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X-Alps: Maurer praktisch auf der Zielgeraden

Nunmehr 80 Kilometer beträgt der Vorsprung von Serienmeister «Chrigel» Maurer am Gleitschirmrennen X-Alps.

Bruno Petroni
Chrigel Maurer steht jubelnd auf der Klippe 700 Meter über Monaco. Er hat es geschafft, und hat zum sechsten Mal das X-Alps gewonnen.
Chrigel Maurer steht jubelnd auf der Klippe 700 Meter über Monaco. Er hat es geschafft, und hat zum sechsten Mal das X-Alps gewonnen.
Roland Mischler
Chrigel Maurer läuft nach 9 Tagen und 3 Stunden im Ziel in Monaco ein.
Chrigel Maurer läuft nach 9 Tagen und 3 Stunden im Ziel in Monaco ein.
Roland Mischler
Chrigel Maurer in seinem Element: In der Luft.
Chrigel Maurer in seinem Element: In der Luft.
Roland Mischler
Chrigel Maurer landet bei seiner allerletzten Landung vor dem Ziel in Castagniers oberhalb von Nizza, 17 Kilometer vor dem Ziel in Monaco mitten in den Häusern.
Chrigel Maurer landet bei seiner allerletzten Landung vor dem Ziel in Castagniers oberhalb von Nizza, 17 Kilometer vor dem Ziel in Monaco mitten in den Häusern.
Roland Mischler
Unrasiert, aber happy: Roland Mischler (rechts), Verkaufsleiter der Advance Thun AG, begleitete Chrigel Maurer spontan auf seinen letzten Kilometern.
Unrasiert, aber happy: Roland Mischler (rechts), Verkaufsleiter der Advance Thun AG, begleitete Chrigel Maurer spontan auf seinen letzten Kilometern.
zvg
Die Hitze ist ihm anzusehen: Chrigel Maurer macht sich für den abschliessenden X-stündigen Marsch in der Sommerhitze parat.
Die Hitze ist ihm anzusehen: Chrigel Maurer macht sich für den abschliessenden X-stündigen Marsch in der Sommerhitze parat.
Roland Mischler
«Gredi ufe»: Marathonmann Thoma Coconea im Aufstieg auf den Niesen, kürzt die Wanderwege ab.
«Gredi ufe»: Marathonmann Thoma Coconea im Aufstieg auf den Niesen, kürzt die Wanderwege ab.
Bruno Petroni
Geschafft: Der Rumäne Toma Coconea erreicht die Bergstation des Niesens. Von hier aus fliegt er danach direkt bis ins Wallis, dem X-Alps Ziel Monaco entgegen.
Geschafft: Der Rumäne Toma Coconea erreicht die Bergstation des Niesens. Von hier aus fliegt er danach direkt bis ins Wallis, dem X-Alps Ziel Monaco entgegen.
Bruno Petroni
Enges, aber leichtes Liegegurtzeug: Toma Coconea ist sehr zufrieden mit seiner Materialwahl.
Enges, aber leichtes Liegegurtzeug: Toma Coconea ist sehr zufrieden mit seiner Materialwahl.
Bruno Petroni
Toma Coconea hebt auf dem Niesen ab zu einem langen Flug.
Toma Coconea hebt auf dem Niesen ab zu einem langen Flug.
Bruno Petroni
Kurz nach dem Start verschwindet Toma Coconea in den Nebelschwaden vor dem Fromberghorn.
Kurz nach dem Start verschwindet Toma Coconea in den Nebelschwaden vor dem Fromberghorn.
Bruno Petroni
Patrick von Känel packt nach seinem Flug vom Eigergletscher zur Grütschalp das Material zusammen.
Patrick von Känel packt nach seinem Flug vom Eigergletscher zur Grütschalp das Material zusammen.
Bruno Petroni
