Zum Hauptinhalt springen

Zum Jubiläum des Dorfarchivs Adelboden gabs ein sagenhaftes Buch

Das 10-Jahr-Jubiläum des Dorfarchivs wurde am Samstag mit einem Tag der offenen Türe, Festreden und einer Buchvernissage gefeiert.

Sie haben das Buch«Sagenhaftes aus Adelboden» gestaltet: Der Illustrator Björn Zryd (l.) und der Autor Christian Bärtschi.
Sie haben das Buch«Sagenhaftes aus Adelboden» gestaltet: Der Illustrator Björn Zryd (l.) und der Autor Christian Bärtschi.
Herbert Kobi

Im Kirchgemeindehaus wurde am Samstag an das erste Jahrzehnt des Adelbodner Dorfarchivs gedacht. Dankesreden, auch von Gemeinderatspräsident Markus Gempeler, dem Sagenbuch angepasste Musikeinlagen von Regula Gerber und die Vorstellung des Buches «Sagenhaftes aus Adelboden» bildeten die Grundlage des Nachmittags. Einen grossen Teil davon bestritt der Historiker und Archivar Thomas Schmid von der Burger­bibliothek Bern.

Goldader der Geschichte

Schmid konnte aus der sonst trockenen Archivarbeit doch einiges Positives gewinnen. Er zitierte die australische Autorin Ger­maine Greer: «Archive sind die Goldadern der Geschichte – alles andere sind Meinungen.» Neben Archiven der Gemeinden, der Kantone und des Bundes brauche es aber auch Privatarchive von Einzelpersonen, Familien, Vereinen und Firmen.

Dazu brauche es das Sozialarchiv in Zürich, das Wirtschaftsarchiv in Basel, die Burgerbibliothek, das hiesige Dorfarchiv und viele andere mehr. «Ohne diese Unterlagen gingen viele historische Fakten verloren, welche einen Teil der Geschichte ausmachen.»

Schmunzeln und Erschaudern

Moderator Toni Koller präsentierte die Vernissage des Jubiläumsbuches «Sagenhaftes aus Adelboden». Nach ihm steht aus religiösen Gründen ein Sagenbuch im Engstligtal nicht an erster Stelle, da Hinweise auf eine teuflische Macht nicht toleriert würden. Doch bestehe in der Region trotz allem ein grosser Fundus von überlieferten grauslichen Erzählungen, die nun im neuen Buch von Christian Bärtschi vorkämen.

Die Lesung des Autors vermittelte dabei Unbekanntes aus dem Lohnerdorf, welches zum Schmunzeln verleitete, aber auch kalten Schauder erzeugte. «Ich habe alle Unterlagen, welche ich gefunden habe, verarbeitet.

Weitere Anregungen erscheinen in einem Nachfolgeband», meinte Bärtschi. Sagen und Märchen erzählen viel von unseren Ängsten und Träumen. In Adelboden würde viel die Bibel gelesen, aber auch darin kämen sagenhafte Gestalten und Geschichten vor, wobei auch hier ein Konsens zur überlieferten Sage gefunden werden könne.

Schwieriger Auftrag

Der Künstler Björn Zryd hatte den schwierigen Auftrag erhalten, zu einzelnen Geschichten Illustrationen anzufertigen. Zryd erinnerte sich: «Ich ging mit Freude an das Werk. Der Touch, die faszinierenden Geschichten in bildliche Form umzusetzen, kam schnell. Ich zeige dem Betrachter, wie es aussah, obwohl es wohl ganz anders war.» Doch für ihn hätten Sagen mit sehr grosser Übertreibung und einer verschärften Pointe zu tun.

Im Vorverkauf fanden das Buch und die gemalten Bilder am Samstag reissenden Absatz. Das Jubiläumsbuch von Christian Bärtschi und Björn Zryd (ISBN-Nr. 978-3-033-06867-4) zum Preis von 26 Franken wird nächstens in lokalen und regionalen Verkaufsstellen erhältlich sein.

10 Jahre Dorfarchiv

Die Stiftung Dorfarchiv Adelboden wurde durch einen Beschluss des Adelbodner Gemeinderates am 6. Dezember 2007 gegründet. Die offizielle Eröffnung des Archives und die Aufnahme des Betriebs im Keller des Pfarrhauses erfolgten am 13. Juni 2008.

Die Gemeinde brachte als Stiftungsvermögen das Alfred-Bärtschi-Archiv ein. Kurz nach der Gründung konnte von den Erben des verstorbenen Dr. Jakob Aellig sein umfangreiches Archiv als Schenkung entgegengenommen werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch