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«Eine Rettung in letzter Sekunde»

Erleichterung bei den Verantwortlichen der Wiriehornbahnen AG: Die Nachlassstundung wurde noch einmal verlängert, unter der Bedingung, dass die nötige Anzahl Gläubiger zustimmen.

Erich Klauwers, Verwaltungsratspräsident der Wiriehornbahnen AG, blickt zuversichtlich in die Zukunft, denn die Nachlassstundung ist verlängert worden.
Erich Klauwers, Verwaltungsratspräsident der Wiriehornbahnen AG, blickt zuversichtlich in die Zukunft, denn die Nachlassstundung ist verlängert worden.
Archivbild BO/Claudius Jezella

Gerichtspräsidentin Franziska Friederich Hörr sprach gestern von Rettung in letzter Sekunde. Sie verlängerte der Wiriehornbahnen AG die Nachlassstundung noch einmal um sechs ­Monate bis zum 14. März 2018. Allerdings muss, damit diese Verfügung rechtskräftig wird, die Transliq AG als Nachlassverwalterin eine Anzahl Gläubiger gemäss dem gesetzlich vorgesehenen Quorum dazu bewegen, einem Nachlassvertrag zuzustimmen. Kanton und Bund sind mit 742 000 Franken (früher IH-Darlehen, jetzt NRP-Darlehen) die grössten Gläubiger der Bahnen. Und der Kanton war es, der «in letzter Sekunde» mitgeholfen hat, dass es jetzt doch nicht zum Konkurs der Wiriehornbahnen AG gekommen ist.

Konkurs beantragt

Am 14. September hat die Sachwalterin den Konkurs beantragt. Die Lage schien aussichtslos, nachdem die Hausbank überraschend den Kontokorrentkredit gekündigt hatte. Die Sachlage wurde dem Beco Berner Wirtschaft mitgeteilt, und dessen Chef Ad­rian Studer setzte sich nach Rücksprache mit Regierungsrat Christoph Ammann mit den Verantwortlichen in Verbindung. Es gelang, innert kürzester Zeit Investoren zu finden. Absichtserklärungen von Investoren gab es schon bei der ersten Nachlassstundung. Allerdings waren die damaligen Investoren, wie der Wiriehornbahnen-VR-Präsident Erich Klauwers gestern vor Gericht ausführte, nicht speziell mit der Region verbunden und zahlten dann nicht. Dieses Mal sei es aber anders. Sechs Unternehmen und Privatpersonen aus Thun, Spiez und dem Diemtigtal wollen für neues Aktienkapital von 475 000 Franken sorgen, und zwei davon leisten einen Überbrückungskredit von 300 000 Franken.

«Die Bahn ist ein Lebensnerv im Naturpark Diemtigtal.»

Erich KlauwersVR-PräsidentWiriehornbahnen AG

«Die Bahn ist ein Lebensnerv im Naturpark Diemtigtal», sagte Klauwers. Es gehe auch um Arbeitsplätze. Es sind, so erklärte Geschäftsführer Andreas Wiedmer auf Anfrage, fünf Festangestellte und ein Auszubildender; bei Hochbetrieb sind 40 bis 50 Personen angestellt. Die Gemeinde Diemtigen stehe hinter der Bahn, mit dem Gemeinderat stehe man in Kontakt, aus der Bevölkerung spüre man die positive Stimmung, führte Klauwers aus. In welcher Form die Gemeinde die Bahnen unterstützen will, ist laut Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer noch offen. Der Gemeinderat wird dies zu ge­gebener Zeit in Form einer Vorlage der Gemeindeversammlung unterbreiten.

Jetzt Viersaisonkarte

«Ein Konkurs ist der letzte Ausweg», sagte die Gerichtspräsidentin. Ein Nachlass sei für die Gläubiger ein Vorteil. Gerechnet ­werden kann mit einer Nachlassdividende von 10 bis 15 Prozent. Deshalb entschied sie, dass die Nachlassstundung gewährt werden könne. Sie war sich bewusst, wie wichtig die Bahnen für die Region sind, und wünschte für den kommenden Winter viel Schnee. Die Bahnen teilen mit, dass sie am 7. Oktober den Betrieb wieder aufnehmen. Am 14. Oktober startet der Vorverkauf für die Wintersaison. Mit grossem Engagement, zum Beispiel im Bike­sektor, versuchen die Bahnen, zu einem Viersaisonbetrieb zu werden. Sie lancieren deshalb zum ersten Mal eine Viersaisonkarte.

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