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Zwischen Ablehnung und Verkleinerungswünschen

Das Grossprojekt auf der Aellenmatte mit dem Kernstück eines Ferienresorts hat Reaktionen ausgelöst. Die sieben Eingaben reichen von Ablehnungbis zu Redimensionierungs­vorschlägen.

Das Grossprojekt auf der Aellenmatte (braune Fläche): Rechts das Ferienresort Swiss Alpine Village, in der Mitte das Hotel Möserhof, unten rechts die BDG-Talstation der neuen Gondelbahn aufs Saanersloch, länglich ausgedehnt der neue MOB-Bahnhof mit den 220 Meter langen Aussenperrons.
Das Grossprojekt auf der Aellenmatte (braune Fläche): Rechts das Ferienresort Swiss Alpine Village, in der Mitte das Hotel Möserhof, unten rechts die BDG-Talstation der neuen Gondelbahn aufs Saanersloch, länglich ausgedehnt der neue MOB-Bahnhof mit den 220 Meter langen Aussenperrons.
zvg

Letzten Freitag lief die Frist zur Mitwirkung fürs Grossprojekt in Saanenmöser ab. Sie wurde von sieben Direktbetroffenen für Eingaben genutzt, wie Walter Matti-Zbären auf Anfrage mitteilt. Dabei steht die Mitwirkung allen offen und ist räumlich nicht eingeschränkt. «Die Eingaben reichen von kompletter Ablehnung bis hin zu Ratschlägen, wie das Projekt redimensioniert werden kann», fasst der Fachleiter Raumplanung der Gemeinde Saanen zusammen.

Vier miteinander verknüpft

Tatsächlich kann man das gesamte Projekt auf der Aellenmatte als einen kühnen touristischen Wurf bezeichnen, der nicht auf die Schnelle zu realisieren sein wird. Das Filetstück der vier miteinander zu verknüpfenden Projekte ist das Ferienresort Swiss Alpine Village, hinter dem die Frutiger AG mit Sitz in Thun als Initiantin und Projektentwicklerin steht. Geplant sind 150 Appartements mit rund 600 Betten.

Dazu gehört auch eine Einstellhalle für insgesamt 900 Fahrzeuge, die auf dem Parkplatzareal der Bergbahnen Destination Gstaad zu stehen kommen soll. Von der im Bau befindlichen Talstation der neuen Gondelbahn aufs Saanersloch ist eine Verbindung direkt ins Re­sort vorgesehen. Gegenüber dem Swiss Alpine Village soll ein Viersternhotel Möserhof mit 40 bis 60 Betten von Bauherr Walter von Siebenthal entstehen. Als viertes Projekt steht der Um- und Ausbau des MOB-Bahnhofs vor der Realisierung in den nächsten Jahren.

Genauere Zeitpläne für die Verwirklichung des Gesamtprojekts liegen noch nicht vor. Man muss klar sehen: Es handelt sich um einen Entwicklungsrichtplan als erstes Steuerungsinstrument für ein Projekt mit einer ansehnlichen Flughöhe. Jetzt ist die Vor­lage erstmals öffentlich einer Beurteilung ausgesetzt worden. Und diese fördert nun Reaktionen in der ganzen Bandbreite zutage.

Einige Befürchtungen

Die bis gestern eingegangenen Eingaben bringen Anregungen zu einer anderen Erschliessung vor. «Es liegt ein konkreter Vorschlag vor, die Erschliessung über eine andere Parzelle zu lösen», sagt Walter Matti-Zbären. Ein Thema ist auch die Wendeschlaufe für den Bus. Sollte das Resort realisiert werden, wäre die Wendeschlaufe im Resort selber geplant. «Eine Wendeschlaufe neben der Talstation wird hingegen ab­gelehnt», so Matti-Zbären.

«Eine Wendeschlaufe neben der Talstation wird abgelehnt.»

Walter Matti-ZbärenFachleiter Raumplanung Saanen

Der Fachleiter Raumplanung hat in den Eingaben auch einige Befürchtungen ausgemacht. Etwa, dass die Gestaltung nicht den gängigen Grössenverhältnissen der Region entsprechen und ein Hochbau drohen könnte. Oder dass das Projekt zu überdimensioniert daherkomme und viele der Wohnungen im Sommer leer stünden. Infrage gestellt wird nach den Informationen von Walter Matti-Zbären auch die Wirtschaftlichkeit. Besonders, da der Skisport im Verdrängungswettbewerb stehe und nicht unbedingt im Wachsen begriffen sei.

«Das ist Knochenarbeit»

Als Nächstes werden die Eingaben geprüft und wird ein Bericht über die Mitwirkung verfasst. «Das ist Knochenarbeit und dauert ein paar Wochen», sagt Wal­ter Matti-Zbären. Diesen Bericht, der als öffentliches Dokument gilt, wird der Saaner Gemeinderat genehmigen. Danach folgt die Vorprüfung durch den Kanton, mit der zwischen Februar und April 2018 zu rechnen ist. Bis Juni sollte die Bereinigung durch sein, ehe der Beschluss des Gemeinderats und die Zustimmung der Partner bis Juli erwartet werden.

Für die Finanzierung wird wichtig sein, wie die Erschliessung aussehen wird. Daran beteiligen sich alle vier Partner. Auch beim Parkhaus muss geklärt werden, wie die Kostenbeteiligung ausfällt. Fürs Ferienresort, das alleine zwischen 60 und 70 Millionen Franken kosten wird, kommt der Investor auf. Dazu wollte sich gestern Jürg Wanzenried, der Verantwortliche für das Projekt bei der Frutiger AG, noch nicht äussern: «Zuerst wollen wir die Eingaben zum Mitwirkungsverfahren genau studieren, und es müssen die notwendigen Gespräche geführt werden.»

Wenn das ganze Paket mal als Überbauungsordnung vorliegt und es um die Baubewilligung und die Finanzierung geht – «dann hat der Stimmbürger ein Mitspracherecht», sagt Walter Matti-Zbären.

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