag auf den andern», sagt Stellbrink-Beckmann. Bei der Umstellung müssen die Psychiatrischen Dienste Schwierigkeiten überwinden, können aber auch ihre Stärken weiterentwickeln. «Potenziell lange Anfahrtswege zu den Leuten sind im Berner Oberland zwar eine Herausforderung für aufsuchendes Arbeiten im Team», sagt Stellbrink-Beckmann. «Doch unsere ambulanten Dienste mit ihrer Personenzentrierung und den bedürfnisorientierten Angeboten bieten eine Chance, Open Dialogue zu verwirklichen. Zur besseren Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Betroffenen und ihren Familien haben uns schon bisher die Arbeit mit Peers, sowie Trialog und die Öffnung von Teambesprechungen für Betroffene und Angehörige verholfen.» Weiterbildung ist ausgebucht Das Interesse an Open Dialogue ist da und beschränkt sich nicht auf das Oberland. So ist die Weiterbildung mit dem bekannten Psychiater und Dozenten von der Universität Greifswald, Volkmar Aderhold, die Anfang Oktober am fmi-Spital Interlaken begann, ausgebucht – nicht nur mit Leuten von den Psychiatrischen Diensten der fmi-Spitäler, sondern auch mit Fachleuten und Betroffenen aus der Region und Nachbarregionen bis hin zu den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern. Sibylle Hunziker

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