Viel Laufarbeit wie hier im Soustal gab es nicht nur für Patrick von Känel, sondern für alle Protagonisten des laufenden 9. X-Alps.
Viel Laufarbeit wie hier im Soustal gab es nicht nur für Patrick von Känel, sondern für alle Protagonisten des laufenden 9. X-Alps.
Bruno Petroni
Chrigel Maurer im Aufstieg zum Elsighorn.
Chrigel Maurer im Aufstieg zum Elsighorn.
Lukas von Känel
Morgens um 8 Uhr: Chrigel Maurer nähert sich von der Brandegg (Grindelwald) aus der Eigernordwand (Hintergrund), begleitet von zwei Kühen.
Morgens um 8 Uhr: Chrigel Maurer nähert sich von der Brandegg (Grindelwald) aus der Eigernordwand (Hintergrund), begleitet von zwei Kühen.
Bruno Petroni
Alles macht Jagd auf Chrigel. Nicht nur die Franzosen, sondern offenbar auch die Kühe.
Alles macht Jagd auf Chrigel. Nicht nur die Franzosen, sondern offenbar auch die Kühe.
Bruno Petroni
Spontan gewählter Startplatz: Unter dem Rotstock neben dem Eigergletscher macht sich Chrigel Maurer mit paar Begleitern parat für den Talflug Richtung Lauterbrunnental.
Spontan gewählter Startplatz: Unter dem Rotstock neben dem Eigergletscher macht sich Chrigel Maurer mit paar Begleitern parat für den Talflug Richtung Lauterbrunnental.
Bruno Petroni
Big Brother is watching you: X-Alps-Hauptsponsor Red Bull begleitet die Spitzenreiter des Rennens fast rund um die Uhr mit dem Hubschrauber.
Big Brother is watching you: X-Alps-Hauptsponsor Red Bull begleitet die Spitzenreiter des Rennens fast rund um die Uhr mit dem Hubschrauber.
Bruno Petroni
Zaungäste: Auf dem Eigergletscher finden sich einige Fans ein, um Chrigel bei seinem Vorbeizug am Eiger zu beobachten.
Zaungäste: Auf dem Eigergletscher finden sich einige Fans ein, um Chrigel bei seinem Vorbeizug am Eiger zu beobachten.
Bruno Petroni
Abheben zum kurzen Talflug: Chrigel Maurer beim Start neben dem Eigergletscher.
Abheben zum kurzen Talflug: Chrigel Maurer beim Start neben dem Eigergletscher.
Bruno Petroni
Vorsicht Kabel: Gleitschirmpiloten müssen stets mit Argusaugen Drahtseile von Bergbahnen und Stromkabel im Blick haben.
Vorsicht Kabel: Gleitschirmpiloten müssen stets mit Argusaugen Drahtseile von Bergbahnen und Stromkabel im Blick haben.
Bruno Petroni
Knapp über das Fallboden-Staubecken: Chrigel Maurer zieht vom Eiger weiter westwärts.
Knapp über das Fallboden-Staubecken: Chrigel Maurer zieht vom Eiger weiter westwärts.
Bruno Petroni
Dieser Bereich unter der Eigernordwand (roter Punkt) muss von allen X-Alps-Protagonisten passiert werden. Der Eiger-Trail führt dort vorbei, was den Athleten das vorwärtskommen auf einem präparierten Bergweg erleichtert.
Dieser Bereich unter der Eigernordwand (roter Punkt) muss von allen X-Alps-Protagonisten passiert werden. Der Eiger-Trail führt dort vorbei, was den Athleten das vorwärtskommen auf einem präparierten Bergweg erleichtert.
Bruno Petroni
Plötzlich taucht Chrigel Maurer aus den Wolken auf.
Plötzlich taucht Chrigel Maurer aus den Wolken auf.
Bruno Petroni
Chrigel...
Chrigel...
