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Das Aus für die Gebirgslandeplätze Gumm und Rosenegg-West

Das Bundesgericht entschied: Die beiden Gebirgslandeplätze Gumm und Rosenegg-West werden definitiv geschlossen.

Der Gebirgslandeplatz Gumm (Hintergrund) wird aufgehoben.
Der Gebirgslandeplatz Gumm (Hintergrund) wird aufgehoben.
Bruno Petroni

Die Gebirgslandeplätze Rosenegg-West (Grindelwald) und Gumm (Saanen) werden per Ende September definitiv aufgehoben. Das Bundesgericht hat eine Verfügung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bestätigt und hält fest, dass kein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) eingeholt werden müsse, ehe über die Streichung der Gebirgslandeplätze im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) entschieden werden dürfe.

Davon war das Bundesverwaltungsgericht als Vorinstanz in einem Entscheid vor 13 Monaten nämlich ausgegangen (wir haben berichtet). Es hiess damals eine Beschwerde der drei Berner Oberländer Gemeinden Grindelwald, Innertkirchen und Saanen gut. Diese wehrten sich gegen die Aufhebung der Landeplätze Rosenegg-West und Gumm.

Das Bundesverwaltungsgericht entschied damals, dass die Aufhebung der beiden Landeplätze Auswirkungen auf andere Landeplätze hätte, weshalb für alle 22 Gebirgslandeplätze, die wie Rosenegg-West und Gumm im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgeführt seien, ein ENHK-Gutachten zu erstellen sei.

Nur Rosenegg und Gumm

Dieses Urteil hat das Bundesgericht nun aufgehoben. Es ist zum Schluss gelangt, dass die Vorinstanz den Streitgegenstand unzulässig ausgeweitet habe. Streitpunkt seien nur die Landeplätze Rosenegg-West und Gumm. Und weil die Aufhebung nicht zu einer neuen oder zusätzlichen Beeinträchtigung führe, sondern zu einer Verbesserung für Natur und Landschaft, sei auch kein Gutachten nötig.

«Unsere Forderung, die 22 Gebirgs­landeplätze inden nationalen ­Schutzgebieten ­aufzuheben, ­besteht weiter.»

Maren Kern, Mountain Wilderness

Mit der Streichung der Landeplätze Rosenegg-West und Gumm bestehen in der Schweiz noch 40 Gebirgslandeplätze. Auch die Organisation Mountain Wilderness Schweiz hatte Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts eingelegt. Darauf ist das Bundesgericht jedoch wegen fehlender Beschwerdelegitimation nicht eingetreten.

Forderung bleibt bestehen

Maren Kern, die Geschäftsleiterin von Mountain Wilderness, zeigt sich «enttäuscht davon, dass das Bundesgericht auf unsere Argumente nicht eingegangen ist. Die Streichung von zwei Gebirgslandeplätzen ist ein schwacher Trost.

Unsere Forderung, die 22 Gebirgslandeplätze in den nationalen Schutzgebieten aufzuheben, besteht aber weiter.» Kern kündigt denn für diesen Frühling bereits eine weitere Demonstration gegen das Heliskifahren an. Auch will die Organisation ihre Forderungen in den Medien künftig weiter klar publizieren und rechtliche Möglichkeiten prüfen.

Pro-Natura-Bern-Präsidentin Verena Wagner äussert sich zur Sache wie folgt: «Das Bundesgericht hat in der Abwägung zwischen Schutz von Rosenegg-West und Gumm und den einseitigen Nutzerinteressen erfreulicherweise zugunsten von Natur und Landschaft entschieden. Damit hat das Bundesgericht einen bedeutenden Punkt zum Erhalt einer intakten Landschaft gesetzt. Das ist ein starkes Zeichen.»

Patrick Aegerter, der Regionalleiter der Swiss Helicopter AG: «Wir bedauern diesen Entscheid zwar, aber wir akzeptieren ihn. Und hoffen jetzt halt einfach, dass dieses Thema somit mal erledigt ist.»

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