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Zwei Skitourenrouten werden wieder freigegeben – aber…

Teilerfolg für die Bergführer im Streit um drei Skitourenrouten am Schwarzhorn? Oder doch nicht? Jedenfalls hat der Kanton jetzt zwei Routensperrungen etwas abgeändert – aber nicht gänzlich aufgehoben.

Diese Lücke - die Gärstenlücke - dürfen Skitourengeher künftig während 15 Wochen jeweils am Freitag und am Samstag passieren. Dies verfügte das Kantonale Jagdinspektorat jetzt.
Diese Lücke - die Gärstenlücke - dürfen Skitourengeher künftig während 15 Wochen jeweils am Freitag und am Samstag passieren. Dies verfügte das Kantonale Jagdinspektorat jetzt.
Bruno Petroni

Auf Anweisung des Verwaltungsgerichts hat das Jagdinspektorat sieben Routen im eidgenössischen Jagdbanngebiet Schwarzhorn nochmals überprüft. Jetzt verfügt der Kanton folgende zwei Änderungen: «Die Skitourenroute Gärstenlücke–Oltscheren, eine anspruchsvolle Tour für Bergführer und Personen mit viel Erfahrung, wird während 15 Wochen jeweils am Freitag und Samstag geöffnet.

Mit der Nutzung an maximal 30 Tagen wird der Lebensraum der Gämsen und Schneehühner wenig beeinträchtigt», begründet das Jagdinspektorat seinen überholten Entscheid.

Fünf Routen bleiben zu

Die zweite Änderung betrifft die Skitourenroute Chaltenbrunnen, die künftig ab dem 15. März geschlossen wird. Laut Jagdinspektorat führt die wenig anspruchsvolle Route durch den Lebensraum der Birkhühner und durch eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung. Mit der Sperrung ab Mitte März soll den Birkhühnern eine ungestörte Balz ermöglicht werden.

Keine Änderungen gibt es gemäss der am Donnerstag veröffentlichten Medienmitteilung der bernischen Volkswirtschaftsdirektion bei den anderen fünf Routen, die nochmals überprüft wurden: Gassenhorn, Tschingel und Grindelgrad bleiben geöffnet, Bandspitz-Südroute und Schöniwenghörner-Ostgipfel sind gesperrt und dürfen nicht begangen werden.

Doppelte Routenzahl

Das Jagdinspektorat hält abschliessend fest: «Im eidgenössischen Jagdbanngebiet Schwarzhorn haben Wildtiere Vorrang. Im Winter gilt ein Weggebot, Wintersportlerinnen und -sportler müssen auf den genehmigten Schneesportrouten bleiben.» Im Gebiet rund um das Schwarzhorn habe sich die Zahl der Routen innert 23 Jahren verdoppelt, und die Zahl der Wintersportlerinnen und -sportler habe entsprechend deutlich zugenommen.

Strittige Skitourenrouten

Vor 3 Jahren arbeitete das Jagdinspektorat ein «wildtierverträgliches» Routennetz aus. Ziel dieser Revision war es, traditionelle Routen zu erhalten, wenn es sich mit den Schutzzielen vereinbaren lässt. In den darauf folgenden Gesprächen mit den Beteiligten auf Schutz- und Nutzerseite blieben jedoch die oben erwähnten sieben Routen umstritten.

2016 entschied das Jagdinspektorat, dass drei Routen geschlossen würden. Das neue Routennetz wurde von Swisstopo publiziert. Gegen dieses Vorgehen erhoben die Bergführervereine Grindelwald und Meiringen Beschwerde, die vom kantonalen Verwaltungsgericht im Januar dieses Jahres gestützt wurde: Letzteres hiess die Beschwerde gut und pfiff den Entscheid der kantonalen Behörden zurück (wir haben berichtet).

Momentan keine Reaktion

Mitte März sagte der Grindelwalder Rettungschef Marc Ziegler dieser Zeitung gegenüber, man wäre durchaus bereit zu Kompromissen wie tageszeitlichen Einschränkungen, aber die komplette Streichung der drei wichtigen Skitourenrouten Gärstenlücke, Schöniwenghörner und Bandspitz sei nur noch reine Willkür.

Ob die nun verfügte beschränkte Öffnung der Route Gärstenlücke–Oltscheren und weiterhin bestehende Sperre der übrigen zwei Routen den für eine Wiederöffnung kämpfenden Bergführervereinen ausreicht oder nicht, konnte Marc Ziegler Am Donnerstag nicht sagen; entsprechend verzichtete der Sprecher der betroffenen Bergführer im Moment auf eine Stellungnahme.

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