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Ohne Humor und Intrigen läuft nichts

kyburgbühne ThunIm neuen Stück der Kyburgbühne «Es Härz für Gaukler» geht es nicht ohne Intrigen, schliesslich wollen alle den Ifflandring finden. Doch auch für feinen Humor hat es Platz.

Eine Szene aus Romeo und Julia in reinem Bühnendeutsch? Was ist mit der Kyburgbühne Thun los? Sie ist doch bekannt für Mundarttheater. Rasch löst sich an der Premiere das Rätsel, denn das Stück «Es Härz für Gaukler» von Tom Müller spielt in einem Heim für verarmte Künstler. Diese spielen am liebsten ihre alten Rollen, mit denen sie früher berühmt waren. So kommt das Publikum rasch zum Schmunzeln, wenn die Leiterin Käthe Froh die Szenen stört, um etwas zu beanstanden und sich die Schauspieler nun in Mundart über die strenge Käthe lustig machen. Ihr nicht zuhören, sondern nichts hören, nichts sehen und nichts sagen wollen. Klassischer Aufbau Das Stück ist klassisch aufgebaut. In der ersten Szene betreten nach und nach alle im Stück handelnden Personen die Bühne. Sie werden bekannt gemacht, zeigen ihren Charakater und ihre Absichten.Neben den alltäglichen Sorgen interessieren sich die Künstler in erster Linie für den verschwundenen Ifflandring. Einer der Protagonisten glaubt, er sei der Auserwählte und damit der nächste Träger des Rings. Der Ifflandring, eine hohe Auszeichnung für Schauspieler, ist verschollen und die Verfügung, wer den Ring als Nächster bekommen soll, wurde nie gefunden. Alle gehen davon aus, dass Rosa, die letzte Geliebte von Baltus von Pfumfenstengel, dem Stifter des Heimes, etwas weiss oder den Ring sogar selber besitzt. Aber Rosa will nichts sagen, darum versucht man, sie betrunken zu machen. Doch Rosa verträgt viel und gibt nur unsinnige Antworten wie: «Rapunzel soll den Ring bekommen.» An der Suche beteiligen sich alle ausser der Haushälterin und ihrem Neffen, dem Dorfpolizisten. Mario Crawallo, ein ehemaliger Sänger, versucht es unter falschem Namen, doch er wird entlarvt. Dabei gerät er in Konflikt mit dem Pfarrer. Die beiden tragen draussen einen Boxkampf aus. Der Pfarrer siegt und zeigt seinen Stolz darüber ganz ungeniert. Nebenbei bemerkt: den Ifflandring gibt es tatsächlich, gegenwärtig ist Bruno Ganz der Träger des Ringes. Beat Kappeler als bewährter Regisseur bringt mit dem Ensemble der Kyburgbühne ein unterhaltsames Stück auf die Bühne. Überraschende und unpassende Einwürfe der Haushälterin sorgen für Situationskomik. die selbstverliebte ehemalige Tänzerin Rosa ist eine begabte Kupplerin. Ganz am Schluss wird der Ifflandring wieder gefunden und auch der passende Finger wird entdeckt. Mehr sei nicht verraten. Das Stück beginnt mit einer eher langfädigen Einführung. Hier hätten Kürzungen dem Lauf der Handlung gut getan, das Stück hätte an Tempo gewonnen. Nach der ersten Szene wird es dann manchmal sogar turbulent, und die Lacher der Zuschauer nehmen zu. Zum Schluss sieht man lauter zufriedene Gesichter.Margrit KunzWeitere Vorstellungen im Kleintheater Alte Oele: Bis am 30. März am Freitag, Samstag, Dienstag und Mittwoch um 20.15 Uhr, am Sonntag um 17 Uhr. www.kyburgbuehne.ch>

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