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Wie lange bleibt der Eiger stabil?

Auf 1730 Metern über Meer öff­nete sich in der Schlossplatte vor eineinhalb Monaten ein Riss. Dieser vergrössert sich ­offenbar nicht. Trotzdem wird die Entwicklung am Eiger mit Präzisionsmes­sungen beobachtet.

Präzisionsmessungen im Millimeterbereich: Geometer Walter Flogerzi misst von der gegenüberliegenden Bäregg aus alle zwei Wochen allfällige Bewegungen der vom Mutterbergabgetrennten Felswand. Die rote Linie zeigt den Verlauf des neuen Risses. Knapp 100 Meter davor ist deutlich die scharfe Abbruchkante des Bergsturzes von 2006 zu sehen (gelb).
Präzisionsmessungen im Millimeterbereich: Geometer Walter Flogerzi misst von der gegenüberliegenden Bäregg aus alle zwei Wochen allfällige Bewegungen der vom Mutterbergabgetrennten Felswand. Die rote Linie zeigt den Verlauf des neuen Risses. Knapp 100 Meter davor ist deutlich die scharfe Abbruchkante des Bergsturzes von 2006 zu sehen (gelb).
Bruno Petroni
Der grosse Bergsturz vom 13. Juli 2006: Eine halbe Million Kubikmeter Fels kollabieren. In diesem Monat brechen insgesamt zwei Millionen Kubik ab.
Der grosse Bergsturz vom 13. Juli 2006: Eine halbe Million Kubikmeter Fels kollabieren. In diesem Monat brechen insgesamt zwei Millionen Kubik ab.
Bruno Petroni
Drei Zentimeter breit ist der Riss, der quer durch die Schlossplatte führt. Zum Grössenvergleich wurde das Smartphone in der Bildmitte hingelegt.
Drei Zentimeter breit ist der Riss, der quer durch die Schlossplatte führt. Zum Grössenvergleich wurde das Smartphone in der Bildmitte hingelegt.
Bruno Petroni
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Vier Wochen ist es her, dass die Gemeinde Grindelwald die Öffentlichkeit über einen neuen Riss in der Schlossplatte orientierte. Seither ist es rund um die Fiescherlücke wieder ruhig. Ruhig im wahrsten Sinne des Wortes, denn Resultate geben die ­Verantwortlichen zurzeit noch keine bekannt.

Ein Augenschein an Ort und Stelle lässt indes den Schluss zu, dass sich die Felswand bisher kaum bewegt hat – kriegt man doch nicht mal die flache Hand gänzlich in die Spaltenöffnung hinein. Deren Breite beträgt rund drei Zentimeter. Kaum Bewegung also in der abgetrennten Wand – ganz anders als vor elf Jahren, wo der damalige, zwei Millionen Kubikmeter grosse Felszahn während nur eines Monats von der Wand wegkippte und in den letzten Tagen vor seinem Zusammenbruch jeweils bis zu 77 Zentimeter abwärtsrutschte.

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