Frutigen

Wie gross wird die Tempo-30-Zone?

FrutigenIn einem Grundsatzentscheid hat sich der Gemeinderat Frutigen für die Einführung einer Tempo-30-Zone im erweiterten Dorfkern ausgesprochen. Die SVP istjedoch eigentlich dagegen.Offen ist, wie gross die Kernzone werden soll.

Dorfdurchfahrt Frutigen: Die Steigung ist steil, die Kurven sind eng. Die Verhältnisse erzwingen schon jetzt ein meist langsames Tempo.

Dorfdurchfahrt Frutigen: Die Steigung ist steil, die Kurven sind eng. Die Verhältnisse erzwingen schon jetzt ein meist langsames Tempo. Bild: Hans Rudolf Schneider

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Etwa eine Dreiviertelstunde lag zwischen dem Eingang der Pressemitteilung des Gemeinderats und derjenigen der SVP bei der Redaktion. Und während die einen ihren Grundsatzentscheid für die Einführung einer Tempo-30-Zone im erweiterten Dorfkern von Frutigen erklären, sprechen sich die anderen dagegen aus. Eine Mehrheit der Parteimitglieder sei nicht glücklich, dass die Höchstgeschwindigkeit im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt auf 30 Stundenkilometer herabgesetzt werden soll, schreibt die SVP.

Dies hat die Mehrheit des Gemeinderats allerdings so beschlossen, und das, obwohl die SVP aktuell vier von acht Gemeinderäten sowie mit Hans Schmid den Gemeinderatspräsidenten stellt. Ein Widerspruch? Schmid möchte dazu auf Nachfrage mit Verweis auf die beiden unterschiedlichen Gremien nicht Stellung beziehen.

Sicherheit durch Tempo 30

Der Gemeinderat führt mehrere Argumente für seine Entscheidung an. Zum einen sei anlässlich der Planung zur Sanierung der Ortsdurchfahrt seitens des Kantons festgestellt worden, dass das Projekt mit einer Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 Stundenkilometern nicht umgesetzt werden könne. «Insbesondere im Abschnitt Engstligen bis Kreuzgasse sind die Sichtverhältnisse dafür ungenügend», schreibt der Gemeinderat. Zudem seien in den vergangenen Jahren mehrere Begehren mit zahlreichen Unterschriften bei der Gemeinde eingetroffen, im Dorfbereich Tempo 30 einzuführen. Als Beleg zieht der Gemeinderat ein Gutachten heran, dass vor allem bei der Verkehrssicherheit inklusive Schulwegsicherung Vorteile bei der Einführung von Tempo-30-Zonen sieht.

Die SVP gibt durchaus zu, dass die Planung «einige positive Änderungen» vorsehe, die eine Verbesserung brächten, erklärt aber auch: «Die vorgebrachten Ar­gumente der Befürworter überzeugten zu wenig, um für eine Ortsdurchfahrt mit starkem Touristikverkehr und eigenem Verkehr die Tempolimite 30 im erweiterten Dorfkern einzuführen.» Gerade für den steilen, engen und kurvigen Dorfkern soll die Beeinträchtigung für die Verkehrsteilnehmer vernachlässigbar sein, wie Simon Bircher, Bereichsleiter Tiefbau bei der Gemeinde Frutigen, erklärt: Bei Tempomessungen sei in diesem Bereich eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 36 bis maximal 40 km/h erreicht worden.

Auch in den Quartieren?

Bircher weist aber auf einen anderen Knackpunkt hin, den der Gemeinderat bis zum Frühjahr ausräumen muss: Wie weit wird der Kreis des erweiterten Dorfkerns gezogen, und wo werden eventuell auch Quartiere von einer Tempo-30-Zone betroffen? Klar ist laut Bircher, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung für die Ortsdurchfahrt von der Widi-Brücke bis zum Marktplatz gelten wird – und zwar mit Abschluss der Sanierungsarbeiten durch den Kanton im Jahr 2020.

Der Baustart soll 2019 erfolgen. Die Strasse soll verbreitert werden und eine Mittelzone als Querungshilfe für Fussgänger erhalten, um sie verkehrssicherer zu machen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung erlaube es aufgrund der besseren Sichtverhältnisse zudem, dass einige Parkplätze am Strassenrand erhalten bleiben könnten. Die ursprüngliche Planung hatte vorgesehen, dass alle Parkplätze am Strassenrand verschwinden. (Berner Oberländer)

Erstellt: 07.12.2017, 08:25 Uhr

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