Grindelwald

«Wer erpresst denn wen?»

GrindelwaldJungfraubahnen-CEO Urs Kessler bricht sein Schweigen im neusten «Gstürm» um einen Schneewall vor Otto Kaufmanns Skibar: Kessler wirft ihm eine inkonsequente Haltung gegenüber dem Wintersport vor.

Noch immer wehrt sich Otto Kaufmann vehement gegen die Realisierung der V-Bahn.

Noch immer wehrt sich Otto Kaufmann vehement gegen die Realisierung der V-Bahn. Bild: Visualisierung zvg

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Otto Kaufmann ist einer der letzten Einsprecher, die sich nach wie vor beharrlich gegen das V-Projekt wehren. Dies, weil die neue Bahnlinie dereinst über sein Grundstück führen soll. Der langjährige Mitarbeiter der Jungfraubahn betreibt seit 20 Jahren im Wärgistal eine Skibar. Wie in den Medien in den letzten Tagen zu lesen war, beklagt er sich nun, sein ehemaliger Arbeitgeber baue bei der Pistenpräparierung absichtlich eine grosse Schneemauer vor seinen Betrieb, um die Wintersportler an seiner Bar vorbeizuleiten. Dies angeblich als Racheaktion, um ihn in Sachen V-Bahn unter Druck zu setzen.

«20 Jahre gratis und franko»

Jungfraubahnen-Direktor Urs Kessler, der sich bis jetzt nicht zur Sache geäussert hat, bricht jetzt sein Schweigen: «Es ist unglaublich. Gerade am letzten Samstag traf ich mich im Beisein von Vertretern der Bergschaft Wärgistal mit Otto Kaufmann, als er 600 000 Franken plus weitere 300 000 Franken steuerfrei forderte, damit er seine hängige Einsprache gegen das V-Projekt zurückziehen würde. Und am Tag darauf prangert er uns mit solch haltloser Kritik an.»

Kaufmann sei völlig inkonsequent, denn einerseits habe er von den Jungfraubahnen während 20 Jahren eine Skipiste gratis und franko bis vor seine Skibar präpariert bekommen, «und andererseits sperrt er sich nun nach 41 Dienstjahren bei den Jungfraubahnen gegen unsere Bestrebungen, den seit Jahren rückläufigen Wintersport in der Region künftig zu stärken», so Kessler. «Otto Kaufmann garniert mit seiner Bar jeden Winter geschätzte 250 000 Franken und bezahlte in all den Jahren nichts für die Pistenpräparierung, ohne die sein Gastro­betrieb undenkbar wäre.»

Urs Kessler fragt sich: «Wer erpresst denn eigentlich hier wen?» Der Direktor bemerkt auch, «dass bei den immensen Betriebskosten beim Wintersport von einer Viertelmillion Franken pro Tag die Aufwandressourcen und im Besonderen die kostenintensive Pistenpräparierung laufend optimiert werden müssen, um uns diese überhaupt noch in diesem Umfang leisten zu können.»

(Berner Zeitung)

Erstellt: 27.12.2017, 19:24 Uhr

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