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Wasserversorgung «brennt» mehr als Gesundheitsfrage

Die in Kürze ab­gewickelte, aber mit vielen Voten gespickte Budget-Gemeindeversammlung zeigte beim einen oder anderen: Die Wasserversorgung beschäftigt fast mehr als die Gesundheitsversorgung.

Die Wasserversorgung war ein grosses Thema an der Gemeindeversammlung in Boltigen (Symbolbild).
Die Wasserversorgung war ein grosses Thema an der Gemeindeversammlung in Boltigen (Symbolbild).
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Die am Dienstagabend angesetzte Gemeindeversammlung in Boltigen bot alle Voraussetzungen dazu, kurz, bündig und ruhig über die Bühne zu gehen: Wenig Traktanden – und davon sogar eines wegen unvollständiger Unterlagen gestrichen –, ein Budget 2018 ohne grosse Reibefläche, nur 44 Anwesende.

Doch dieser Teil (der 4,3 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung ausmachte) gab sich nicht wortkarg. Einige wenige fragten und sagten sogar recht viel, sodass die Versammlung zwecks Erklärungsbedarf doch eine ganze Zeigerumdrehung dauerte.

«Ich habe ein ungutes Gefühl in Sachen Abwasser»

Und völlige Zufriedenheit herrschte nicht. Einer aus der Mitte kündigte an, er werde sich beim Budget der Stimme enthalten: «Ich habe ein ungutes Gefühl bei allen Aufgaben in Sachen Abwasser, die auf uns zukommen.» Zwei weitere Votanten schlossen sich ihm an.

Das tat dem klaren Mehrheitsentscheid zugunsten des Voranschlags 2018 indes keinen Abbruch. Dieser weist im Gesamthaushalt einen Verlust von 61'300 Franken auf. Im steuerfinanzierten allgemeinen Haushalt ist ein Aufwandüberschuss von 109'300 Franken vorgesehen. Dies bei einer unveränderten Steueranlage von 1,70 Einheiten für die Gemeindesteuern und 1,50 Promille für die Liegenschaftssteuern.

Finanzverwalter Heinz Niederhäuser hat so budgetiert, dass die Abwasserentsorgung mit einem Gewinn von 58'400 Franken abschliessen sollte, die Wasserversorgung mit einem Verlust von 2000 Franken und die Abfallbeseitigung mit einem Aufwandüberschuss von 8400 Franken. Also eigentlich nichts Besorgniserweckendes, zudem noch Nettoinvestitionen von 722'000 Franken einkalkuliert werden.

Verzögerungen bei der Wasserfassung Chlus

Was in Sachen Wasserversorgung bei schrumpfenden Beiträgen denn nun genau gehe, wollte der gleiche Anwesende später im Traktandum Verschiedenes wissen. Gemeinderat Adrian Bieri (Ressort Umwelt) musste weit ausholen: dass es wegen der Wasserfassung Chlus Verzögerungen gebe und die ARA darüber informiert sei; dass Alternativen für die Quellsicherung Schwarzenmatt eruiert würden.

«Nächstes Jahr geht etwas im Gebiet Schwarzenmatt. Wir schauen, dass wir wasserseitig gewisse bauliche Massnahmen treffen können.» Es handelte sich um Quellenschutz und anderes mehr.

Da ging fast ein bisschen unter, dass zuvor zwei Gemeindebei­träge an Weggenossenschaften (WG) ohne grosses Aufheben gesprochen worden waren: jene für 131'000 Franken an die WG Boltigen-Adlemsried-Eichstalden für Belagssanierungen der Abschnitte Auf der Matte und Taubental-Egg, die insgesamt mit 150'000 Franken veranschlagt sind. Und jene für 351'000 Franken an die WG Reidenbach-Schwarzenmatt-Chlus für Kosten der Sanierung der gleichnamigen Teilstrecke, die insgesamt mit 481'330 Franken veranschlagt ist.

«Nutzt die Spitalleistungen in Zweisimmen»

Weniger oder nicht besorgt zeigten sich die Stimmbürgerinnen und -bürger bezüglich der Gesundheitsversorgung. Das erstaunte indessen auch nicht so stark, weil Gemeinderätin Anna Bieri-Spielmann (Gesundheit und Soziales) die Informationen der letzten Wochen und Monate zur Situation des verzögerten Spitalneubaus auffrischte.

Sie riet dringend, die Spitalleistungen in Zweisimmen zu nutzen – allein schon der rund 100 Leute wegen, die dort ihre Stelle haben und dafür sorgen, dass die Rundum­versorgung funktioniert. «Wenn wir die Fallzahlen in Zweisimmen nicht erreichen, wirds umso schwieriger.»

Angestrebt wird in Zweisimmen bekanntlich eine Hausarzt-Gemeinschaftspraxis mit drei Ärzten oder Ärztinnen. Denn: «Der künftige Hausarzt ist weiblich und arbeitet 50 bis 70 Prozent. Zu dritt kann ein Betrieb gesichert werden», sagte Anna Bieri. Die ausgeschriebenen Räumlichkeiten werden nun genauer eruiert. Boltigen ist dabei als eine Art Filiale gedacht, die an einigen Halbtagen in einer Praxis oder im Demenzhaus für chronische Patienten offen hat. Ende 2018 sollte Betriebsaufnahme sein.

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