Bruno Petroni
...hat genügend Höhenreserve...
...hat genügend Höhenreserve...
Bruno Petroni
...um das Gletscherplateau...
...um das Gletscherplateau...
Bruno Petroni
...auf dem Titlis anzufliegen.
...auf dem Titlis anzufliegen.
Bruno Petroni
Punktlandung auf dem Gletscherplateau des Titlis.
Punktlandung auf dem Gletscherplateau des Titlis.
Bruno Petroni
Im Hintergrund...
Im Hintergrund...
Bruno Petroni
...sind bereits die aufziehenden Gewitterwolken zu sehen.
...sind bereits die aufziehenden Gewitterwolken zu sehen.
Bruno Petroni
Signatur: Chrigel Maurer unterschreibt...
Signatur: Chrigel Maurer unterschreibt...
Bruno Petroni
...die Kontrolltafel am Wendepunkt auf dem Titlis.
...die Kontrolltafel am Wendepunkt auf dem Titlis.
Bruno Petroni
Endlich mal wieder ein Bier.
Endlich mal wieder ein Bier.
Bruno Petroni
Während des Verpflegens beobachtet Chrigel Maurer die Wetterentwicklung. Im Hintergrund ist das Gadmertal zu sehen, durch welches er als nächstes fliegen will.
Während des Verpflegens beobachtet Chrigel Maurer die Wetterentwicklung. Im Hintergrund ist das Gadmertal zu sehen, durch welches er als nächstes fliegen will.
Bruno Petroni
Chrigel Maurer war auf dem Titlis...
Chrigel Maurer war auf dem Titlis...
Bruno Petroni
...ein gefragter Interviewpartner für die Medien.
...ein gefragter Interviewpartner für die Medien.
Bruno Petroni
Lagebeurteilung: Chrigel nimmt sich am Wendepunkt genügend Zeit zur weiteren Planung. Kann er auch. Sein Vorsprung ist immens.
Lagebeurteilung: Chrigel nimmt sich am Wendepunkt genügend Zeit zur weiteren Planung. Kann er auch. Sein Vorsprung ist immens.
Bruno Petroni
Selfie mit BO-Reporter Bruno Petroni.
Selfie mit BO-Reporter Bruno Petroni.
Bruno Petroni
Gewitterstimmung am Titlis.
Gewitterstimmung am Titlis.
Bruno Petroni
Gewitterstimmung über dem Gental und Melchsee-Frutt.
Gewitterstimmung über dem Gental und Melchsee-Frutt.
Bruno Petroni
Chrigel Maurer bereitet sich auf den Abflug vor.
Chrigel Maurer bereitet sich auf den Abflug vor.
Bruno Petroni
Abflug: Nach dem Gewitter...
Abflug: Nach dem Gewitter...
Bruno Petroni
...hebt Chrigel Maurer Richtung Süden ab
...hebt Chrigel Maurer Richtung Süden ab
Bruno Petroni
Blick zurück zum Titlis.
Blick zurück zum Titlis.
Bruno Petroni
Nun fliegt er der Tällifluh entlang...
Nun fliegt er der Tällifluh entlang...
Bruno Petroni
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Am 8. Tag des X-Alps sind die Stellungen an der Front bezogen: Der fünffache X-Alps-Champion Christian «Chrigel» Maurer aus Frutigen konnte am Sonntag mit 80 Kilometer Vorsprung auf den an zweiter Stelle kämpfenden Franzosen Maxime Pinot via Alpe d'Huez dem letzten hohen Wendepunkt zufliegen, dem Monte Viso (3841 m). Beim prognostizierten Schönwetter kann davon ausgegangen werden, dass Maurer im Verlaufe des Montags den letzten Wendpunkt Cheval Blanc passieren und später am Ziel in Monaco eintreffen wird; das wird sein sechster X-Alps-Sieg in Folge.

