«Wir peilen klar das Präsidium an»

Spiez

Die SVP ist die stärkste Fraktion im Grossen Gemeinderat von Spiez. Das Wahlziel ist laut Präsident Ulrich Zimmermann, dass mindestens der Status quo erreicht wird. Erstmals will die Volkspartei das Gemeindepräsidium bekleiden.

Ein Blick in den Rückspiegel: Bei den letzten Wahlen peilte die SVP den Status quo – 2 Sitze im Kleinen und deren 8 im Grossen Gemeinderat – an, was gelang. Was will die Volkspartei am 6. November konkret erreichen?Ulrich Zimmermann:Die SVP Spiez peilt ganz klar das Gemeindepräsidium an mit Unterstützung der FDP und der EDU! Im GR weiterhin 2 Sitze, im GGR die Sitze halten und wenn möglich ein zusätzlicher Sitz.

Im GR gilt es den Sitz des Abtretenden Klaus Brenzikofer zu verteidigen, bei der Wahl ums Gemeindepräsidiums-Vollamt kann Jolanda Brunner auf bürgerliche Unterstützung zählen. Weshalb wird sie erstmals für die SVP das Präsidium sichern?Jolanda Brunner ist die kompetenteste Kandidatin. Sie kennt die Gemeinde, die Verwaltung und die Dossiers sehr gut, ist volksnah und bürgerlich.

Was hat die lokale SVP in der letzten Legislatur geleistet, das Spiez konkret weiterbringt?Dank der SVP Spiez und der übrigen bürgerlichen Kräfte konnte eine unnötige Steuererhöhung verhindert werden. Zudem hält die SVP konsequent den Finger auf wunde Punkte wie den Ausbau von Verwaltung, Gebühren, Steuern und Abgaben.

Was ist Ihrer Partei indes nicht gelungen?Es ist ihr nicht gelungen, beispielsweise Kredite für luxuriöse Projekte wie «Sandanlage Bucht», «Terrasse beim Bahnhof» oder «Neubau Kindergarten Einigen» auf einem vernünftigen Level zu halten. Es wurden Luxusvarianten gewählt, die uns noch lange belasten, obwohl natürlich auch Mehrwert entsteht.

Wofür gibt Spiez zu viel Geld aus?Spiez gibt zum Beispiel zu viel Geld für den neuen Kindergarten in Einigen, den Neubau der Bi­bliothek oder die Sanierung der WC-Anlagen beim Kronenplatz oder in Einigen aus. Es gäbe einfachere und zweckmässigere Varianten. Zudem müsste geprüft werden, ob Spiez alle eingeführten Dienstleistungen mit den entsprechenden personellen und materiellen Ressourcen erbringen muss.

Und in was sollte unbedingt mehr investiert werden?Spiez sollte mehr in die Standortförderung für die KMU investieren, zum Beispiel mit billigen oder kostenlosen Parkplätzen, tiefen Gebühren und Abgaben oder auch Steuererleichterungen für KMU, und in eine unbürokratische Verwaltung. Prüfenswert wäre, ob ein Energiestadt-Label nötig ist, da die Vorschriften so oder so sehr streng sind.

Worin ist Spiez bereits Welt-klasse – und worin tut es sich schwer?Spiez ist Weltklasse mit seiner ­Lage! Spiez tut sich schwer mit seiner Lage zwischen Interlaken und Thun. Wo will Spiez hin? Diese Frage sollte endlich geklärt und konsequent weiterverfolgt werden, damit Geld und Zeit sinnvoll investiert werden können.

Ulrich Zimmermann (49) präsidiert die SVP Spiez, der er 2008 beigetreten ist, seit 2011. Politisch aktiv ist er seit seinem 18. Lebensjahr. Der ledige Unternehmer zählt das Lesen, die Geselligkeit und die Politik zu seinen Hobbys.

Berner Zeitung

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