Zehn Kandidaten für sechs Sitze

Wimmis

Am 23. Oktober wird an der Urne die Behörde für die Legislatur 2017 bis 2020 gewählt. Unangetastet bleiben dürfte die Vormachtstellung der SVP. Die Frage ist, wer von den Neuen einen Coup landen wird.

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Jürg Spielmann

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Redensart trifft auf das Dorf am Fusse des Niesens nicht zu. Die Wahlen sind in Wimmis vielmehr Genuss als Verdruss. «Mit zehn Frauen und Männern, die sich um einen der sechs Sitze bewerben, haben wir eine spannende Ausgangslage», lässt sich Gemeindepräsident Peter Schmid im Info-Bulletin Vindemias vernehmen. «Es ist absolut nicht selbstverständlich, dass sich jemand diesem Auswahlverfahren stellt, in welchem es auch Unterlegene geben wird.»

Zu Letzteren gehört SVP-Politiker Schmid nicht. Wie diese Zeitung schon vor Monatsfrist berichtete, wurde der Landwirt bereits für die Amtsdauer 2017 bis 2020 still gewählt. Der ehemalige Ratspräsident bekleidet das Präsidialamt seit 2013.

Wie viel SVP soll es sein?

Ebenfalls still gewählt ist dessen Parteikollegin Barbara Josi als Gemeinderatspräsidentin. Das jedoch mit dem Vorbehalt, dass die Kauffrau am Urnengang vom 23. Oktober die Wiederwahl in den Gemeinderat schafft – wovon gemeinhin ausgegangen wird.

Zehn Kandidatinnen und Kandidaten buhlen an der Majorzwahl um den Einzug in den sechsköpfigen Gemeinderat. Vom bis Ende Jahr tätigen Gremium wird einzig der parteilose Vizeratspräsident Beat Maurer nicht wiederwählbar sein. Er scheidet nach drei Legislaturen aus der Exekutive aus. Was sich abzeichnet: Der Wahlsieg dürfte – und das scheint unbestritten – über die Volkspartei führen.

Vom bis Ende Jahr tätigen Gremium wird einzig der  parteilose Vizeratspräsident  Beat Maurer nicht wiederwählbar sein.

Sie tritt mit ihren vier Bisherigen sowie Bruno Stucki, einem 29-jährigen Bereichsleiter Berufsbildung, an. Der totale SVP-Angriff also? Parteipräsident Markus Josi winkt ab. «Unser primäres Ziel sind das Gemeinde- und das Ratspräsidium sowie die Bestätigung unserer vier Gemeinderatssitze.» Deren vier seien sehr gut, so Josi, ein fünfter wäre für ihn «das Sahnehäubchen».

Es würden aber zehn qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten antreten. Er sieht dabei die Arrivierten, jene von SVP, Forum und EDU, in der Favoritenrolle. Doch nicht nur: «Der parteilose Markus Zaugg hat reelle Chancen, gewählt zu werden.» Er sei ein Bürgerlicher, gut vernetzt und habe über Jahre hinweg gute Arbeit in Feuerwehr und Vereinen geleistet. Der Versicherungs- und Vorsorgeberater, der infolge Ortsabwesenheit für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, wird zudem vom Gewerbeverein unterstützt.

Das Forum will zulegen

Das wird auch Mathias Siegen­thaler, Kandidat und Präsident der unlängst gegründeten FDP Niedersimmental. Obwohl er willens sei und überzeugt, etwas bewirken zu können, rechnet er sich nur Aussenseiterchancen aus. Das aus dem nachvollziehbaren Grund, dass sein Bekanntheitsgrad in Wimmis, wo er erst seit Januar lebt, noch nicht riesig ist. Er findet, eine etwas breitere Meinungsvielfalt würde dem Gemeinderat gut anstehen. «Ich lasse mich am 23. Oktober gerne positiv überraschen», sagt der Senior-Projektleiter und Mitinhaber eines Brautmodehauses und Outlets in Wimmis.

Eine bewährte, jedoch trotzdem noch junge Alternative ist das Forum Wimmis. Die Wählergruppe, für die der amtierende Gemeinderat Matthias Bigler sowie Marc Cardi ins Rennen steigen, deckt das Spektrum Mitte-links ab. Sie war vor vier Jahren als Folge der SP-Auflösung gegründet worden. «Unser Ziel ist es, dass wir zu zweit in den Gemeinderat einziehen», meint Forum-Präsident Bigler. Zwar attestiert er der SVP, dass es «in vielen Bereichen gut läuft», dennoch wünsche er sich einen etwas breiter abgestützten Gemeinderat.

Einen neuerlichen Versuch, im Gremium Fuss zu fassen, unternimmt Familienfrau Franziska von Siebenthal. Die EDU-Politikerin hatte vor 15 Jahren für die damalige Freie Ortspartei eine Legislatur zu Ende geführt. «2012 hätte ich auch das absolute Mehr erreicht gehabt, lag aber hinter Yvan Kolly von der SVP.» Das absolute Mehr, das es zu erreichen gilt, entspricht der Hälfte der gültigen Stimmen geteilt durch die Anzahl Sitze plus eins. Erreichen weniger Kandidierende das absolute Mehr, als Sitze zu besetzen sind, kommt es am 27. November zu einem zweiten Wahlgang.

Der Moment der (Wahl-)Wahrheit wird in Wimmis am 23.Oktober um punkt 14 Uhr erreicht sein: Dann werden die Ergebnisse bei der Gemeindeverwaltung bekannt gegeben.

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