Maxime Pinot hat seinerseits einen soliden Vorsprung auf den an dritter Stelle liegenden Österreicher und dreimalige Podestplatz-Gewinner am X-Alps, Paul Guschlbauer. Dahinter hat sich Benoît Outters von Patrick von Känel distanzieren können; Letzterer wird nach wie vor von Aaron Durogati (Italien) und Gaspard Petiot (Frankreich) arg bedrängt. Der fünfte Platz ist für den 24-jährigen X-Alps-Neuling aus Frutigen also noch nicht im Trockenen – ganz im Gegenteil, figurieren knapp 400 Kilometer vor dem Ziel nicht weniger als acht Athleten innerhalb von nur 25 Kilometern; hier kann also noch alles passieren.

Konstanter Patrick von Känel

Immerhin konnten die Protagonisten am Sonntag wieder längere Strecken fliegend zurücklegen, nachdem die drei Tage zuvor von langen Fussmärschen geprägt waren. Auch Patrick von Känel lernte die X-Alps-Tortur mit dem Aufstieg zum Titlis am Freitag kennen. Ein hartes Stück Arbeit, der Aufstieg zum 3040 Meter hohen Grenzberg zwischen den Kantonen Obwalden und Bern.

Umso erstaunlicher, dass Patrick von Känel, mit 24 Jahren der Jüngste des 32-köpfigen X-Alps-Starterfeldes, am Samstag bei der Durchquerung des Berner Oberlandes trotzdem vor Energie nur so strotzte: Im Reichenbachtal überholte von Känel den vor ihm liegenden Italiener Aaron Durogati, den Aufstieg zum Wendepunkt unter der Eigernordwand schaffte er mit viel Effizienz und sein Heimatdorf Frutigen überflog er vorübergehend an vierter Stelle liegend 800 Meter über Grund. Bereits am frühen Samstagmorgen bewies der Frutiger dann auch Augenmass, indem er ohne jegliche Thermik vom Eigergletscher direkt zur Grütschalp flog. Beim Zusammenpacken spasste er: «I ga de öppe rasch hei ga dusche.»

Für von Känel ist das 1138 Kilometer lange X-Alps mit Start in Salzburg und Ziel in Monaco am Mittelmeer ein Vorstoss in unbekannte Dimensionen. Bereits vor dem Rennen zeigte er Respekt vor der grossen Distanz: «Ich will nicht zu schnell starten und schauen, dass ich meinen Energiehaushalt im Griff habe. Denn Rennen von mehr als vier Tagen Dauer sind für mich eine Unbekannte.» Dass er seine Batterien im Griff hat, beweist von Känel mit seiner Konstanz im laufenden X-Alps. Wenn nichts mehr Unvorhergesehenes passiert, dürfte er das Rennen in den Top-Sechs beenden.

Auch der Marathonmann im Oberland vorbei

Inzwischen haben zwölf Athleten das Oberland passiert, also gut die Hälfte der noch 29 im Rennen befindlichen Teilnehmer. Einer von ihnen ist der Rumäne Toma Coconea. Er gilt als Rockstar unter den Gleitschirm-Marathonspezialisten, bestreitet bereits sein neuntes X-Alps, war also von Beginn weg mit dabei. Der 44-jährige Karpater ist fraglos der beliebteste aller Protagonisten mit einem mehrfachen an Followern auf den ditigalen Medienportalen als die Konkurrenten. Von den bisher 700 Kilometern hat Coconea bisher mehr als ein Drittel zu Fuss zurückgelegt. Im Vergleich dazu marschiert der führende Chrigel Maurer nur etwa ein Fünftel der Gesamtstrecke. Bereits zwei Mal wurde Coconea am X-Alps Zweiter und gilt als laufendes Wunder.

Mit Schirm aus Hightech-Oberländer Entwicklung

Toma Coconea gehört dem Advance-Team an und zeigt sich ausgesprochen glücklich über seine Materialwahl: «Ich hatte noch nie eine so tolle Ausrüstung. Alles ist leicht sitzt perfekt, die Leistung des Gleitschirms ist phänomenal», sagte er am frühen Sonntagmorgen im Aufstieg zum Niesen. Nur das Einsteigen in das enge Liegegurtzeug vor dem Start mit dem Gleitschirm entpuppt sich im meist steilen und unwegsamen Gelände immer wieder als Balanceakt.

Nebst Coconea fliegen am diesjährigen X-Alps auch Aaron Durogati, Patrick von Känel und Chrigel Maurer mit dem Omega X-Alps 3 des Thuner Gleitschirmherstellers Advance. Die Advance-Verantwortlichen dürften mit grosser Genugtuung feststellen, dass alle vier «Werkspiloten» in den Topten-Rängen figurieren.

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