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Ohne Ausbau droht Black-out

Das Schweizer Höchstspannungsnetz ist so stark belastet, dass schon ein extrem heisser Sommer

Seit Anfang 2009 ist Swissgrid für den Betrieb des Schweizer Übertragungsnetzes verantwortlich. Diese Aufgabe habe sie im ersten operativen Geschäftsjahr im liberalisierten Strommarkt mit Erfolg gemeistert, sagte Swissgrid-Verwaltungsratspräsident Peter Grüschow gestern an der Jahresmedienkonferenz in Zürich. Die Stromübertragung im Höchstspannungsnetz habe das ganze Jahr über ohne Unterbruch funktioniert. Das sei nicht selbstverständlich, betonte der Elektroingenieur. Das Schweizer Übertragungsnetz sei heute bis zu 120 Prozent ausgelastet. Neben der Übernahme des Netzes sei dessen Ausbau die grösste Herausforderung der nächsten Jahre. Schweizer Pionierleistung Swissgrid-Chef Pierre-Alain Graf bezeichnete das Schweizer Übertragungsnetz als «Pionierleistung aus der Nachkriegszeit». Nach 40 bis 50 Jahren genüge es jedoch den heutigen Anforderungen nicht mehr. Und er gab zu bedenken: Ohne leistungsfähige Stromleitungen sind neue Kraftwerke wertlos. Prozessoptimierungen und neue Technologien könnten zwar das Netz effizienter machen. In Kombination mit dem Bau neuer Kraftwerke sei jedoch ein Ausbau unerlässlich für ei-ne sichere Schweizer Stromversorgung. 6 Milliarden Franken nötig Ein schweizweites Strom-Blackout wäre laut Graf dramatisch. «Ein solcher Stromausfall würde Kosten von rund 3 Millionen Franken pro Minute verursachen.» Aufgabe von Swissgrid sei es nicht, vor einem solchen Black-out zu warnen, sondern dafür zu sorgen, dass es nicht zu einem solchen kommen könne, betonte Graf. Die Strategie von Swissgrid geht davon aus, dass in den nächsten 10 Jahren rund 1,5 Milliarden Franken in den Netzausbau investiert werden müssen. Dazu kommen rund 4,5 Mil-liarden Franken für die Erneuerung. Interessiert sei Swissgrid in erster Linie an der Sicherstellung der Versorgungssicherheit in der Schweiz, betonte Graf. Priorität haben laut Graf die Anbindung der Westschweiz an das 380-Kilovolt-Netz sowie neue Höchstspannungsleitungen im Wallis und auf der Nord-Süd-Achse. Intensivieren will Swissgrid aber gleichzeitig auch die europaweite Zusammenarbeit. Es liege im wirtschaftlichen Interesse, die Schweiz als Stromdrehscheibe im Herzen Europas zu stärken, hiess es an der Medienkonferenz. Auf Hochtouren läuft die Übernahme des Schweizer Übertagungsnetzes. Dieses soll spätestens Ende 2012 in den Besitz von Swissgrid gehen. Bis dahin müssen 150000 Verträge übernommen werden, wie Pierre-Alain Graf ausführte. Die Kosten der Transaktion schätzt Swissgrid auf rund 2 Milliarden Franken. Entschädigt werden die bisherigen Eigentümer mit Swissgrid-Aktien. Gut bewältigt habe Swissgrid im ersten operativen Geschäftsjahr auch die Herausforderungen in finanzieller Hinsicht, sagte Finanzchef Luca Baroni. Bei einem Gesamtumsatz von 1,151 Milliarden und Beschaffungskosten von 1,141 Milliarden Franken erzielte die Netzgesellschaft einen Gewinn von 5,3 Millionen Franken. BKW ist mitbeteiligt Swissgrid ist als nationale Netzgesellschaft für den sicheren, zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb des Schweizer Höchstspannungsnetzes verantwortlich. Mit der Übernahme des Netzes wird sie neu auch für Unterhalt und den Ausbau des Netzes zuständig sein.Die Netzgesellschaft gehört zu 100 Prozent den Elektrizitätsunternehmen Alpiq, Axpo, BKW, CKW, EGL, dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) und Repower. Allein die BKW betreibt heute über 20000 Kilometer Leitungen. Das Unternehmen plant derzeit den Um- und Neubau einer 33 Kilometer langen Hochspannungsleitung zwischen Wattenwil und Mühleberg. sda >

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