Wohnheim für anerkannte Flüchtlinge «gut gestartet»

Wilderswil

«Der Betrieb im ersten Übergangswohnheim für anerkannte Flüchtlinge im Kanton Bern ist gut angelaufen»: Zu diesem Schluss kommt die Gesundheits- und Fürsorgedirektion nach den Gesprächen am runden Tisch.

Im Hotel Kreuz in Wilderswil sind 40 anerkannte Flüchtling, mehrheitlich aus Eritrea, untergebracht.

Im Hotel Kreuz in Wilderswil sind 40 anerkannte Flüchtling, mehrheitlich aus Eritrea, untergebracht.

(Bild: Hans Urfer)

Im Rahmen eines Pilotprojektes hatte das kantonale Sozialamt Mitte August das Übergangswohnheim im ehemaligen Hotel Kreuz in Wilderswil eröffnet. Es bietet Platz für 40 anerkannte Flüchtlinge. Der Betrieb wurde auf zwei Jahre befristet. Bis zum Bezug einer eigenen Wohnung dient diese Unterkunft für circa drei bis sechs Monate als Übergangswohnheim.

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion hielt am Donnerstag fest, dass «die Zusammensetzung der Bewohnerinnen und Bewohner nur schwer gesteuert werden kann und durch Flüchtlinge bestimmt wird, die innerhalb kurzer Frist keine Wohnung gefunden haben». Momentan stammt der grösste Teil der anerkannten Flüchtlinge aus Eri­trea.

Die Unterkunft wird von der Asylkoordination Thun (AKT) betrieben, die auch die Durchgangszentren im Hotel Rugen in Matten und im Hotel Krone in Unterseen betreut. Doch wie lautet nun die erste Bilanz des Betriebes in Wilderswil?

Erster runder Tisch

Um dies herauszufinden, fand ein sogenannt runder Tisch mit Vertretungen der Gemeindebehörde, des Kantons, der Polizei, der Nachbarschaft und der AKT als Betreiberin statt. Gemäss der gestrigen Mitteilung hatten Nachbarschaft und Polizei keine negativen Vorkommnisse festgestellt. Die AKT Thun als Betreiberin teilte mit, dass der Start ab­gesehen von einigen Anfangsproblemen trotz grossem Zeitdruck erfreulich verlaufen sei.

Der runde Tisch wird künftig einmal im Monat durchgeführt und soll helfen, allfällige Probleme möglichst frühzeitig erkennen und lösen zu können.

Freiwillige willkommen

Die Flüchtlinge sollen möglichst rasch integriert werden, da sie voraussichtlich in der Schweiz bleiben werden, schreibt die Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Deswegen organisiert die AKT im Auftrag des Kantons tägliche Deutschkurse und gemeinnützige Beschäftigungsprogramme. Die Programme sollen in ­enger Kooperation mit den Gemeinden der Region umgesetzt werden.

Hier haben mit Unterstützung des Regierungsstatt­halteramts Interlaken-Oberhasli erste Kontakte mit den Gemeindepräsidenten des Bödeli und Umgebung stattgefunden. Auch Freiwillige seien willkommen, «um diese Integrationsbemühungen zusätzlich zu unter­stützen».

Nun auch in Unterseen

Auch das Hotel Krone in Unterseen werde nun von einer Kollektivunterkunft für 70 Asylsuchende in ein Übergangswohnheim für 50 anerkannte Flüchtlinge umfunktioniert, teilt die Direktion mit. Pascal Pries, Sozialpädagoge HF, ist Leiter beider Übergangswohnheime, also sowohl von jenem in Wilderswil als auch jenem in Unterseen.

aka/pd

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