«Öppis Rächts» für hungrige Greenfield-Helfer

Greenfield Die Rockstars und ihre Fans kommen frühestens am Mittwoch auf den Flugplatz Interlaken, die Aufbauer und Helfer sind aber schon seit Freitag da. Für ihr Wohl sorgt seit vier Jahren die Seeburg.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

Gelbe Blümchen stehen auf jedem Tisch, karierte Tischdecken verstecken den Festbank, der Raum wirkt heller als früher – die Atmosphäre im Hangar auf dem Flugplatz mutet fast heimelig an.

«Das ist unser Anspruch, eine gute Leistung abzuliefern, einen sauberen und gepflegten Gastraum zu bieten sowie eine persönliche Atmosphäre zu schaffen», sagt Rudolf Rath, Leiter Gastronomie und Hotellerie bei der einheimischen Institution Seeburg. «Zum Teil etwas ungewöhnlich, aber freundlich und dankbar», so beschreibt Rath seine Gäste in der Helferstube.

Die Ruhe vor dem Sturm

Bereits zum vierten Mal in Folge ist die Verköstigung der Greenfield-Helfer, wie auch jene des Trucker- und Country-Festivals, Sache der Seeburg. Rath: «Für unseren Bereich Hotellerie und Gastronomie ist das ein wichtiger Auftrag.»

Seit Freitag sind Raths Leute für elf Tage vor Ort und bewirten die Helfer, die im Einsatz stehen. «Aktuell sind wir in der Aufwärmphase», scherzt Rath. An Spitzentagen wie dem Festivalsamstag werden über 660 Nachtessen rausgegeben. «Übers ganze Festival hinweg produzieren wir 6000 Mahlzeiten für die Helfer.» 500 Kilogramm Gemüse und 360 Kilogramm Rindfleisch verarbeiten die Seeburg-Mitarbeiter unter anderem.

«Die Leute arbeiten hart, sie haben Anrecht auf ‹öppis Rächts›.»Rudolf Rath, Leiter Gastronomie und Hotellerie Seeburg

Und die Mahlzeiten haben es in sich. «Die Leute arbeiten hart, sie haben Anrecht auf ‹öppis Rächts›, brauchen die Proteine», so Rath. Die gängigen Esstrends machen aber auch vor der Seeburg nicht halt. «Die Salatsaucen erstellen wir mit Pflanzenöl, so sind die Salate vegan», erklärt Rath. Und wer zum Beispiel eine Glutenunverträglichkeit hat, kann sich melden und kriegt ein spezielles Menü. «Wir wollen allen etwas bieten können.»

«Öppis Rächts» – das war auch der lokalen Veranstalterin Jungfrau World Events GmbH wichtig, wie Geschäftsführerin Iris Huggler erklärt: «Früher kauften wir das Künstler- und Helfer­catering immer gemeinsam ein, weil es überall so ist.» Wenn dann ab dem ersten offiziellen Festivaltag die Künstler verköstigt wurden, hätte das Helfercatering darunter gelitten. «Wir sind froh, können wir im Bereich Helfer­catering mit der Seeburg zusammenarbeiten.»

35 Mitarbeiter der Seeburg stehen über die elf Tage im Einsatz. Alles Fachspezialisten, wie Rudolf Rath erklärt. Am Buffet und beim Essensbonscanner braucht es drei Leute, dazu zwei in der Küche und eine Person, die abräumt. So auch Selina Stäger, Dominik Schürch und Marianne Gehri, die gestern das Buffet betreuten.

Rösti und Rührei

In der Küche steht Res Tritten. Der ehemalige Vizechef des Kursaals ist bei der Seeburg eigentlich als Jobcoach engagiert. «Wenn es ums Catering geht, helfe ich als gelernter Hotelier aber gerne aus», so Tritten. Die Militärküche im Hangar sei ideal für die grossen Mengen. «Mit dem Kombisteamer kann ich dämpfen, backen oder sogar regenerieren.» Heisst, aufwärmen: Ein Teil des Essens wird im Jungfrau-Hotel in Wilderswil vorproduziert.

«Den Alpenkräutertee zum Beispiel bereiten wir aber vor Ort mit frischer Minze, Lindenblüte und Hagebutte zu», so Tritten. So auch Kartoffelstock und Polenta. Res Tritten bestreitet meistens die Frühschicht. Rösti, Rührei, Brötli, Fleisch, Käse – das alles bereitet er ab 6.15 Uhr vor.

«Die Leute ­wollen etwas Währschaftes.» Um 7 Uhr beginnt das Frühstück ­dieser Tage. «Sobald es hell wird, wollen die Helfer möglichst loslegen mit dem Arbeiten», erklärt Rath.

Berner Oberländer

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