«Wir tauchen ab und räumen auf»

Bönigen

95 freiwillige Helfer und Taucher räumten Abfall am Ufer und im Wasser des Brienzersees auf.

Organisator Marc Studer brieft die freiwilligen Helfer und Taucher der Aktion Clean up Brienzersee in einem Zelt an der Schiffländte Bönigen.

Organisator Marc Studer brieft die freiwilligen Helfer und Taucher der Aktion Clean up Brienzersee in einem Zelt an der Schiffländte Bönigen.

(Bild: Monika Hartig)

«Ihr Helferinnen und Helfer lest den Abfall am Ufer entlang auf: Alles, was Plastik ist und was nicht liegen bleiben soll, tut ihr in je einen Abfallsack pro Zweierteam», sagte Marc Studer, Präsident des Round Table Club Interlaken. Am Samstag führte der 15 Mitglieder zählende Club sein Sozialprojekt 2019 durch, das dem Kampf gegen Littering am und im Brienzersee gewidmet war. Bei strömendem Regen briefte Studer in einem Zelt an der Schiffländte Bönigen die freiwilligen Helfer und Abfalltaucher.

«Insgesamt sind wir heute 95 Freiwillige, viel mehr als erwartet und alle sehr motiviert», freute sich Studer. Er teilte den Hilfskräften ihren jeweiligen Einsatzort rings um den Brienzersee zu. Auch der Regattaclub Interlaken machte mit. Die Taucher fuhren mit Booten hinaus und sammelten Abfälle in Ufernähe an Orten, wo sich jeweils viele Leute aufhalten. Wie gross die Ausbeute sein werde, lasse sich schwer schätzen. «Grundsätzlich soll der Brienzersee ja der sauberste See der Schweiz sein», so Studer.

Umweltsünden unter Wasser

Etwa 30 Taucherinnen und Taucher des gemeinnützigen Vereins Abfalltaucher Schweiz wagten sich in isolierenden Trockenanzügen in das eisige Nass und suchten in etwa fünf bis zehn Metern Tiefe in Ufernähe. So etwa Sandra Adlesgruber (42) aus Meilen ZH: «Beim ersten Mal Einsteigen ist es schon frisch, aber man nimmt es in Kauf. Irgendwann spürt man die Kälte dann gar nicht mehr.»

Adlesgruber taucht seit einem Jahr bei den Abfalltauchern und hat schon vieles gesehen: «Unter der Wasseroberfläche sieht es oft schlimm aus. Am meisten finden wir Dosen und Flaschen, aber auch Handys, Pistolen oder Microscooter.» Auf der Website der Abfalltaucher heisst es: «Die Schweizer Gewässer sind ein hochsensibles Ökosystem und liegen uns am Herzen. Abfälle jeglicher Art schaden nicht nur dem Ökosystem und den Lebewesen unter Wasser, sondern auch dem Menschen.»

Diesen Abfall fischten die Helferinnen und Helfer aus dem Brienzersee. Bild: PD

Etwa 800 Kilo Abfall

«Es ist wirklich allerhöchste Zeit, etwas für die Umwelt zu tun», fand Taucher Rico Strebel aus Muri im Aargau. Er war diesmal als Allrounder an Land im Hilfseinsatz und machte von der Aktion Drohnenaufnahmen. Strebel: «Bei meinem letzten Taucheinsatz in Luzern fanden wir viel Elektroschrott, aber auch Pfannen, Töpfe und sogar Eheringe.

Mir scheint, dass beim Littering oftmals Alkohol oder Wut im Spiel ist.» Der Trend gehe dahin, immer mehr Leute dazu zu bringen, etwas für die Umwelt zu tun. Wie Organisator Marc Studer mitteilte, wurden am Samstag insgesamt etwa 800 Kilo Abfall gesammelt.

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